Klimawandel: Grüne Umfragewerte steigen

Das wurde ja auch Zeit. Seitdem das Thema Klimawandel in den Medien so groß diskutiert wird, frage ich mich, wann sich das in den Umfrageergebnissen der Grünen endlich widerspiegelt.

Und nun geht es los:
Umfrage: Klimadebatte beschert Grünen Sympathiehoch

Ich denke, das kann eigentlich nur der Anfang sein. Andere Parteien entdecken zwar nach und nach auch den Klimaschutz, aber meist sind es nur einzelne Vorschläge, die sie groß in die Medien bringen. Das Eigenlob klingt jetzt vielleicht etwas doof, aber bei uns ist die Ökologie halt nicht ein wichtiges Thema neben anderen, sondern zieht sich quasi wie ein grüner Faden durch das ganze Programm.

Da gibt’s nicht auf der einen Seite mal ne ökologische Maßnahme und auf der anderen dann wieder etwas, dass genau in die andere Richtung läuft und das wieder konterkariert. Daran müssen die anderen noch arbeiten.

Ich hoffe, die Bevölkerung erkennt das auch. Aber diese Umfrage ist ja schon mal ein guter Anfang.

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14 Responses to “Klimawandel: Grüne Umfragewerte steigen”

  1. Naja, 12 % finde ich noch nicht wirklich bejubelbar (und ob die was mit den aktuellen Klimawandelsdebatten zu tun haben, oder mit hundert anderen Faktoren (Abstand zur letzten Wahl oder so), sehe ich grade auch nicht). Einem echten Effekt würde ich dann zustimmt, wenn der Trend anhält, und wir in ein paar Wochen die FDP (endlich mal wieder) überholen und bei 15 % in den Umfragen landen. Aber daran glaube ich nicht. Und finde (ein klein wenig selbstkritisch …), dass Bündnis 90/Die Grünen auf das Thema — das natürlich ein grünes Langzeitthema ist — aktuell ein bißchen spät und schwach reagieren. Viele technische Einzelmaßnahmen, aber die große, glaubhafte Vision der nachhaltigen und klimaneutralen coolen Zukunftsgesellschaft fehlt zumeist. So von der Tonlage her wie das hier: world changing

  2. @Sympatexter
    Oh, vielen Dank! Hab das jetzt dann mal zu nem eigenen Thema gemacht. Vielen Dank für den Hinweis!

    @Till
    Klar, das ist noch nicht der supermegawahnsinnige Umfragewert, zumal wir 2004 die 12 % bzw. 11,9 % ja sogar als tatsächliches Wahlergebnis erreicht haben. Aber ich sehe das schon als Anfang für einen weiteren Anstieg, zumal ich ja wirklich schon darauf gewartet habe.

    Zur späten Reaktion auf die aktuelle Debatte: Darüber hab ich mir auch Gedanken gemacht. Ich denke, die großen Reports, die die Öffentlichkeit wachgerüttelt haben, waren für grüne Ohren zwar in diesen Details neu, aber nicht von der groben Richtung her. Vermutlich wurde die öffentliche Wirkung vom Stern-Report einfach unterschätzt.

    Was die Vision angeht, gebe ich dir grundsätzlich Recht, doch sind wir am nächsten dran, zumal wir eben nicht – wie die anderen Parteien – noch allerlei gegenläufige Dinge im Programm stehen haben. Man müsste wohl vor allem mal das, was wir bereits haben, zusammentragen und die dort ggf. auftauchenden Lücken dann füllen. Ich sehe hier schon wieder nen neuen Blog mit Wiki auf uns zukommen. ;-)

    Aber zurück zur Kernaussage bzw. zu meinen zwei Kernaussagen:
    – Die Grünen haben von allen Parteien den Klimaschutz am meisten verinnerlicht.
    – Die Bürger wissen das und richten zunehmend ihre Wahlentscheidung an diesem Thema aus.

    P.S.: Die Website seh ich mir jetzt mal an.

  3. nichtgenosse

    als ob ne partei ein thema gefressen hätte. die grünen schreien doch seit 20 jahren nach den gleichen dingen, die SIE für klimafreundlich und absolut ökologisch halten. das ist doch nicht dogmatisch.

