Heizt hier jemand mit Atomenergie?

Die Atomdebatte ärgert mich sehr. Wir haben hier Probleme bei der Versorgung mit Gas und Öl. Beides wird vor allem zum Heizen und im Verkehr eingesetzt – was mit Atomenergie wenig zu tun hat. Wie oft muss man noch sagen, dass man weder Autos mit Atomstrom antreiben noch Wohnungen damit heizen kann?

Dies und vieles mehr sagt Holger Krawinkel, Energieexperte der Verbraucherzentralen, im Interview mit SPIEGEL online. Um an unserer Energie-Abhängigkeit vom Ausland etwas zu ändern, fordert er ein Energieministerium und dass wir endlich so bauen, wie wir könnten. Nämlich so, dass wir quasi nicht mehr heizen müssen. Ein sehr empfehlenswertes Interview.

5 Responses to “Heizt hier jemand mit Atomenergie?”

  1. niels | zeineku.de

    Eines fernen Tages könnte man vielleicht sogar einen Teil des Verkehrs mit Strom (vermittelt durch Wasserstoff und Brennstoffzelle) betreiben, aber der Mann hat für heute schon recht.

    Und Altbausanierung ist ein wichtiges Thema. In zinsgeförderte Darlehen oder Aufstockungssubventionen für Isolierungsmaßnahmen könnte man das Geld gut investieren, was der Wegfall der Eigenheimzulage freigemacht hat.

    Damit würde man Nachhaltigkeit gleich doppelt fördern: Zum einen ginge der Energieverbrauch und der C02-Ausstoß zurück und außerdem hält man mit hochwertig sanierten Altbauten junge Familien eher in den Städten, die bisher häufig mit viel Flächenverbrauch an die Ränder und aufs Land ziehen.

  2. Valentin

    Ich hoffe bloss das wir (Sozis) diesmal wirklich hart bleiben bei dem Thema. Wenn das genauso abläuft wie mit der Mwst.-Erhöhung… *grummel*

  3. Nochmal das Gesicht können verlieren wir (Sozis) uns doch echt nicht leisten.
    Aber ich denke der S. Gabriel wird sich damit wieder profilieren wollen und schon allein deshalb nicht kleinbei geben.

  4. @Robin
    Genau letzteres ist meine einzige Hoffnung, dass Gabriel als Umweltminister irgendwas Positives bewirkt, um sich damit zu profilieren. Ansonsten hat der ja mit Umweltpolitik nun gar nichts am Hut. Allerdings kann es auch sein, dass er sich als Wirtschaftsminister empfehlen will, indem er (vermeintlich) wirtschaftsfreundliche Politik macht, die schlecht ist für die Umwelt (und mittel- und langfristig auch für die Wirtschaft).

    @niels
    Das klingt hier aber nicht so als würdest du ihm zustimmen.

  5. Denkverbote und Clichés rächen sich immer – diesmal stirbt der Traum der deutschen linken, die Welt über die Risken der Atomenergie belehren zu können.

    Es ist gut, dass gerade noch rechtzeitig bevor Deutschland sich ganz von dieser Schlüsseltechnologie abwendet einige Fragezeichen hinter den Dogmen gesetzt werden.

    – Auf Dauer gibt es keinen Weg um den Ausstieg aus Öl und Gas.
    – Viele alternative Energien sind nicht grundlastfähig.
    – Nukleare Rohstoffe zu verbrennen bedeutet in letzter Konsequenz, dass sie nicht mehr für Kernwaffen zur Verfügung stehen
    – Neue Technologien entschärfen die Entsorgungsfrage
    – Neue Technologien ermögliche die Deckung des Strom- und Wasserstoffenergiebedarfes der Welt auf tausende von Jahren
    – Deutschland hat die Forschungsmöglichkeiten und die Stabilität um die Technologie voran zu bringen und die Risiken für die Welt zu mindern
    – Atomstrom wird in der Perspektive immer günstiger
    – Atomtechnologie ist für die deutsche Volkswirtschaft viel wertvoller als die wenig komlizierte und leicht kopierbare Solartechnik
    – Elektrifizierte oder wasserstoffgetriebene Fahrzeuge bieten weitere wirtschaftliche möglichkeiten für uns
    – Wasserstoff kann in schnellen Brütern direkt erzeugt werden
    – Pu, Am, Hf sind langlebige gefährliche Isotope, die den größten Teil des Risikos der Technologie ausmachen, diese können auch als Brennstoff genutzt werden und werden so dauerhaft entsorgt
    – Transmutation funktioniert. Eine Pilotanlage in der Bundesrepublik zur trasmutation gefährlicher Isoptope zeigt, dass dies ein gangbarer Weg währe
    – Entsorgungstechnologien made in germany erschließen weitere wertvolle Arbeitsplätze in Deutschland

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