Merkel-Podcast: Bloß keine Emotionen!

Völlig emotionslos. Nahezu inhaltslos. Absolut enttäuschend. Mehr braucht man eigentlich nicht über Merkels ersten Video-Podcast sagen. Aber ich finde es so schlecht, dass ich mich doch noch genauer darüber auslassen muss. Die Idee an sich hatte ich ja ausdrücklich gelobt.
Doch dass das so schlecht umgesetzt wird, konnte man echt nicht ahnen. Merkel spricht Sätze, die inhaltlich eigentlich Emotionen ausdrücken, völlig teilnahmslos aus: „Jetzt geht es los“ (WM), „friedlich und fröhlich“ (feiern), „auch ich habe Freude daran“ (neue Technik; Podcast) und „jetzt freue ich mich erstmal auf den Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft“.

Inhalt

Inhaltlich auch ganz schwach. Sie hat sich vor dem Spiel gegen Costa Rica nochmal mit Klinsmann und der Nationalelf getroffen. Merkel-PodcastAlle sind hochmotiviert (hoffentlich haben die sich nicht von ihrer Begeisterung anstecken lassen). Sie weist außerdem auf die Weltoffenheit Deutschlands hin. Wie das wohl Roland Koch oder Edmund Stoiber finden? Mehr war inhaltlich nicht. Oder zählt die Aufforderung, seine Meinung über „die Reformen, die die Bundesregierung anpackt“ an internetpost@ bundesregierung.de zu schreiben auch als Inhalt? Oder dass sie uns künftig „ziemlich regelmäßig“ mit ihren Video-Botschaften beglücken will?

Angefangen hat das Video übrigens mit Bildern von Merkel mit dem Papst, Bush und anderen prominenten Leuten aus aller Welt. Ziemlich überflüssig, weil eigentlich jeder weiß, dass sie die kennt. Das Layout des Logos des Podcasts erinnert irgendwie an Tatort oder sowas.

Feedback

Frau Merkel, das ist nicht nur eine neue Technik! Da steckt auch Kultur dahinter und so ein monotoner Video-Podcast passt einfach nicht dazu. Der wohl bekannteste Video-Podcast in Deutschland, Toni Mahoni von Spreeblick, ist beispielsweise so erfolgreich gerade weil er eben völlig unverkrampft locker daherredet. Jetzt ist das zwar nicht ganz vergleichbar, aber diese Ansprache ist ja noch monotoner als das, was man so im Fernsehen sieht. Netter Versuch, aber total gescheitert. Kann beim nächsten Mal nur besser werden.

Angucken

Hier der Podcast direkt (Format M4V) und bei wem das nicht geht, hier der Link zum Stream, der bei den meisten wahrscheinlich eher funktioniert.
Übrigens: Ehrensenf hat schon vor Merkels Video eine ziemlich treffende Parodie in die aktuelle Folge eingebaut.

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9 Responses to “Merkel-Podcast: Bloß keine Emotionen!”

  1. michael

    Auch voll überzeugend kam der Satz: „Neue technische Möglichkeiten faszinieren nicht nur junge Menschen, auch ich hab Freude daran…“

  2. Ja, mein Lieblingssatz aus dem Video, wenn man das so sagen kann. ;-) Hab den oben auch bei den Zitaten erwähnt. Um das G-Wort der Blogs nochmal zu strapazieren: Glaubwürdigkeit sieht anders aus bzw. hört sich anders an.

  3. michael

    Genau, ich glaube jetzt langsam an gar nichts mehr. Und weiß jetzt gar nicht mehr, wie alt ich bin (auch egal). Und ausser Fußball gibt es eh nichts mehr zu diskutieren, die nächsten vier Wochen oder so…

  4. …. ist sie nicht einfach wunderschön… unser aller Angela…

  5. Kissling

    Naja, immerhin finde ich die Idee nicht schlecht. Wer immer die auch hatte. Vieleicht erreicht sie dadurch ja mal ein paar junge Menschen die sich für Politik sonst nicht interresieren würden…

  6. Die Idee ist auch nicht schlecht, hatte ich ja ausdrücklich gelobt. Aber bei der Umsetzung… nee. Also, so fördern sie sicher nicht das Politik-Interesse bei jungen Leuten.
    Und mich ärgert diese miserable Umsetzung eben um so mehr, weil ich die Idee an sich gut finde.

  7. Hallo H.S., Der Link zu Frau Merkel’s Videopot funzt nicht mehr.
    Ansehen und reparieren !!! Hopp, hopp.

    HINWEIS:

    Angucken
    Hier der !!! Podcast direkt !!! (Format M4V) und bei wem das nicht geht, hier der Link zum Stream, der bei den meisten wahrscheinlich eher funktioniert.
    Übrigens: Ehrensenf hat schon vor Merkels Video eine ziemlich treffende Parodie in die aktuelle Folge eingebaut.

  8. Na, da haben die Betreiber von bundeskanzlerin.de wohl keine Ahnung von Permalinks.

    Such doch selbst den neuen, richtigen Link. Hopp, hopp.

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