Visitenkarten 2.0? Ich bin skeptisch.

Ingo bloggt über ein neues Community-Konzept, umgesetzt bei meta0711. Statt über Namen findet man die Leute da drin über vierstellige Benutzercodes. Nach der Registrierung bekommt man 50 Aufkleber mit diesen Benutzercodes.

Sofern man mit jemand ins Gespräch kommt, der keine Visitenkarte dabei hat aber ebenfalls registiert und ausgestattet ist, einfach die Aufkleber austauschen.

Ich seh darin jetzt irgendwie nicht so den Vorteil gegenüber der klassischen Variante Namen austauschen und in einem der klassischen Social Networks suchen (Xing, LinkedIn, Lokalisten – in anderen Zusammenhängen auch StudiVZ oder Facebook – oder was auch immer). Zumal man sich den Namen ja eh merken sollte, wenn der Kontakt nicht völlig überflüssig war.

Aus meiner Sicht ist meta0711 also eine etwas andere – aber eher kompliziertere – Art von Social Network, aber keinesfalls die geniale Idee, die Visitenkarten überflüssig macht. Wenn, dann sind das Social Networks an sich, da man durch den Namen an die anderen Daten – insofern freigegeben – rankommt. Meta0711 aber ändert hauptsächlich den Zugang. Und der ist eigentlich nicht das Problem, denke ich.

Nett finde ich allerdings die Idee, eine Community während eines Kongresses (hier dem Stuttgarter Medientag) entstehen zu lassen.

Ingo Pokora alias blogora bzw. seinen Blog wollte ich aber eh mal vorstellen. Ingo ist ein Kollege von mir bei NETFORMIC und sein Blog ist noch relativ jungfräulich. Stürmt! :-)

16 Responses to “Visitenkarten 2.0? Ich bin skeptisch.”

  1. ich hab mir für meine Arbeit neulich erst wieder neue Visitenkarten auf klassischem Papier drucken lassen.. Wer dann Lust hat kann immer noch im Web 2.0 nachsehen oder die daten einfach in sein Adressbuch eintragen…

  2. Zuckerbäckerin

    Hmm, ich finde das ganze etwas umständlich. Wenn ich es schaffe, die Benutzercode-Aufkleber dabei zu haben, schaffe ich es wohl auch an die Visitenkarten zu denken. Wenn sich die eigenen Daten (Anschrift, Telephon etc.) so oft ändern, kann man ja auch Karten mit seinem Namen und beispielsweise einem Link zu der eigenen Homepage oder irgendeinem Profil (XING etc.) drucken lassen. Wenn mir jemand so einen Aufkleber in die Hand drücken drückte, würde ich dennoch seinen Namen darauf notieren. Das ganze ähnelt irgendwie mehr so einem blind-date-Konzept ;-)

  3. Total umständlich. Sven hatte das neulich auch mal dabei, und ich hab schon gefragt, wer sich hinter den Nummern verbirgt. Irgendwie kontraproduktiv.

  4. Wie die Heuschrecken von einem Web 2.0 Dienst auf den Nächsten. Web 2.0 ist schon längst ein Schimpfwort und steht für Hier registrieren, Hier mittmachen und Hier social sein. Total zum Kotzen. Nach den ganden deliciousen geWongten Twittern hab ich mal so richtig die Nase voll. Was benutzt man den wirklich? Skype, Email, Bloggs und RSS-Feeds, StudiVZ und was noch? Ach ja, flickr und youTube oder Sevenload … das deckt erstmal alles ab, was ich brauche. Ich versteigere ja auch nix auf verkaufmich.info sondern gehe zu Ebay. Mag kein Abgeklatsche, vor allem, wenn eine Plattform endlich mal relativ Standard ist, ist es doch uncool, genau das gleiche (natürlich mit einer TotalBeta-Zusatzfunktion) zu produzieren. Mahlzeit!

