Wir gehen ins Web – und zwar ganz

Google stockt seinen Speicherplatz für Picasa (Foto-Dienst) und Google-Mail auf. Zdnet schreibt:

Nutzer können zwischen 6, 25, 100 und 250 GByte wählen. Die jährlichen Kosten betragen 20, 75, 250 und 500 Dollar. Bezahlt wird per Kreditkarte. An den kostenlos enthaltenen Speichervolumina soll sich nichts ändern: Google Mail bietet derzeit 2,8 GByte, Picasa Web Albums 1 GByte.

Der Trend wird dahin gehen, dass wir immer mehr Sachen global im Netz speichern statt lokal auf dem Rechner. Immer mehr Anwendungen nutzen wir im Web statt lokal installiert auf dem Rechner.

Ein großer Vorteil: Man ist ortsunabhängig. Alles was man braucht ist ein Rechner mit Internetzugang. Und dieser Rechner braucht nicht einmal viel Leistung, wenn die Anwendungen auf Webservern laufen. Wenn’s gut gemacht ist, reicht ein Palm oder ein normales Handy schon aus. Ich finde diese Entwicklung sehr spannend.

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8 Responses to “Wir gehen ins Web – und zwar ganz”

  1. Stefan (Stefans Blog)

    Ist es schon, aber ich möchte mal wissen, was der CCC davon hält (wegen Datenschutz etc.) und wie sieht es mit Backups aus?

  2. Und was ist, wenn man nicht mehr rankommt? Entweder zu einem wichtigen Zeitpunkt (kein Internetzugang) oder sogar endgültig (vergessenes Passwort)?

    Der Datenschutz ist wirklich ein nicht zu unterschätzender Faktor. Wenn ich meine Bilder auf CD brenne und im Schrank stehen habe, kann ein Einbrecher die mitnehmen, aber es können weder die Anbieter (Google) noch irgendwelche Hacker dran und der ganzen Welt zur Verfügung stellen.

  3. btw, .mac hat jetzt auch 10GB

    Google et al. werden konsequenter Backups von den Daten erstellen als jeder Privatanwender. Auch ein verlorenes Passwort lässt sich in aller Regel wiederherstellen.

    Problematisch ist der Internetzugang. Aber die weißen Flecken in der UMTS- und DSL-Versorgung werden von den Großstadtkindern konsequent ignoriert, wenn es um neue Dienste geht.
    Neben dem rein technischen Datenschutz werden auch sicher irgendwann Rechte an den hochgeladenen Inhalten für Streitigkeiten sorgen.

  4. Wenn wir unsere Daten so freiwillig Firmen in den Rachen schmeißen, brauchen wir uns doch auf der anderen Seite nicht über die Kontrolle über unsere Daten aufzuregen? Warum messen wir hier mit zweierlei Maß? Nur weil Google irgendwann einmal gesagt hat: “Wir sind nicht böse”? Auf der einen Seite verteufeln wir die Bestrebungen eines Bundesinnenministers, Daten für die Sicherheitsbehörden sammeln zu benutzen zu lassen, auf der anderen Seite vertrauen wir Unternehmen, die uns ständig und immer besser analysieren können und weiter werden. Das ist paradox.

  5. Es muss heißen: Auf der einen Seite verteufeln wir die Bestrebungen eines Bundesinnenministers, Daten für die Sicherheitsbehörden zu sammeln und diese benutzen zu lassen,

  6. Ich bin da auch sehr zwiegespalten: einerseits finde ich z.B. Google Calendar eine klasse Sache (und nutze den inzwischen auch ausschließlich), v.a., weil es damit möglich ist, sehr einfach meine Termine mit denen meiner Freundin zu koordinieren; gerade mit kleinem Kind ist das einfach klasse. Allerdings — und da bin ich beim andererseits — gibt es damit tatsächlich, wie Julia und Kai es schon geschrieben haben — eine ganze Reihe neuer Abhängigkeiten: vom Stromnetz, vom Internet, vom Funktionieren Googles (es ist mir jetzt auch schon zwei- oder dreimal passiert, dass sich der Kalender nicht laden ließ). Und dann kommt das Argument des unklaren Zugriffs auf die eigenen Daten hinzu. Ich bin mal gespannt, wie sich das weiterentwickelt (der nächste Schritt wäre ja eigentlich der bei Google zu mietende Application-Server, auf dem dann ein ganz normales Betriebssystem per Web läuft. Also der alte Traum vom “lean client”. Oder die Einbindung von Google-Storage als Festplatte …).

  7. Solange Google das einlagern verschlüsselter Daten erlaubt, ist mir das nur recht.

  8. Zweifellos gibt es bei dieser Entwicklung eine Reihe offener Fragen, die ihr ja hier auch angesprochen habt. Grundsätzlich empfinde ich es aber erstmal als angenehm, meine Daten von jedem Ort aus verfügbar zu haben ohne unbedingt einen Laptop und/oder externe Festplatten oder sowas mit mir rumschleppen zu müssen.
    Wie Kai schon sagt, sind Backups auch eher ein weiteres Argument für solche Dienste.

    Zum Thema Google weiß alles über mich:
    Es geht ja nicht nur um Google. Das ist hier nur ein Beispiel. Wo wir diese Dienste letztlich nutzen, bleibt ja uns überlassen. Wobei Google sich natürlich bemüht, sich früh zu positionieren und Marktanteile abzustecken, weil die User später vermutlich schwerer zu einem Wechsel zu überreden sind als sie jetzt gleich zu kriegen. Außerdem dürfte man demnach eigentlich auch keine E-Mails an GMail-User schicken – die könnte Google ja auch lesen. Oder GMX bei GMX-Usern und Web.de bei Web.de-Usern.

    Aber natürlich muss geklärt sein, was Google mit diesen Daten machen darf und vor allem was nicht. Auch die Fragen nach den Rechten, nach Verschlüsselung und Verfügbarkeit der Dienste müssen geklärt werden. Auf welche Weise das geschehen wird, wissen wir noch nicht.

    Vom Prinzip her finde ich diese Entwicklung aber begrüßenswert. Mein Kalender liegt auch längst bei Google und ich finde das extrem praktisch.

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