EnBW für Atomausstieg – später

Utz Claaßen ist Chef der EnBW. Die will ihre Atomkraftwerke länger laufen lassen. Angeblich, um das Klima zu schützen, aber wohl eher für ein paar Milliarden höhere Gewinne oder auch „frei werdende Liquidität“, wie Claaßen es in der Stuttgarter Zeitung nennt.

Noch was sagt er da:

Im gleichen Atemzug ist Claassen „nach wie vor für einen Kernenergieausstieg“.

Schön, der Herr Claaßen ist für einen Atomausstieg – aber offenbar nicht jetzt. Und das obwohl man doch davon ausgehen kann, dass die Atomkraftwerke in Zukunft eher sicherer sind als heute.

Auch ihm scheint bewusst zu sein, dass ein GAU durch Sicherheitstechnik nicht ausgeschlossen werden kann. Dies geht eben nur durch Abschaltung. Und bei diesen Folgen reicht mir 99%ige Sicherheit eben nicht.

Dennoch wehrt er sich heute gegen die Abschaltung und will sie hinauszögern. Geht es vielleicht doch eher um’s Geld? Niemand hindert ihn doch daran, mehr für Erneuerbare Energien und gegen den Klimawandel zu tun.

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5 Responses to “EnBW für Atomausstieg – später”

  1. »Atomausstieg später«, klingt irgendwie nach »Atomausstieg ja, wenn die Rohstoffe alle sind.«

    Übrigens sichert mir mein Provider z.B. 99%ige Servererreichbarkeit zu und so oft, wie der unerreichbar ist, hätte ich bei einem 99%ig sicheren AKW echte Sorgen … gut, dass wir so ein Teil nicht gleich um die Ecke haben …
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    »There‘ s a shaddow of a blogger in berlin where he passed the moon«

  2. „Atomausstieg später“ klingt für mich in diesem Zusammenhang eher nach „nicht solange ich damit Geld verdienen kann“.

    Die 99 % waren natürlich nur aus der Luft gegriffen. Bei deinem Server würde das ja bedeuten, dass er im Schnitt in 100 Tagen einen Tag ausfällt. Wenn wir im Schnitt alle 100 Tage einen Atom-GAU hätten, wäre das ein riesiges Drama. Zum Glück sind sie sicherer. Bei 99,9 % wäre es einmal in 1000 Tagen usw. Aber es darf halt nie vorkommen und nie kann man eben nicht garantieren.

  3. Ja, ich finde die Teile auch brutal, obwohl die ja recht sicher sein sollen. Ohne würde es mir aber schon besser gefallen – aber bitte EU-weit.

  4. Frankreich nutzt fast nur Atomstrom. Die haben sogar zwei Brüter (L’arc – und die sind richtig gefährlich). Deshalb können sie auch ihre Emissionsanteile an uns verkaufen. Ich denke es müssen Regelungen für die gesamte EU getroffen werden.

  5. Klar, da wird kein Grüner was dagegen haben, einen Atomausstieg auf EU-Ebene in Angriff zu nehmen. Nur sollte man bis dahin halt nicht die Hände in den Schoß legen und warten. Zumal ein geglückter oder glückender Atomausstieg auch Vorbild für andere Industrieländer sein kann, dass es eben geht. Außerdem sichern wir uns so einen Wettbewerbsvorteil, was neue Technologien im Bereich Erneuerbare Energien angeht. Das kurbelt unseren Export weiter an.

    Früher oder später wird jeder Staat auf Erneuerbare Energien setzen (das zeigt ja auch die Aussage der EnBW) und wer dann in dem Bereich die Nase vorn hat, ist gut dran.

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