  4. Sollte das jetzt Kritik sein, dass wir seit 20 Jahren Maßnahmen für den Klimaschutz fordern? :-)

    Dir geht’s vermutlich wieder um die Atomkraft. Aber selbst ein eklatanter Ausbau der Atomkraft rettet uns doch nicht vorm Klimakollaps. Ich wiederhole also meine Frage vom 10. Februar: Was schlägst du – abgesehen von Atomkraftwerken – vor sollte man gegen den Klimawandel tun?

  5. nichtgenosse

    was ist das für eine komische argumentation? wenn man ein paar co2-emittierende kraftwerke ersetzen kann, bringt das nichts.
    begründung fehlanzeige.
    stattdessen ein aufruf, ich würde ja nix vorschlagen. ich sag es dir immer wieder – rede bitte nicht wie auf ner politischen debatte. wenn man ein publikum überzeugen will, kann man gerne die ablenkmanöver machen – wenn mans denn nötig hat. :-)
    aber hier willst du doch niemanden überzeugen, oder?

  6. nichtgenosse

    und da ich – was ein anderes thema ist, deswegen anderes posting – gerne auf deinen kommentar von vor paar tagen eingehen möchte:
    prinzipiell ist die sog. clean-coal-technologie vorhanden, wenn auch fraglich ist, wo man das komprimierte co2 dann lagern soll. das ist eine möglichkeit.
    weißt du, du machst es dir sehr leicht, immer von erneuerbaren energien zu trällern. das mag auch eine möglichkeit sein, einen TEIL (nämlich die energiespitzen) zu bringen. aber eben nicht die grundlast, weil die wirklich sicher gewährleistet werden muss.
    und da solarkraftwerke und windkraftwerke bekanntlich nicht 24/7 laufen, ist das ein problem.
    da steht in meinen augen die atomenergie an erster stelle. biomasse kann ein sehr kleiner möglicher teil der grundlastversorgung sein – hier muss jedoch wieder bedacht werden, dass man was verbrennt —> treibhauseffekt.

    ich bitte doch nur darum, mal ein bisschen die bücher aufzuschlagen, anstatt der zum teil selbst erstellten realität zu huldigen bzw. den gedachten allheilmitteln.

    was ich sonst noch tun würde:
    -pkw-autobahnmaut, damit bahn subventionieren
    -europaweit flugverkehr massiv besteuern
    -autoverbote in der stadt oder citymaut (beispiel london)

  7. @nichtgenosse
    Ich habe doch nirgendwo gesagt, dass es NICHTS bringen würde, sondern dass uns das nicht retten würde. Ich höre von der CDU halt fast immer nur Laufzeiten verlängern und sonst nichts. Selbst wenn man das machen würde, wäre aber auch für das Klima nicht viel getan. Also erbitte ich weitere Vorschläge und daher eben auch die Frage an dich.

    Das mit dem Treibhauseffekt bei der Biomasse ist so doch nicht richtig. Alles, was man dort verbrennt, ist doch vorher gebunden worden. Der Kreislauf der Natur. Man bindet CO2, bläst es raus und bindet es wieder.
    Bei Kohle und Erdgas ist eben das Problem, dass wir in kurzer Zeit etwas verfeuern, was in langer, langer Zeit entstanden ist.

    Was die Frage der Grundlast angeht, bin ich zu wenig Energie-Experte (vielleicht jemand anders hier?), aber soweit ich weiß, liefert die Windenergie bezogen auf ganz Deutschland immer recht konstant Strom. Mal mehr im Süden, mal mehr im Norden. Und wieso sollte Biogas nicht auch einen großen Teil leisten können? Vor allem, wenn du das, was du als Grundlast benötigst, senken kannst.

    Die Vorschläge von dir klingen ja schon mal ganz vernünftig, auch wenn das natürlich noch nicht ausreichen würde. Aber du hast ja drei Punkte ans Ende gesetzt. Hast du denn schon mal versucht, diese Dinge in der CDU durchzusetzen?

    P.S.: Natürlich will ich hier Leute überzeugen. Wozu blogge ich denn sonst über Politik? Um andere von meiner Meinung zu überzeugen und natürlich auch in der Debatte selbst etwas dazuzulernen und ggf. die eigene Meinung zu hinterfragen.

