Brainstorming für Diplomarbeits-Thema

Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Diplomarbeitsthema. Geht erst im Herbst los, aber ich mache mir über so wichtige Sachen lieber schon mal vorher Gedanken – und zwar intensiv.

Irgendwas richtig Web 2.0, Blogs, Social Networks, Online-Marketing wäre ideal. Ich hab auch mit dem passendsten Lehrstuhl schon Kontakt aufgenommen. Online-Marketing interessiert die eher gar nicht. Aber sowas wie Wissensmanagement mit Wikis oder Blogs könnten die sich zum Beispiel vorstellen.

Wir sind so verblieben, dass ich mal ein paar Themenvorschläge maile und darauf dann Feedback kriege. Wird vermutlich wirklich nicht so einfach, die Interessen des Lehrstuhls, von NETFORMIC (wo ich aller Voraussicht nach die Diplomarbeit schreiben werde) und von mir unter einen Hut zu kriegen. Aber dafür bin ich ja so früh dran, um das alles ganz in Ruhe zu managen.

Was habt ihr denn so für Ideen? Einfach mal brainstormen – ohne Scheu, ob’s passt oder nicht.

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15 Responses to “Brainstorming für Diplomarbeits-Thema”

  1. Statt nach NETFORMIC könntest Du auch in Richtung Partei outsourcen, sprich: Wahlwerbung 2.0 unter technischen und Marketingaspekten.

  2. Hm, zu Wikis gibts doch in letzer Zeit schon so viel, das ist doch langsam langweilig :) Du könntest Trolle in Wikis erforschen. Ich hatte seinerzeit in meiner Bachelor-Arbeit unter vielen anderen Details auch die These aufgestellt, dass die Wikipedia und Wikis aufgrund ihrer freien Struktur besonders viele Probleme mit Störenfrieden hätten. Die These ließ sich jedoch nicht erhärten, und ich schrieb damals: „Es wäre interessant, diese und andere Communities, die
    ebenfalls auf die Selbstorganisation durch ihre Mitglieder setzen, näher auf ihre Erfahrungen mit Störenfrieden zu untersuchen“. Also gut, das wäre eher eine soziologische Fragestellung und nix für dich, oder? ;)

  3. Bibliotheken im Web 2.0 Zeitalter – war das Thema von meinem Mitbewohner

    blogs, wikis per wissensmgmt ist sozusagen der kern seiner arbeit
    falls es Dich interessiert – vermittle ich gerne den kontakt

  4. Versuch doch zu analysieren, warum die ein oder andere Web-2.0-Geschichte voll durchgestartet ist, während andere nach einem kurzen Hype im Nichts verschwunden sind.
    Ich hab meine Dipl. seinerzeit über Second Life geschrieben und war mit meinen Zukunftsprognosen Gott sei Dank sehr vorsichtig. Denn ca. 1 Woche nach Abgabe hat dann alle Welt festgestellt, dass es eigentlich nicht wirklich taugt.

    Wenn es für Erfolg/Nichterfolg eine Art Gesetzesmäßigkeit gäbe wäre das interessant zu wissen. Ist aber ziemlich anspruchsvoll und ich weiß nicht, ob es machbar ist. Aber wenn, dann mag ich die auch lesen.

  5. Ökonomie in Onlinewelten (World of Warcraft, Second Life usw.). Da kann man interessante Sachen untersuchen wie z.B. offizielle Preisbildung, Schwarzmarkt, wie der Markt auf (nennen wir es mal) Eingriffe reagiert usw. Diese Untersuchungsobjekte sind ein vereinfachtes Modell unserer Real-Life-Ökonomie, daher sehr spannend zu beobachten.
    Das habe ich mir vor zwei Jahren auch schon überlegt, als BWLer auch heute noch sicher in interessantes Thema. Habe mich dann aber doch für Virusmarketing entschieden. War auch spannend, damals (heute könnte ich höchstens noch einen Nachruf schreiben).

  6. – Erste Gehversuche von Parteien im Web 2.0 (SPD-Community ect.) und deren ernsthafter Nutzen (mit Blick auf Wahl 09 und Obama-Kampa in USA). Und warum diese Aktionen bisher so wenig ziehen.

    – Webbibliotheken und Wiki. Fluch oder Segen für Studenten und Schüler.

    – Die Idee mit der Ökonomie in Onlinewelten find ich geil! :)
    (Anbieten würde sich da ein Spiel, welches gerade online geht. Age of Conan oder Warhammer Online *g*)

    – Marketing durch Blogs. Wortführer in der dt. Blogspähre. Marktmacht? Meinungsmacht? Und warum in USA die Blogger viel einflußreicher sind.

