IT-Crowd vs. iTeam

Ab 4. Januar bei Sat 1, heute schon online: die deutsche Version der beliebten Serie IT-Crowd. Bei Sat 1 heißt die Serie iTeam. Es wird nahezu jede Szene 1:1 nachgespielt. Keine Sychronisierung, sondern ein komplettes Nachspielen ohne eigene Szenen (also anders als bei Stromberg, wo ja sogar mehr Folgen produziert wurden als bei der britischen Vorlage The Office).

Das Ergebnis gibt es hier online und kostenlos zu sehen (Direktlinks: Teil 1, Teil 2).

Zum Vergleich hier die erste Folge der IT-Crowd (Teil 2, Teil 3 der ersten Folge).

Erstmal freue ich mich natürlich, dass es eine deutsche Version gibt, denn da versteht man eben einfach mehr. Allerdings scheint schon die Schauspieler-Auswahl nicht die gelungenste zu sein. Gabriel (im Original Moss) sieht ja noch aus wie ein Nerd, aber Tom (Roy) sieht zu normal aus. Gerade in der Szene, wo er mit der Kollegin flirten will, kommt das im Original viel echter rüber. Tom sieht im Gegensatz zu Roy einfach zu gut aus, würde ich sagen.

Einige Gags sind auch durch andere Faktoren einfach nicht gut umgesetzt. Es fehlt auch einiges, z.B. das nicht angeschlossene Telefon. Beim Original hab ich einige Male laut gelacht, bei der deutschen Version kann ich mich nur an leises Schmunzeln erinnern. Wobei ich sagen muss, dass ich den Anfang der ersten Szene („Und, nervös?“) glatt besser fand als im Original.

Insgesamt ist das englische Original deutlich besser. Aber einige Szenen habe ich dort gar nicht verstanden. Eine Sychronisierung wäre wohl das beste, denke ich.

Gefunden bei Nerdcore.

17 Responses to “IT-Crowd vs. iTeam”

  1. Oder anstatt Synchronisierung das Original mit Untertiteln! Ich habe so ziemlich alles verstanden (war ja ein Jahr in Schottland), also sollte es mit UT ganz gut gehen. Denn viele Witze funktionieren halt einfach nicht auf deutsch, da hilft die beste Synchronisation nichts.

  2. niels | zeineku.de

    „Oder anstatt Synchronisierung das Original mit Untertiteln! Ich habe so ziemlich alles verstanden (war ja ein Jahr in Schottland), also sollte es mit UT ganz gut gehen.“

    Vergiss es. Null Marktakzeptanz. Und von Nischenliebhabern allein kann nur arte überleben.

    „The Office“ war übrigens kein exaktes Vorbild von „Stromberg“, höchstens eine Art Inspiration. Schon die Branchen der beiden sind anders und auch der Charakter der Titelfigur ist nicht besonders ähnlich angelegt.

  3. Zuckerbäckerin

    Gosh!

    Einen Großteil des Flairs von I.T. Crowd machen Diktion, Gestik und Mimik der Schauspieler aus. Die gehen in der deutschen Adaption völlig flöten.

    Gabriel (Moss) finde ich noch viel schrecklicher als Tom (Roy).

    Nerdig != schlecht aussehend.

    Ich bin bis zu Jens Vorstellungsgespräch gekommen, danach mußte ich abschalten -das Beste vom Dialog fehlte sowieso.

    Diese Serie macht nur im Original Spaß. Wenn man kein (oder nicht gut) Englisch kann, sollte man lieber verzichten, als sich diesen Schrott anzugucken.

  4. Es sagt ja keiner, dass das im Fernsehen laufen muss. Den Humor kann man in Großbritannien im TV zeigen, aber in Deutschland gibt es dafür kein Massenpublikum und deswegen würde eine Veröffentlichung im Internet wesentlich erfolgreicher laufen. Sieht man ja jetzt schon an dem Hype. Und dann kann man auch mit exotischeren Varianten auffahren.

  5. @juliaL49
    Nee, Untertitel sind scheiße. Ist geradezu anstrengend, wenn man dauernd da unten lesen muss statt sich einfach auf das eigentliche Bild zu konzentrieren. Und wenn man dann – wie hier – das meiste auch so versteht, ist es dann eh zu spät, wenn man mal was nicht versteht und dann nach unten schielt.

    @niels
    Danke für die Ergänzung zu Stromberg. War mir bewusst, aber war etwas missverständlich formuliert.

    @Zuckerbäckerin
    Das Vorstellungsgespräch? Das ist doch die allererste Szene!?

    Ich finde Gabriel viel passender, weil er viel nerdiger rüberkommt. Kann aber sein, dass er die Original-Figur schlechter abbildet als Tom. Dazu habe ich zu wenige Folgen oder Ausschnitte gesehen.
    Nerdig ist vielleicht nicht zwangsläufig schlecht aussehend, entspricht aber doch dem Klischee, oder? Jedenfalls kommt Tom für mich viel zu unnerdig rüber – im Vergleich zum Original und auch im Vergleich zu Gabriel.

    @juliaL49
    Wieso sollte dieses Thema in Großbritannien massenkompatibel sein und hier nicht?

  6. Zur Massentauglichkeit: weiß man denn in Deutschland durchgängig, was ein Nerd ist? Findet der Durchschnittszuschauer es witzig, wenn gefragt wird, ob man schon ein- und ausgeschaltet hat? Und den Witz dreimal hintereinander? Das Verb googeln hat man nicht übersetzt, richtig? Es sind im Englischen einfach viele Begriffe selbstverständlich, die in deutsch nicht existieren. Dass man da verkrampf versucht hat, bekannte Gesichter reinzudrücken (Sky DuMont), ist noch viel schlimmer.