  8. schnitzel

    also grundlast ist 100% gewährleistbar, da wir ja ein europaweites stromnetz haben. somit kann in der nord-/ost-see oder aber auch der in spanien oder italien produzierte strom aus WKAs in ganz europa genutzt werden. des weiteren sind (bio-) gasturbinen für spitzenlasten weitaus besser geeignet. gleichzeitig könnten sie auch eine breite grundlast stellen.
    dein argument @nichtgenosse ist absolut nicht nachvollziehbar oder hast du mal gesehen, dass ein hoch und ein tief auf der gleichen stelle (also geostationär gesehen) auftreten? wenn ich also sonne hab, existiert wenig wind (meist in den sommermonaten in unseren breitengraden). ist keine sonne da ist es entweder nacht (dann wird aber auch wesentlich weniger strom benötigt) oder wir haben ein tief… dann laufen aber die WKAs auf hochtouren. strom aus wasserkraft (der bei uns vor allem aus der schweiz, österreich und schweden importiert wird) ist als weiterer grundlastlieferand aufzuzählen.
    zum thema biogas ist noch aufzuführen dass bei der verbrennung von gas aus biomasse nur der anteil an CO2 u.a. entweicht, der vorher beim wachstum der pflanzen aufgenommen wurde. ein weiterer vorteil ist natürlich dass dung, der vorher in einem biogassilo bearbeitet wurde freu von schadstoffen ist und somit keine überdüngung des nährbodens bei gleicher dungqualität mehr auftritt. das gewonne gas kann schadstoffarm verbrannt werden. dies bedeutet, dass nach dem chemischen prozess bei der umwandlung/verbrennung, das gas schadstoffärmer ist, als davor.

    greezes, phil

  9. Bevor ihr hier über den möglichen Energiemix redet, solltet ihr Euch darüber klar werden, dass vor allem an der Energieeinsparung nichts vorbeigeht, denn ohne Anstrenungen in diesem Bereich kann man nie sinnvolle Erfolge in Sachen CO² Einsparung erzielen. Seien es Verbrauchsarme Motoren, sei es die Verbannung der guten alten Glühlampe, sei es ein toprunner (hoffe ich verwende hier nicht den falschen Begriff) – Programm, wie es die Japaner schon vormachen. Das – so platt es klingt – schaff Arbeitsplätze und schont die Umwelt, denn diese Technologie wird mehr und mehr verlangt werden.

    Jetzt zum Energiemix: Zuerst sollte man sich klar machen, dass Atomkraft nicht klimaneutral ist. Außerdem wird Atomkraft durch den Klimawandel nicht ungefährlicher. Am Atomausstieg zu rütteln und das dann als die Lösung aller Probleme darzustellen, wäre die falsche Strategie.
    Für die Grundlast wäre die Biomasse eine der besten regenerativen Lösungen, wobei hier natürlich die Frage ist, was verfeuert wird. Dürfen Nahrungsmittel verbrannt werden zur Energiegewinnung? Könnte man die Ackerfläche nicht sinnvoller nutzen? Alles interessante Fragen…

  10. In dem von Henning zitierten Spiegel-Artikel heißt es:

    Laut der heute veröffentlichten Politumfrage des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL kletterten die Grünen im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 12 Prozent. Die Partei erreicht damit ihren höchsten Umfragewert seit der Bundestagswahl im September 2005.

    . Irgendwas daran kam mir faul vor, und heute habe ich nochmal im Spiegel-Umfrage-Tool nachgeschaut: in der Tat, 12 Prozent gab es auch schon am 14.12.2006 (Infratest Dimap) und am 31.10.2006 (TNS Emnid). Richtig hätte es wohl heißen müssen „… bei einer Forsa-Umfrage“. Also ein klarer Fall für Spiegelkritik.de.

  11. nichtgenosse

    also grundlast ist 100% gewährleistbar, da wir ja ein europaweites stromnetz haben.