    – Schwarmwissen in Wikis und ihr Nutzen bzw. ihre Defizite (auch Trolle, Selbstkontrolle und Selbstbereinigung, sowie Geschäftsaspekte „Könnte man mit Wikis auch richtig Geld verdienen obwohl der Content User generated ist?)

    – Politische Mobilisierung über das Web in Zeiten von Web 2.0. Chancen, Nutzen, Gefahren…

    hm … ja :)

  7. Ich habe in meiner Diplomarbeit vor drei Jahren über die Thematik Online-Markt- und Meinungsforschung geschrieben, insbesondere über die Frage, ob und wenn ja wie sich im Internet repräsentative Erhebungen durchführen lassen, d.h. mit Fokus auf quantitativer Markt- und Meinungsforschung. Wobei das natürlich eher ein mathematisches Thema ist. In der qualitativen Forschung – ebenfalls ein spannendes Feld – gibt es aber auch noch viele nicht-mathematische Fragestellungen, die ich sehr spannend finde, beispielsweise zur Online-Durchführung von Gruppendiskussionen und Expertenbefragungen oder zur Umsetzung traditioneller Konzepttests aus der Marktforschung im WWW (die lassen sich neuerdings sogar mit Web 2.0-Elementen kombinieren).

  8. Ja, Warhammer :-) Ich denke, da wird sich ein ähnlich komplexes Wirtschaftssystem entwickeln wie bei World of Warcraft. Wobei ich nicht denke, dass die Ökonomie in WoW langweilig wird, da bald eine neue Erweiterung herauskommt, inkl. neuer Gegenstände. Da wird der Handel wieder florieren. Da müsste man sich entscheiden, ob man ein System dabei beobachten will, wie es neu entsteht, oder lieber anhand eines gewachsenen Systems z.B. Vergleiche mit der Realität anstellt (Parallelen, Unterschiede?).
    Interessant wäre z.B. das Phänomen des Chinesengolds auf eBay (Schnittstelle vom virtuellen Gold zum realen Geld – welchen Wert hat virtuelles Gold?) oder das Ninja-Looting. Und ich frage mich schon seit Jahren, welcher volkswirtschaftliche Schaden durch WoW entsteht, also z.B. durch Müdigkeit aufgrund Nachtraids oder aufgrund Tausender Spieler, die tagsüber während der Arbeit stundenlang in WoW-Foren Beiträge lesen bzw. posten, ganz abgesehen natürlich vom Schaden der durch Onlinespielsucht entsteht.

    Aber ich befürchte, um fundiert über dieses Thema schreiben zu können, muss man relativ nah am Spielgeschehen dran sein. Und ich glaube, dass Henning seine Zeit sicher besser investieren kann, als Online-Rollenspiele zu beobachten ;-)

  9. Crowdsourcing des Schreibens von Diplomarbeiten ;-)

    Aber ernsthafter: eine markenorientierte Betrachtung der Web2.0-Nutzung durch die Howard-Dean-Kampagne 2004 (scheitern) und die Obama-Kampagne 2008 (Erfolg?) mit Ableitung von Anforderungen an politische Web2.0-Tools?

  10. Danke erstmal für die vielen Antworten! :-)

    @juergen_p
    Och, nö, vielleicht, mal sehen.

    @Till (1)
    Naja, erstens glaube ich bzw. bin mir sehr sicher, dass das Schreiben bei NETFORMIC finanziell attraktiver ist und zweitens studiere ich ja technisch orientierte BWL und nicht Politikwissenschaft oder so. Der Lehrstuhl heißt Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik II (Unternehmenssoftware) – das hätte ich beides wohl dazu sagen sollen. Die interessiert Marketing ja schon wenig bis gar nicht, politisches Marketing erst recht nicht.
    Aber trotzdem danke!

    @Trixy
    Ich glaub auch, dass das für BWL nicht so passend wäre. Dank trotzdem!

    @volker
    Uh, ja, das klingt interessant. Ich meld mich bei dir.

    @Alianne
    Klingt nach nem sehr interessanten Thema, wäre aber wohl weder für NETFORMIC, noch für den Lehrstuhl gewinnbringend.

    @Sympatexter (1)
    Eine Diplomandin zu virtuellen Communities in 3D-Welten haben wir schon. Ist auch nicht so ganz mein Thema. Mein Kerngebiet wären eigentlich Blogs, danach Communities im Web 2.0, würde ich sagen. Aber mir hat auch schon jemand gesagt, dass ich da ja schon viel zu viel wüsste und es daher langweilig wäre, darüber zu schreiben.
    Über den Satz denke ich viel nach. Ich will natürlich Spaß an der Sache haben – und ne gute Note auch. Da wäre mein Kernthema natürlich ideal für.

