Begrüßungen

Die einen so, die anderen so. Klingt erstmal total simpel und langweilig, führt aber im Alltag doch immer wieder zu komischen Situationen.

Manche sagen einfach nur „Hallo“, andere geben die Hand. Insbesondere wenn auf mindestens einer Seite der Begrüßung jemand weiblichen Geschlechts vertreten ist, steht oft eine Umarmung an. Aber Umarmung ist nicht gleich Umarmung. Mit Küsschen oder ohne? Wenn mit, dann mit einem, zwei oder gar drei?

Immer wieder entstehen komische Situationen, weil die eine Person schon dabei ist, sich wieder abzuwenden, während die andere Person gerade dabei ist, ein zweites Küsschen anzubringen. Nur wohin, wenn die Gegenseite gerade schon wieder einen Schritt zurück macht?

Die Problematik entsteht natürlich auch schon bei der Frage, ob man sich überhaupt umarmt oder nur die Hand gibt. Aber auch „die Hand geben“ klingt einfacher als es manchmal ist, denn auch da haben einige ihre spezielle Technik.

Und bei den Küsschen gibt es auch noch viel mehr Varianten als nur die Anzahl. Rein akustische Luftiküsse zum Beispiel bis hin zum richtigen Schmatzer auf die Wange. Nur woher soll man wissen, was das Gegenüber vorhat? Und will man sich eigentlich der anderen Begrüßung anpassen oder seine eigene Art durchziehen?

Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich dieses Thema in letzter Zeit diskutiert habe. Schwirrt schon ne ganze Weile in meinem Kopf herum, aber in letzter Zeit ergaben sich mehrfach auch Diskussionen.

20 Responses to “Begrüßungen”

  1. Eigentlich echt seltsam, das sso ein „einfaches“ Thema solche Verwirrung hervorrufen kann.
    Aber irgendwie hast du Recht. Es wird immer komplizierter jemanden zu begrüßen. Und richtig verwirrend wird es dann, wenn der gegenüber jedesmal eine andere Form der Begrüßung wählt…

  2. Ha! Darüber mache ich mir in letzter Zeit auch viele Gedanken. Vor allem, wenn ich von Frauen begrüßt werde, wollen die mir immer Küsschen geben. Ich bin kein Bussi-Typ. Aber das scheint den anderen irgendwie egal zu sein, dann gibts halt Zwangs-Küsschen.

  3. jokerine

    Ihh, Zwangs-Küsschen! Die gabs in meiner alten Theatergruppe auch. Ich bin irgendwann dazu übergegangen Gruppen-Winke-Hallos zu verteilen, oder Arm-zum-Händeschütteln-ganz-weit-ausstreck-und-zurücklehn-damit-auch-ja-
    keiner-auf-die-Idee-kommt-Küsschen-zu-geben-Begrüßungen durchzuführen. Gegen Umarmungen hab ich bei sympathischen Leuten nichts aber das mit den Küsschen ist mir irgendwie suspekt. Normalerweise lässt sich aber leicht an der Körperhaltung von Gegenübern erkennen wie weit man in ihre „Aura“ eindringen darf. Wenn man dafür überhaupt kein Gespühr hat sollte man sich auf Händeschütteln beschränken.

  4. Also bei mir ist das verschieden.
    Ich bin ja auch in einer gemeinde zu der ich regelmäßig gehe und bei den meisten Personen (wir sind da ja wie iene Familie) gibts ne kleine Umarmung. Küsschen verteil ich keine – aber es gibt einige die sowas verteielen – das finde ich komisch.
    Wenn ich jetzt Freunde habe außerhalb der Geminde dann fällt mir sowas echt schwer, da geb ich auch nur die hand und da kam jetzt noch nie was von der anderen Seite dass diese erson eine Umarmung haben wollte – da weiß ich auch nicht so recht wie die es aufnehemen – abe rbei mir in der Gemeinde gehört das irgendwie zu der allgemienen Begrüßung und da wissen auch beide Seiten, wie es gemeint ist.
    Da kann es auch mal sein, dass ich mit einer Person nicht so kann, da steuer ich das dann auch dass ich dieser Person nur die Hand gebe – das kann man nämlich steuern. Aber das muß dann schon einen Grund haben, dass ich das so mache.

  5. Die Art der Begrüßung ist von der Absicht abhängig. Was willst Du mit der Begrüßung erreichen? Wie willst Du dabei aussehen? Kennst Du die Person schon? Das sind die zentralen Fragen. Gehen wir doch mal ein paar Fälle durch.