  5. @daniel g/Zuckerbäckerin
    Eben. Selbst wenn meine Visitenkarten zu schnell veralten, brauch ich noch lange nicht so ein kompliziertes System.
    Klingt wirklich nach nem Blind-Date-Konzept. War mir gar nicht aufgefallen.

    @Stefan
    Naja, das muss man schon relativieren, denn sonst dürfte auch bis heute nur der Erfinder des Autos Autos bauen, oder?

    Und wo man sich überall registriert, ist ja auch eine eigene Entscheidung. Wobei der Gruppen-Druck beim StudiVZ schon sehr hoch ist. Aber sonst ja nicht.

  6. @Henning: Klar, da hast Du schon recht, aber Du weißt, was für unsinnige Web 2.1 Erfindungen versuchen, etwas vom Kuchen abzubekommen, aber es sind eben keine Weiterentwicklungen, sondern nur Nachahme …

  7. @Stefan
    Klar, aber es ist unsere Entscheidung, ob wir das akzeptieren oder nicht. Oft genug tun wir’s, siehe StudiVZ.

    Aber die bleiben derzeit ziemlich stehen und entwickeln die Community kaum weiter. Evtl. wird da jemand anderes sie vom Thron stoßen. Wettbewerb belebt das Geschäft.

  8. Weisst was eigentlich praktisch wäre? klassische Visitenkarte und auf der Rückseite das 2d Logo. Somit könnte man die analoge welt mit jener von irgendwelchen Technikfreaks.. ;)

  9. @ Henning,
    danke daß Du das Thema aufgegriffen hast, freu mich über die muntere Diskussion… :)

    @ Zuckerbäckerin, Jenny, daniel g, Stefan,
    ihr habt natürlich Recht, daß das Thema zunächst nix wirklich Neues bringt. Für jemand der (z.B. und u.a.) über XING organisiert ist, ist es tatsächlich sogar umständlich. Mir ist auf dem Medientag Stuttgart nur aufgefallen, daß dort doch der eine oder andere herumlief, der sich weder mit Web2.x (gut) auskannte noch eine Visitenkarte dabei hatte, aber gerade an dieser Idee gefallen fand. Wenn man die Leute auf diese Weise an die social-Thematik heranführen kann, ist ein Zwischenziel erreicht. Übrigens der eine oder andere davon ist womöglich euer Kunde von morgen. Also, nicht zunächst die Tür vor der Nase zuhauen. Mitmachen und (dazu-)lernen lassen ;)

    @ daniel g
    das mit dem 2D-Logo habe ich auch nicht verstanden.

  10. Vermutlich sind Semacodes oder QR-Codes mit 2D-Logo gemeint.

    Also ein Link zur vCard als Barcode. Die Technik ist schon längst ausgereift, hier mangelt es mal wieder dank völlig überzogener Datentarife an Akzeptanz.

  11. Visitenkarten sind besser

    Echt Visitenkarten finde auch ich immer noch besser. Eignen sich gleich zum Notizen machen auf der Rückseite und zu Hause fügt man den Kontakt dann bei XING hinzu und hat alle weiteren Angaben.

    Praktischer gehts doch nur noch mit einem direkten Einscannen eines Codes auf der Karte… ;-)

  12. Guckt man sich meta0711.de heute nochmal an, sieht man nur noch eine weiße Seite. Scheint also tatsächlich baden gegangen zu sein das Konzept.

  13. Also ich bin und bleibe glaub ich Fan von Visitenkarten, allein diese wunderbare Szene in „American Psycho“ ist doch wunderbar! Man hat klasse Gestaltungsmöglichkeiten und alle Informationen sind direkt drauf.
    Die Communitybildung ist aber eine nette Idee, warum nicht bei solchen Konferenzen jedem Besucher eine kleine Menge an Karten zur Verfügung stellen (bei einigen Preisen wäre das schon noch drin^^)?

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