Wenn rasieren und waschen nicht hilft

Für Henrico F. ist die Sache sicher gut gelaufen. Er pöbelt Beck an, der pöbelt zurück und besorgt ihm nun einen Job.

Für die anderen Arbeitslosen scheint mir diese Geschichte aber eher fatal zu sein, denn es entsteht der Eindruck, dass es reicht sich zu waschen und rasieren, um einen Job zu bekommen. Auch rasiert, gewaschen, geschminkt, gestylt und ungepierct werden nicht alle vier Millionen Arbeitslosen einen Job bekommen.

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4 Responses to “Wenn rasieren und waschen nicht hilft”

  1. Naja, kann man so pauschal jetzt auch nicht sagen. Wenn jeder einzelne Arbeitslose zur Chefsache erklärt werden würde …

    P.S.: Linda fragt, ob rasierte Frauen mehr Chancen auf einen Job haben …

  2. Naja, selbst wenn. Es gibt einfach nicht genügend offene Stellen. So einfach ist das.
    Wenn die Arbeitslosen jetzt alle hochqualifziert wären und dann eben auch entsprechende Arbeitsplätze besetzt werden können, dann kann es sein, dass das neue Jobs schafft. Beispiel: Ein neuer Software-Entwickler wird eingestellt, so dass ein zusätzliches Büro gebraucht wird, das auch geputzt werden muss. Dadurch, dass die Firma nun mehr Kapazität hat, kann sie evtl. auch im Vertrieb jemanden zusätzlich einstellen. Da der ja dann auch ein Büro braucht, wird auch eine zusätzliche Putzkraft gebraucht. Dadurch, dass nun insgesamt mehr Personal da ist, wird evtl. eine neue Führungsposition geschaffen usw.
    Bisschen zugespitzt dargestellt natürlich, aber es ist vielen eben noch nicht klar, dass ein besetzter Arbeitsplatz nicht zwangsläufig weniger offene Stellen bedeutet. Allerdings trifft das meiner Meinung nach vor allem auf die hochqualifizierten Jobs zu.

  3. Ich fand den Spruch vom Kurt Beck auch nicht so prickelnd, aber manchmal fahren auch Politiker (sind auch nur Menschen) aus der Haut und genau das ist passiert.
    Beck wird halt jetzt dauernd angepöpelt :) … scheinbar bekommt man dann ja leicht einen Job … ^^

  4. Genau. Ich glaube das Problem, das zu selten gesehen wird, ist das, dass es nicht genügend Arbeitsplätze gibt und es diese auch nicht mehr geben wird. Wir rationalisieren und optimieren ja gerade, um Kosten (Arbeiter) zu sparen.
    Leider ist Arbeitslos aber meist gleichbedeutend mit Assi. Das verursacht bei Arbeitslosen aber ein Minderwertigkeitsgefühl …
    Ich finde das Prinzip vom bedingungslosen Grundeinkommen extrem interessant, denn damit müssen nur noch die Leute arbeiten, die auch Lust und Willen haben, zu arbeiten. Gleichzeitig dürfen die Arbeitslosen aber nicht abgestempelt werden, denn Arbeitslose sind eben keine Assis. Man muss nur sehen, wie man diesen Menschen eine Beschäftigung verschafft, die weder was mit Bier am Imbissstand zu tun hat, noch mit Talkshows sehen.
    Wie auch immer: heute Abend werde ich das Problem wohl nicht mehr lösen. Ich wünsche Dir eine gute Nacht, Henning. Bis morgen … ;)

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