    Das macht in meinen Augen insofern keinen Sinn, als dass du ja nicht davon ausgehen kannst, dass ganz Europa nur für Deutschland produziert. :-) Die brauchen ihren Strom schon selbst und können mitnichten so viel exportieren, dass unser Grundbedarf gedeckt werden könnte. Nicht nur das: Die geringe Energiedichte ist in Spanien genauso ein Problem wie hier – das bessere Wetter macht das nun nicht gerade wett. Weiterhin habe ich gehört, du seist Ingenieur; dann weißt du ja, dass beim Energietransport (auch bei Hochspannungsleitungen etc.) bemerkenswerte Energieverluste auftreten. Das bedeutet, dass Energie ein nicht so mobiles Gut ist, wie es zu sein scheint. Wäre das nicht so, wären schon längst die Projekte umgesetzt, in denen in afrikanischen Wüsten massive Photovoltaikanlagen installiert werden sollen – für den europäischen Verbrauch. Gerade macht man sich in diesen Punkt daran, zu untersuchen, ob eine Wasserstoffherstellung hierfür sinnvoll, welchen man dann (zumindest besser) transportieren könnte.

    somit kann in der nord-/ost-see oder aber auch der in spanien oder italien produzierte strom aus WKAs in ganz europa genutzt werden. des weiteren sind (bio-) gasturbinen für spitzenlasten weitaus besser geeignet. gleichzeitig könnten sie auch eine breite grundlast stellen.

    Gleicher Problem wie oben. Biogas ist ne feine Sache, aber du weißt selbst, wie viel du brauchen würdest, um eine Grundlast bereitzustellen. Für Spitzen ist das mit Sicherheit eine zweckmäßigere Primär- oder Sekundärenergieform (je nach Aufbereitung). Das habe ich aber auch nie bestritten.

    dein argument @nichtgenosse ist absolut nicht nachvollziehbar oder hast du mal gesehen, dass ein hoch und ein tief auf der gleichen stelle (also geostationär gesehen) auftreten? wenn ich also sonne hab, existiert wenig wind (meist in den sommermonaten in unseren breitengraden). ist keine sonne da ist es entweder nacht (dann wird aber auch wesentlich weniger strom benötigt) oder wir haben ein tief… dann laufen aber die WKAs auf hochtouren.

    Hm, der Meteorologe spricht. :-) Ob es jetzt immer windet, wenn die Sonne nicht scheint und es nicht Nacht ist, lasse ich mal so stehen. Gerade sehe ich nach draußen – es ist bewölkt. Und die Wolken stehen auch relativ stabil da, werden nicht gerade von Windböen fortgezogen.
    Der viel wichtigere Punkt ist jedoch, dass insbesondere Windkraftwerke nur bei bestimmten Windstärken arbeiten können. Das macht die Betrachtung „Entweder Wind oder Sonne“ noch deutlich angreifbarer.

    strom aus wasserkraft (der bei uns vor allem aus der schweiz, österreich und schweden importiert wird) ist als weiterer grundlastlieferand aufzuzählen.

    Ja. Weiß man schon sehr lange, wird von niemandem bezweifelt. Wasserkraft wird heute sehr effizient eingesetzt, das Potenzial in Deutschland ist allerdings weitgehend erschöpft (Zahlen schwanken, im Allg. findet man Werte von 75%). Der Rest wäre theoretisch schon noch erschließbar, allerdings sind hier meist Naturschutzziele konkurrierend. So schränken diverse EU-Richtlinien und deutsches Gesetz den Bau weiterer Wasserkraftanlagen ein.

    zum thema biogas ist noch aufzuführen dass bei der verbrennung von gas aus biomasse nur der anteil an CO2 u.a. entweicht, der vorher beim wachstum der pflanzen aufgenommen wurde.

    Siehe Clean-Coal-Technologie. Das stimmt so schon, allerdings waren Kohle etc. auch einmal Pflanzen. Mir ist klar, dass die Zeitraumbetrachtung eine gänzlich andere ist, die Tatsache bleibt aber.

    ein weiterer vorteil ist natürlich dass dung, der vorher in einem biogassilo bearbeitet wurde freu von schadstoffen ist und somit keine überdüngung des nährbodens bei gleicher dungqualität mehr auftritt. das gewonne gas kann schadstoffarm verbrannt werden. dies bedeutet, dass nach dem chemischen prozess bei der umwandlung/verbrennung, das gas schadstoffärmer ist, als davor.

    Ja, die bestehenden „Vorräte“ zu nutzen, dagegen spricht wenig.

    Grüße

    Admin-Edit: Hab die Zitate mal kursiv gemacht, damit man es besser auseinanderhalten kann. Henning

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