Die Internetkompetenz des Dr. Wolfgang Schäuble

Bei Jan Theofel habe ich eben diese Karikatur von Christian Hayungs entdeckt. Wolfgang Schäuble und das Internet:

Wolfgang Schäuble und seine Internet-Kompetenz (Karikatur von Christian Hayungs)

Ich wollt’s ja schon alleine wegen der Karikatur bloggen, aber dann habe ich den Hintergrund dieser Karikatur erfahren. Offensichtlich (ein MP3-Mitschnitt liegt vor) hat Wolfgang Schäuble folgendes von sich gegeben:

Meine laienhafte Vorstellung, dass das Internet sowas ähnliches sei wie eine Telefonanlage, das stimmt eben lange nicht mehr […] das wäre ja gar nicht gut, wenn der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz ein Online-Experte wäre.

Meine laienhafte Vorstellung, dass der Innenminister und der Verfassungsschutz-Präsident so etwas wie Verantwortung hätten und einen Hauch Ahnung davon haben sollten, was sie tun, stimmt offenbar schon lange nicht mehr. Das wäre ja auch gar nicht gut, wenn sie möglicherweise für das, was sie in unserem Namen tun, zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Grauenhaft! Ich hab den Glos für ne Ausnahme gehalten. Und Zypries, Struck, Ströbele und Hammer-Westerwelle auch. Ich dachte echt, die haben sich da ein paar (faule) Rosinen rausgepickt, aber das Verständnis vom Internet scheint in den politischen Chefetagen wirklich nicht weit verbreitet zu sein.

Ich an Stelle des Verfassungsschutz-Präsidenten hätte mich an der Stelle jedenfalls geschämt – für mich und für Schäuble. Oder ihn richtiggestellt, wenn es nicht stimmt. Aber gleichgültig lachen als wäre das völlig normal. Geht’s noch?!

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13 Responses to “Die Internetkompetenz des Dr. Wolfgang Schäuble”

  1. Schönen Dank für den netten Beitrag, aber mein Name ist HayungS.
    Seltsamerweise denken alle, das wäre ein besitzanzeigendes „S“ in meiner URL ;-)

  2. Ups, sorry! Ich glaub, ich hab dabei gar nichts gedacht. Beim Alternativtext der Karikatur hab ich’s nämlich richtig gemacht. Wird natürlich gleich korrigiert. Ich kenn sowas zur Genüge mit meinem Namen.

    Und vielen Dank für die tolle Karikatur! Ich war ja erst unsicher, ob man sie mopsen darf. Hab dazu bei dir keinen Hinweis gefunden. Da es aber einige gemacht haben und dich getrackbackt haben, dachte ich mir, es wird schon okay sein.

  3. Hab ich heute kennen gelernt. Ganz nett, aber mehr auch nicht. Ist halt symbolisch.

  4. Naja die meisten Politiker in hohen Ämtern sind ja 50+, als die noch einige Sachen selbst machen mussten, gabs Blogs ect noch nicht.
    die haben für Telefon und Handy eine Sekretärin und für die Emails einen Praktikanten *g*

    Erinnert mich auch irgendwie an Blair, der ganz verwirrt erzählte, dass er nicht wusste wie ein Handy zu bedienen ist…. also nach seinem Rücktritt.

    Trotzdem könnte Schäuble vielleicht mal eine „Internet-für-Dummies“-Anleitung lesen… ^^

  5. Naja, grundsätzlich ist es für Ältere (von mir aus 50+) schon schwieriger sich da reinzufinden. Aber viele tun es doch und auch mit Erfolg. In drei Jahren wird mein Vater 60, aber ich kommuniziere mit ihm neben Telefon und so auch per Mail, SMS und ICQ. Auch hier im Blog hat er schon mal kommentiert.

    Und gerade wenn man beruflich damit zu tun hat (und das hat Schäuble ja spätestens durch seine Forderungen bezüglich Online-Durchsuchung und so), sollte man sich damit auch etwas auskennen. Aber er hat ja schon eine total falsche Einstellung dazu und will da gar nichts groß wissen.