    1. Du willst nur zeigen, dass Du da bist. Dein Rang ist Dir natürlich nicht egal, denn Du willst der Gruppe ja demonstrieren, dass Du das Alpha-Männchen bist. Also schon beim Reinkommen auf die Körpersprache achten. Direkt hin und mit gutem Tembre: »Hallo. Wie geht es Euch/Dir?«

    2. Du kommst in eine Situation, in der Dir die Leute vom Job her rangmäßig überlegen sind. Wieder ist die Körperhaltung von zentraler Bedeutung. Freundlich sein, aber bestimmt: »Guten Tag.«

    3. Du willst endlich das Mädchen ansprechen, an die Du Dich schon lange nicht rangetraut hast und höchstens mal ein müdes »Hi.« zustande bekommen hast. Hier empfehle ich Dir, Dich tief in die PUA-Abgründe zu stürzen! 1. Aber Vorsicht, das ist für den Charakter nicht ganz ungefährlich … triff Dich in dieser Zeit lieber nicht zu oft mit Deinen Freunden.

  6. Interessanter Ansatz. Es ist wirklich eine schwierige Frage und jeder hat das schon gehabt bei der Umarmung links rum oder rechts rum, wobei man dann einen komischen Tanz hinlegt bis man es hinbekommen hat.
    In Tirol begrüßt man sich mit dem Wort „heil“. Ein ganz normales Wort wie hallo oder moin in Norddeutschland. Jedoch befremdlich wenn ein Tiroler so einen Norddeutschen begrüßt. Es gibt auch Orte, wo man schief angesehen wird, wenn man nicht mit „Grüß Gott“ Andere begrüßt. Schon seltsam diese Begrüssungskniggeformeln.

  7. Hmmm… interessant, dass sich so viele Frauen hier zu Wort melden. Sah ja sogar erst so aus als würden es nur Frauen. Meine Diskussionen über das Thema liefen auch immer mit Frauen, wenn ich mich da richtig erinnere.

    Heute nach dem Kino führte dieser Eintrag übrigens zu einer kurzen Diskussion und neuen (sonst so meist nicht ausgeübten) Begrüßungsformen. *g*

    (Zwangs-)Küsschen
    Find ich nicht weiter schlimm, werden von mir aber auch nicht angestrebt. Eine herzliche Umarmung ist eigentlich viel netter als schmatz, schmatz. Da kann man auch viel weniger falsch machen.

    Händeschütteln
    Ist mir manchmal zu distanziert. Umarmen drückt halt doch deutlich mehr Sympathie aus.

    Sonst so
    Bei Leuten, die man oft sieht (z.B. an der Uni) wäre es teilweise sehr anstrengend, sich permanent „richtig“ zu begrüßen. Oft ist es ja auch nur ein Gruß aus der Ferne. Würde ich an der Uni alle, die ich kenne, mit Umarmung oder Handschlag (je nachdem, ob Mann oder Frau) begrüßen, würde ich ja gar nicht mehr zum Studieren kommen.

    @Stefan
    An mein Aussehen denke ich beim Begrüßen oder Verabschieden eigentlich nicht. Ich will damit eigentlich normal auch nichts Besonderes erreichen. Ich will mich dann eigentlich nur angemessen verabschieden. Angemessen heißt, dass die Verabschiedung dazu passt, wie ich zu der Person stehe.

    Und zum Chef sag ich auch meist nur „Hi“, hat sich nie beschwert. Na gut, am Samstag hab ich „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ und „nein, ich trink erstmal ein Glas Cola“ gesagt. :-)

    Bei Gruppenbegrüßungen ist es manchmal blöd, wenn man nicht richtig merkt, ob der hintere Teil deine Begrüßung nun mitbekommen hat. Eventuell kommt dann ein paar Minuten später ein leicht vorwurfsvolles „Hallo“ zurück.

    Zu deinen PUA-Abgründen sag ich einfach mal nichts außer: Was es alles gibt…

    @Conny
    Stimmt, links oder rechts. Hmm… ich hab den anderen eigentlich immer rechts von mir bei Umarmungen.
    Wenn mir einer mit Heil kommen würde, würde ich dem wohl – wenn ich gerade gut drauf bin – nen Vogel zeigen.

    Das mit „Grüß Gott“ kenn ich. Wurde auch schon mehrfach komisch angeguckt, wenn ich darauf mit einem simplen „Hallo“ geantwortet habe. Aber auch „Servus“ liegt mir irgendwie nicht. Ist hier im Süden auch sehr verbreitet.