    @Robin
    Die politischen Fragestellungen klingen sehr interessant, sind aber leider nicht für eine BWL-Diplomarbeit geeignet. Marketing durch Blogs wäre mir auch sehr naheliegend. Irgendwas in der Richtung werde ich in meine Vorschlagsliste mit aufnehmen, kann aber sehr sicher damit rechnen, dass der Lehrstuhl das nicht will. Das mit Crowdsourcing klingt auch interessant… Danke!

    @Christian
    Danke für die Anregungen. Marktforschung wäre aber eher was für den Marketing-Lehrstuhl bei uns – und auch nicht so mein Themengebiet.

    @Sympatexter (2)
    :-)
    Sehr interessante Diskussion und interessante Fragestellungen – aber leider nichts für meine Diplomarbeit.

    @Till (2)
    Hehe.
    Die Verknüpfung von Marken und Web 2.0 ist interessant. Wobei ich dann vielleicht auf den Marketing-Lehrstuhl ausweichen müsste. Vielleicht sollte ich mit denen parallel auch mal Kontakt aufnehmen. Die politischen Fragestellungen werden aber sicher nicht akzeptiert. Da muss was Ökonomisches dahinterstehen.

  11. @Henning: Mir ist schon klar, dass Du keines der interessanten Fächer studierst, wenn ich mal so frech sein darf. Aber nichtsdestotrotz habe ich Wirtschaftswissenschaften eigentlich immer so kennengelernt, dass die sich durchaus allzuständig fühlen. Insofern sehe ich nicht unbedingt einen Widerspruch zwischen einer technisch-wirtschaftswissenschaftlichen Arbeit und einem parteipolitischen Thema — auch Parteien betreiben Marketing, Kommunikation, Markenpflege und nutzen für Kampagnen Online-Tools.

  12. (Oder um’s wirklich nochmal auf das Zielgebiet BWL runterzubrechen: rechnen sich Online-Kampagnen für Parteien, und wenn ja, wie, und wie lässt sich das in Geld (oder anderen Währungen, z.B. Aufmerksamkeit) ausdrücken?)

  13. @Till
    Wirtschaftswissenschaften als Ganzes sind sicher gerne für alles zuständig (und auch in vielen Bereichen anwendbar) – aber ein Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl interessiert dann eben doch in den seltensten Fällen für Polit-Marketing (auch wenn es online stattfindet).

    Allerdings habe ich am Freitag bei der BWL-Diplomübergabefeier mit dem Prof selbst, also dem Lehrstuhl-Inhaber, gesprochen. Der findet Online-Marketing bei sich gar nicht falsch aufgehoben – ist sich aber unsicher, ob es die Mitarbeiter interessiert. Eine Mitarbeiterin hat er allerdings genannt, die seiner Ansicht nach da am ehesten Interesse ist.

  14. Zitiere einmal :
    Alianne
    Am 10. Juni 2008 um 09:48 Uhr

    Versuch doch zu analysieren, warum die ein oder andere Web-2.0-Geschichte voll durchgestartet ist, während andere nach einem kurzen Hype im Nichts verschwunden sind.
    Ich hab meine Dipl. seinerzeit über Second Life geschrieben und war mit meinen Zukunftsprognosen Gott sei Dank sehr vorsichtig. Denn ca. 1 Woche nach Abgabe hat dann alle Welt festgestellt, dass es eigentlich nicht wirklich taugt.

    Wenn es für Erfolg/Nichterfolg eine Art Gesetzesmäßigkeit gäbe wäre das interessant zu wissen. Ist aber ziemlich anspruchsvoll und ich weiß nicht, ob es machbar ist. Aber wenn, dann mag ich die auch lesen.

    nun DAS !

    ich kann nur staunen wie hochgebildete menschen die einfachsten prinzipien der „anpassung an neue umstände und gegebenheiten“ nicht verstehen und allzuschnell aburteilen :/

    Auch hintergründige angebote sich in irgendwelchen parteikram saugen zu lassen bringt mich zum staunen ;)

    Ausgerechnet das schlagwort Schwarzmarkt bringt euch in Second Life mitten in ein mittelprächtiges handelszentrum das gänzlich ohne subvention von realen geldern entstand….von einem laien !

    totgesagte leben länger,… der weg aber wird durch verleumdung hart

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