Unbezahlte Werbung

Wegen Klickbetrug will Google AdSense möglicherweise von Pay-per-click mehr auf Bezahlung für Aktionen und Transaktionen umstellen. AdSense ist bei Bloggern sehr beliebt. Es wird Text-Werbung eingeblendet, die zu den Themen passt, die auf der Seite behandelt werden.
Künftig könnte es also sein, dass es Werbeeinnahmen für die Blogger nur gibt, wenn auf die Klicks auch Bestellungen, Registrierungen oder ähnliches folgen.

Früher gab es sehr viel Pay-per-view. Es wurde also für jede Banner-Einblendung ein sehr geringer Betrag gezahlt. Das wurde dann mehr und mehr auf Pay-per-click und Provisionen umgestellt. Auf der einen Seite könnte man meinen, bringt das mehr Fairness rein, weil nur die Geld kriegen, die wirklich was gebracht haben. Aber ist die Einblendung der Werbung nicht auch schon Werbung? Sonst wären ja sämtliche Werbespots und Plakate nutzlos. Im Internet scheint man jedoch immer weniger bereit, für diesen Aspekt der Werbung auch zu bezahlen.

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8 Responses to “Unbezahlte Werbung”

  1. Es gibt noch sämtliche Bezahlmodelle, pay-per-month, pay-per-view, pay-per-click und pay-per-conversion.
    Bei einer Click-Through-Rate von unter 1% lohnt die Schaltung von Werbeanzeigen auf kleinen Homepages einfach nicht. Außerdem will der Werbetreibende auch ein passendes Umfeld für die Präsentation.

    Der Ansatz von AdSense verspricht zumindest mal für die Problematik der Umfeldbewertung eine Lösung, nur macht hier eine Community viele Chancen zunichte. Entweder habe ich wenige wiederkehrende „neutrale“ Besucher, das treibt die CTR noch mehr in den Keller, oder ich habe Mitglieder die zur Unterstützung des Seitenbetreibers auf die Anzeigen klicken. Und damit eine kleine Form von Klickbetrug. Jetzt nur für tatsächliche Conversion zu zahlen ist einfach der nächste logische Schritt. In kleinen RL-Communities (Judendhäuser, Vereinsheime, etc.) findet sich ja ebenfalls sehr wenig Werbung.

    Ich sehe Bloggen als Hobby und im Vergleich mit anderen Freizeitbeschäftigungen ist es zwar auch zeitintensiv aber sehr günstig. Trotzdem muss sich jeder Freizeitblogger mit einer sehr geringen Reichweite abfinden und damit auch akzeptieren, dass das Potential als Werbefläche sehr, sehr gering ist. Außer Affiliate-Programmen wird sich in diesem Umfeld kein Werbemodell lohnen und angesichts der Prozesskosten einer Auszahlung sind wahrscheinlich nur Gutschriften wirtschaftlich.
    Und wer sich den Luxus einer Domain leisten will, sollte auch bereit sein, etwas Geld in dieses Hobby zu investieren.

  2. Es gibt zwar noch alle, aber in ganz anderer Menge als „früher“. Auch die Preise sind stark gesunken, soweit ich das verfolgt habe. Den Vergleich mit den Real-Life-Communities verstehe ich nicht. Wo konkret siehst du die Parallele zur vermehrten Umstellung auf Pay-per-conversion?

    Die Umstellung betrifft ja nicht nur den normalen Hobby-Blogger, im Gegenteil. Den trifft es in der Regel nicht, weil er gar keine Werbung auf seiner Seite hat (bei mir schon welche gesehen?). In anderen Bereichen wird auch nicht nur für die Käufe bezahlt, sondern für die reine Einblendung als Werbespot im Fernsehen, Kino oder Radio, als Sponsorenerwähnung, als Schleichwerbung oder auf Plakaten. Bei Werbung im Internet wird so getan als wäre nur der direkte Kauf eine Leistung der Werbung. Das ist falsch. Ich mache darüber ja auch Produkte, Aktionen o.Ä. bekannt, auch wenn niemand raufklickt.