  8. Zuckerbäckerin

    Hmm…. ist wirklich alles nicht so einfach. Ich hatte ja geglaubt, ich würde alle meine engeren Freunde mit Küsschen begrüßen aber wenn ich so darüber nachdenke stimmt das nicht ganz ;-)

    Ist dann doch bei einigen anders und ich komme manchmal auch durcheinander. Vor kurzem habe ich wie Sympatexter schreibt „Zwangsküsschen“ gegeben, wobei das aus einer Tagträumerei heraus passiert ist und nicht weil ich dem anderen meine Begrüssung aufdrücken wollte. Die betreffende Person (Klingt fast wie: Opfer) war ganz verdutzt – es kam zu einer etwas komischen Szene und mir wurde ziemlich schnell klar: Moment, Du hast ja keinen Küsschentyp vor Dir. Bei der Verabschiedung dann war ich darauf bedacht, es wieder „wie sonst“ (Umarmung) zu machen und siehe da, jetzt wurde ich geküsst. Ich war so verdutzt, daß das ganze in einem Küsschen-Kuddelmuddel (in Folge dessen uns die Leute komisch angestarrt haben) endete.

    Mir fällt auch noch auf, daß man je nachdem wie lange man sich nicht gesehen hat Küsschen gibt oder nicht. Jemanden, den ich jeden Tag sehe, küsse ich nicht. Sehen wir uns nur zwei, dreimal die Woche, wird geküsst.

    Ach und doch noch was: Wie oft küsst man eigentlich? In Frankreich drei mal, in der Schweiz anscheinend zwei mal, wobei ich es von meiner Familie und Freunden aus der französische Schweiz ausschließlich mit drei Mal kenne. In Deutschland gibt es wohl keine Regel, ich tendiere aber eher zu zwei mal?

    Und umso länger ich darüber nachdenke desto verquerer wird es und ich glaube ich lasse die Küsschen jetzt Küsschen sein und arbeite mal was ;-)

  9. Zuckerbäckerin

    Zwei mal, Franzosen küssen zwei mal… bin schon ganz durcheinander.

  10. @Henning: Also bei einer Gruppenbegrüßung kannst Du ja auch die zwei, die am nächsten zu Dir stehen begrüßen und dann sagen: »Könnt Ihr mich Euren Freunden/Kollegen vorstellen?«

  11. Linda aus HH

    Richtig unangenehm wird es, wenn deutlich ältere Männer meinen, dazu übergehen zu müssen, die bereits viel diskutierten „Küsschen“ nicht mehr in der Luft, sondern auf der Wange platzieren zu müssen. Brrrrrr………

  12. @Linda/HH
    Das kenn ich auch von älteren Frauen, z.B. entferntere Verwandte. Besonders wenn du dann Konfirmation hast, in einem Alter bist, wo du dich da schlecht wehren kannst und die alle auf einmal da sind, hast du echt schlechte Karten. Und die wissen auch noch, dass die Kinderchen das nicht mögen, machen ihre Sprüche drüber und *schmatz*.

    @Stefan
    Geht natürlich nur, wenn man die anderen nicht kennt. :-)
    Ich meinte eher die Situation, wenn man alle kennt.

    @Zuckerbäckerin
    Zwei Mal bei den Franzosen? Ich dachte jetzt auch, das wären die mit den drei Küsschen!?
    In Deutschland ist es meist zwei Mal, würde ich sagen, manchmal ein Mal und noch seltener drei Mal.

    Übrigens immer wieder witzig, dass einem durch so eine Diskussion dann Sachen auffallen, auf die man nie so geachtet hat. :-)

  13. Zuckerbäckerin

    Also mit Küsschen meine ich Küsschen – und zwar echte – und auf die Wange, wohin denn sonst? Nichts ist schlimmer als dieses affektierte mit einem „Mua“-Laut versehene in die Luft küssen… aaaahhhh.

    Bei meinen Verwandten geht das so: Salut! – Kuss links – Tu – Kuss rechts – va – Kuss links – bien? Sprechen und Küssen und das bitte im Takt!

    @Henning Ich glaube zweimal… google das doch mal ;-)

  14. @Zückerbäckerin
    So, hab ich gemacht. Das Ergebnis:

    Wie oft? Ach, das leidige Problem der Küsschen-Anzahl! In Paris sind es zwei, in Montpellier 3, in Turballe gibt man 4, im Département Gard sind es 3 usw., usw. Wenn man nicht weiß, woher das Gegenüber kommt, erlebt man so manche unklare Situation, wenn man zum Beispiel jemandem einen dritten Kuss geben will, der sich längst umgedreht hat, oder wenn man nach zwei Küsschen Schluss macht, obwohl der andere einem liebend gern vier gegeben hätte.

    @Stefan
    Kann man aber auch lassen… ;-)

  15. @Henning: Also vier Küsschen sind schon krass. Wenn eine Begrüßung mit vier Küsschen ca. 7 Sekunden dauert, dann brauchst Du für 9 Leute schon eine Minute … schlimm ist, wenn dann noch einer dazu kommt … wie kommen die denn Leute in Turballe zum arbeiten??

  16. Ich mag es nicht, wenn mir jemand die Hand gibt…
    Da finde ich die rein wörtliche Begrüßung besser oder auch gedrückt werden. Ach wie schön! :-)

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