  6. Das Alter muss noch nicht mal jenseits der 50 liegen, um sich nicht mit Internet, Mail & Co. zu beschäftigen. Als Praxisbeispiel möchte ich da anbringen, dass ich vor über 5 Jahren begann, anlässlich eines Abitreffens so viele Angaben wie möglich zu den Kontaktdaten ehemaliger Mitschüler zu sammeln. Ich brachte es fertig, tatsächlich alle Ehemaligen (bis auf 2) ausfindig zu machen. Beim Treffen selbst lag eine Liste aus, um die Kontaktinformationen zu vervollständigen; dabei fiel mir auf, dass deutlich weniger als 50% der Leute eine eMail-Adresse hatten. (Und die waren damals alle so um die 40 Jahre alt.)

    Ich sprach ein paar von ihnen direkt darauf an und erhielt nur schulterzuckende Antworten. „zu kompliziert“, „keine Zeit, um das zu lernen“, „mein Kind macht das für mich mit seiner mail mit“ und so weiter. Und viele von jenen, die Mail und Internet hatten, nutzten es kaum oder gaben an, sich so gut wie gar nicht damit auszukennen. Vor sechs Wochen hatten wir unser 25-jähriges und ich sage euch, es hat sich nichts geändert; wer vor 5 Jahren keine Mail hatte, hat sie heute auch noch nicht.

  7. Ja klar, mein Vater beginnt auch gerade mit Feuereifer seinen Rechner zu zerlegen und Emails usw, zu nutzen …

    Ich meinte auch mehr, dass diese älteren Leute in der Politik in der Jugend das nicht lernen konnten und jetzt keine Zeit dazu haben.

    Aber damit will ich Schäuble nicht in Schutz nehmen. Er könnte sich ja zwei Leute anstellen, die ihm das in groben Zügen erklären. Wenn ich meinem Vater beibringen kann, dass Microsoft böse ist und er einen Virenscanner usw, braucht, können die das dem Schäuble sicher auch beibringen ^^

  8. …einfach in jeder Mail oder in jedem Telefongespräch respektive Blogeintrag einige Stichwörter wie „Terrorismus“, „Bombe“, „Heiligendamm“, „Bin Laden“ oder „FDP“ einmischen und schon gibts Überwachung vom Staat gratis!

  9. Lars Schotte

    hi,
    was macht das paket „von“ apple da? Also falls das eine anspielung darauf ist, dass Apple leute dumm sind, dann muss ich protestieren. Gehirnwäsche macht eher Microsoft, weil man da nicht sieht was passiert. Aber bei Apple ist alles OK.

  10. Erstmal: Klasse Karikatur, genau so stellt man sich Schäuble vor. Aber etwas überwachen wolllen, wovon man keine Ahnung hat, ist zumindest mal originell. ^^
    Und ich finde, das Alter hat so gut wie nichts mit Computerkenntnissen zu tun, zumindest noch nicht ab 50 Jahren. Die Menschen, die sich für die ersten PCs interessiert haben, haben in den meisten Fällen ihr Interesse später nicht verloren. Und damit haben sie nun mal auch die Weiterentwicklung von PCs mitbekommen, inklusive Internet. Mein Vater zum Beispiel ist sogar über 60, aber arbeitet als Informatiker.

    Und an Lars Schotte: Ich glaube nicht, dass das eine Anspielung darauf sein soll, dass Apple-User blöd wären. Ich glaube, das ist kein Paket, sondern ein leeres PC-Gehäuse, deshalb auch die Spinnenweben. Die beiden „Computerfachmänner“ da verarschen den Schäuble ja. Und wahscheinlich kümmern sie sich einen Dreck um das was er will, sondern machen den ganzen Tag nix. Vorne auf dem Zettel haben sie ja auch „VIer gewinnt“ und „Galgenmännchen“ gespielt.
    Und das PC-Gehäuse haben sie nun mal aufgestellt, damit der Schäuble, der keine Ahnung hat, glaubt, sie würden arbeiten. ^^

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