  7. Ich find das mal wieder schlimm. IT Crowd ist genial, bester englischer Humor. Und dann versuchen, es 1:1 nachzuspielen? MIT DEUTSCHEN? Das KANN doch nicht funktionieren! Und man kann es sehen, ich habs mir mal angeguckt, brrrrrr…ich meine, wieso nicht einfach sychronisieren? oO

  8. Und „Yesterday’s Jam“ mit „Belegte Brötchen vom Vortag“ zu übersetzen halte ich für seelische Grausamkeit.

  9. niels | zeineku.de

    Ich habe jetzt auch verglichen. Natürlich ist das Original besser, aber die Entscheidung von SAT.1 ist betriebswirtschaftlich trotzdem nicht abwegig.

    Ich werde eher bei Youtube weiterschauen als im TV. :)

  10. Mensch Henning! Jetzt habe ich gestern den kompletten Abend mit IT-Crowd Folgen verplempert. Kannte die zwar schon vom Hörensagen, aber so richtig angeschaut habe ich sie erst gestern. Alle! Die Originalfolgen natürlich.
    Einen guten Rutsch wünsche ich Dir!

  11. Bin auch der absolute IT-Crowd-Fan. Werde mir die deutsche Serie auch mal ansehen, kann mir aber kaum vorstellen, dass sie das Original übersteigt. Guten Rutsch und bis 2008.

  12. @juliaL49
    weiß man denn in Deutschland durchgängig, was ein Nerd ist?

    Nö, aber der Begriff ist ja auch nicht so wichtig. Ob man sie als „Computer-Freaks“ oder „Nerds“ kennt, ist doch nicht wichtig.

    Findet der Durchschnittszuschauer es witzig, wenn gefragt wird, ob man schon ein- und ausgeschaltet hat? Und den Witz dreimal hintereinander?

    Ich sehe nicht, warum es da zwischen England und Deutschland Unterschiede geben sollte und in England gibt es offenbar genug, die es witzig finden.

    Das Verb googeln hat man nicht übersetzt, richtig?

    Nee, wie auch?! Ist ja ein Eigenname. Aber wieso sollte das wichtig sein, um die IT-Crowd auf deutsch witzig zu finden? Versteh ich nicht.

    @David
    Dann sag uns als frischgebackener Experte doch mal deine Meinung zum deutschen iTeam. :-)

  13. Find die deutsche „Variante“ auch nicht gelungen, anstatt zu lachen musste ich eher den Würgereiz unterdrücken. Telefonbuch statt Harry Potter? N dunkler Raum mit irgendwelchem Gedöns statt Sachen die Sinn machen, kein „Fair sharing has a posse“ Aufkleber? Geht garnich..
    Die ganzen Sachen die wir Nerds gut finden fehlen einfach, der gruselige Versuch von Sat.1 die ganzen Sachen auch für „normale“ Menschen runterzubrechen mislingt schon bei den Schauspielern – stocksteif die Dialoge runterrattern ist einfach nicht lustig. Da fehlt die Liebe zum Detail, Sky als Chef war zwar gut gedacht aber kommt nicht mal ansatzweise an Denham ran.
    Ich kann Zuckerbäckerin nur zustimmen, bereits in den ersten paar Sekunden war man versucht den Schmarrn da wegzudrücken.

    Wegen der Marktakzeptanz, die Zielgruppe hat entweder keinen Fernseher, das bessere Original eh schon gesehn oder keine Lust sich so was mieses reinzuziehn. Ich hab jetzt schon Angst was im deutschen aus Messy Joeys gemacht wurde nachdem der A-Team Spruch schon so verhunzt wurde..

    Henning, stell dir vor Otto würde in’s englische übersetzt werden – kannste jetzt verstehn das der Wortwitz so einfach nimmer ankommen kann?

  14. @E-Heldin
    Du kommst zu selten vorbei. :-)

    @Gom
    Versteh den Vergleich mit Otto jetzt nicht ganz. Natürlich kann man nicht jeden Wortwitz so übersetzen, dass er noch richtig rüberkommt und lustig ist. Aber hier krankt es doch an ganz anderen Stellen und es gibt doch auch massenweise US-SitComs im Fernsehen. Die sind sychronisiert und trotzdem lustig.

  15. Lernen solche Leute nicht aus der Geschichte? RTL hat das vor über 10 Jahren schon einmal bei Married with children bzw. Einer schrecklich netten Familie versucht und haben sich damit bei 150 km/h auf die Fresse gelegt.

    Als ob es nicht reicht, dass in Deutschland keine guten Formate produziert sondern so ziemlich ausnahmslos alles geklaut wird. Aber alleine für ihre Teilname an diesem Machwerk hoffe ich, dass die allesamt untalentieren beteiligten – vom Setgestalter bis hin zu den Darstellern – nie mehr einen Job bekommen und putzen gehen müssen.

    Und damit wollen die Quote? Zwischen den lauen Kalauern von Markus Maria Profitgier, die schon in den 80ern nicht mehr witzig waren, als sie in irgendeinem Sammelband erschienen sind und der 100. Eventshow mit irgendwelchen C-„Promis“ so ein Machwerk zu plazieren passt zwar von Niveaugehalt, aber für ein Publikum, dessen Ansprüche damit befriedigt sind würde ein Testbild genügen.

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