  3. Andreas Bühler

    Werbung im Internet finde ich nervig. Ich selbst klicke nie etwas an. Ich verstehe zwar durchaus, dass Werbung für Google und andere Firmen relativ lukrativ ist. Doch erinnert euch: Google galt als relativ neutral und werbearm. Ich selbst habe von yahoo zu google gewechselt, da es wenig schnick-schnack und werbung gab. Dazu kam eben noch ein guter Algorhythmus. Google wird aber rasch seine Popularutät verlieren, wenn es verstärkt auf Werbung setzt. Andere Suchmaschinen werden folgen….

  4. Darum geht es nicht. Google bietet für Website-Betreiber das AdSense-Programm an. Google durchsucht die Seite nach Stichworten und blendet dann entsprechend Werbung ein. Der Betreiber und Google profitieren von relativ hohen Klickraten, weil die Werbung ja themenverwandt ist. Die Einnahmen teilt man sich dann, wobei Google wohl das meiste an die Seiten-Betreiber ausschüttet.
    Und nun wird bei der Bezahlung der Werbung evtl. mehr von Bezahlung für einen Klick auf den Werbelink auf Provision für eine Bestellung oder eine Benutzerregistrierung o.Ä. umgestellt. Vor einigen Jahren wurde schon sehr stark von Bezahlung für Banner-Einblendungen auf Bezahlung pro Klick umgestellt. Meiner Meinung nach wird dadurch für einen Teil der Werbung nicht bezahlt, denn Werbung ist ja nicht nur erfolgreich, wenn unmittelbar darauf jemand kauft.
    P.S.: Beispiel für AdSense: http://www.spreeblick.com (ganz rechts am Rand die Textwerbung)

  5. Andreas Bühler

    Schon klar – für mich als User ist es trotzdem wie beim Privatfernsehen: Werbung – egal ob Text- oder sonstwiewerbung – stört mich beim Lesevergnügen!

  6. Klar, wobei die Werbung im Netz ja sehr unterschiedlich störend ist. Gerade Google AdSense lässt sich vom Layout her sehr gut anpassen und bietet ja evtl. sogar wirklich einen Mehrwert, wenn die Seite auf der man ist, gerade nicht weiterhilft.
    Grundsätzlich muss ja ein Service immer irgendwie finanziert werden. Entweder macht der Anbieter das nur aus Spaß, Hobby, Selbstdarstellung (oder einer Mischung aus allem), die User müssen zahlen oder es gibt Werbung. Da ist mir Werbung in der Regel lieber als bezahlen.

  7. „Grundsätzlich muss ja ein Service immer irgendwie finanziert werden. Entweder macht der Anbieter das nur aus Spaß, Hobby, Selbstdarstellung (oder einer Mischung aus allem), die User müssen zahlen oder es gibt Werbung. Da ist mir Werbung in der Regel lieber als bezahlen.“

    Dem kann ich mich anschliessen. Ich betreue ein Reiseforum und das ist relativ zeitintensiv. Um den Besuchern die gewünschten Informationen zu geben, brauche ich sicherlich jeden Tag eine Stunde. Diese Dienstleistung ist unentgeltlich und finanziert sich über die ohnehin eher geringen Werbeeinnahmen. Wenn ich dann lese, das jemand sagt: „Werbung nervt mich!“, dann heisst das für mich auch: „Ich schätze Deine Arbeit und der Wert derselten als gering ein.“

    Besonders mühsam finde ich dann die Besucher, die JAVA-Script deaktiviert haben, damit sie die Werbungen nicht mehr sehen „müssen“. Und von denen gibt es eine Menge. Auf die Werbung klicken muss ja niemand, noch muss irgendwer ein Produkt kaufen. Aber wer nicht einmal bereit ist, die oftmals auch nützlichen Aspekte von Werbung zu akzeptieren, der sollte dann auch so Konsequent sein und sich seine Informationen nicht in Gratisnetzwerken holen.

  8. Der Werbende wählt die Werbung die ihm am meisten bringt und ich lasse die Werbung auf meine Seiten, die mir am meisten bringt und die meiner Website nicht schadet. Im Durchschnitt steht dann Werbung da, die beiden am meisten bringt. Das ist Marktwirtschaft.

    Deshalb denke ich nicht, dass Pay per View verschwinden wird, sofern es den Werbenden etwas bringt, müssen und werden sie auch bereit sein, dafür zu bezahlen.

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