Keller-Klub ist nichts für Nichtraucher

Nichtraucherschutz? Nicht im Keller-Klub in Stuttgart. Klar, eigentlich gilt auch dort das gesetzliche Rauchverbot. Aber der Nichtraucherschutz leidet schon darunter, dass der Zugang zu den Toiletten nur über den Raucherbereich möglich ist.

Dazu kommt, dass dieser Raucherbereich vom Rest sehr schlecht abgetrennt ist. Es gibt einen Vorhang, der selten wirklich zu ist und eine Tür – die aber eigentlich immer offensteht. Wobei ich mir jetzt nicht mal sicher bin, ob da wirklich eine Tür war oder einfach nur so ein Durchgang.

Das alles ist ja schon alles andere als optimal, aber jetzt kommt’s erst richtig. Im Nichtraucher-Bereich qualmt an jeder Ecke einer. Ich hab einige Leute gestern Abend darauf angesprochen und sie in den Raucherbereich geschickt. Die ersten beiden gingen sofort mit ihrer brennenden Zigarette zum Raucherbereich.

Aber im Laufe des Abends schien es mir immer schwieriger – und gleichzeitig wurden es immer mehr Raucher. Einer, der sich gerade eine ansteckte, machte sie auf meinen Hinweis aus und stand danach erstmal ne Weile mit verschränkten Armen beleidigt da. Als er irgendwann später ging rief er mir noch „Du kannst mich mal“ ins Ohr. Aber getraut zu rauchen hat er sich offenbar nicht mehr.

Andere verdrehten die Augen oder sagten mir einfach direkt, dass es sie nicht juckt. Bin dann mal zum Barkeeper hin. Der sagte mir glatt, ich könne ja gehen und ignorierte mich ab da vollends. Es gibt noch eine zweite Theke da drin, also bin ich dann ziemlich sauer über die Reaktion des Barkeepers dorthin. „Wir können hier nicht hinter der Bar weg“, wurde mir gesagt.

Plötzlich kommt ein Typ von hinten, packt mich grob an und meint „Raus aus meiner Bar“. Ich stand einen halben Schritt weit drin, weil ich ja mit der Kellnerin redete. Aber wenn das seine Bar ist, dann sprech ich jetzt mal gleich ihn an. Er meinte, sie könnten da nichts machen. Sie seien ja auch nicht die Polizei. Und sie können das ja gar nicht überblicken.

Zwei Meter weiter zündeten sich gerade wieder zwei ne Zigarette an. „Aber die siehst du doch, oder?“ Daraufhin ging er hin, zeigte auf mich und redete mit ihnen. Klar, schiebt der mir noch den schwarzen Peter zu – als würde das Rauchverbot ohne mich nicht gelten.

Dass von den Besuchern da sauviele sich nicht an das Rauchverbot halten, kann man ja dem Keller-Klub nur relativ schwer anlasten. Aber wie das Personal damit umgeht, sehr wohl. Unter den Bedingungen wundert es nicht wirklich, dass viele Raucher es als legitim ansehen dort zu rauchen.

Es ist ja vom Personal schon fast erwünscht, hab ich den Eindruck. Und wenn man dann noch daran denkt, dass eben auch der Zugang zu den Toiletten nur über den Raucherbereich möglich ist und der auch nur sehr schlecht vom Rest abgetrennt ist, dann wird richtig klar wie ernst das Rauchverbot hier genommen wird.

Irgendwann war es mir echt zu viel. Meine Augen brannten, meine Laune war erheblich gesunken und jeden Raucher anzusprechen wäre sowieso in nem Vollzeit-Job geendet. Meine Klamotten jedenfalls stanken heute morgen so wie wenn ich die ganze Nacht im Raucherbereich gewesen wäre.

Ich werde mich informieren, wo man sich beschweren kann. Ich hab da jetzt echt die Schnauze voll.

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59 Responses to “Keller-Klub ist nichts für Nichtraucher”

  1. Viel Erfolg! Ich meide einfach die Orte, wo Stinker geduldet oder gefördert werden. Gut, dass ich weiß, dass ich mich im Keller-Club nicht blicken zu lassen brauche.

  2. Ich kenne den Keller-Klub und war ja auch schon hin und wieder dort, wenn auch nicht oft. Liegt nicht am Keller-Klub, sondern dass ich in letzter Zeit so selten weggehe ;o)
    Ich wußte bis dato aber auch gar nicht, dass es da getrennte (Nicht-)Raucherbereiche gibt! Mir ist nur aufgefallen, dass Richtung Toilette mehr rauchen als davor.
    Du hast Recht, dass da das Nichtraucherschutzgesetz nict eingehalten wird, aber auch wenn es scheiße klingt – der Barkeeper hat Recht… Wenn es Dir nicht passt, geh bitte woanders hin, es gibt wirklich viele Kneipen, die sich daran halten. Das ist nicht böse gemeint (ich selber bin ja auch inzwischen NR), aber ich vermute mal, dass der Keller-Klub sich grob ausgerechnet hat, mit welchem Publikum sie mehr Geld verdienen, um sich über Wasser zu halten – und ich, auch als NR wünsche mir, dass der Klub bestehen bleibt, da es nur einer der wenigen im Raum Stuttgart ist, der gute Musik laufen lässt.
    Und vor dem Gesetz waren Nichtraucher auch schon unterwegs.

    Dass das Gesetz nicht eingehalten wird, ist natürlich nicht gut. Aber ich war auch schon mal in einer anderen Keller-Disco, in der nicht geraucht wurde und die Mordsparty abging und ganz ehrlich: lieber Rauchgeruch als penetrant schwitzig stinkende Menschen – DAS ist wirklich eklig. Und egal wie es gehandhabt wird: wenn’s voll ist, stinkt’s einfach und die Luft ist dick.

  3. Ach so, was ich komplett vergessen habe: Dein Verhalten war durchaus okay und einwandfrei – das Personal hätte sich definitiv nicht so verhalten dürfen!
    Das muss man allerdings getrennt davon sehen, finde ich – denn das ist einfach nur schlechtes Benehmen. Aber wenn der Chef es schon so sieht, ist es auch klar, dass die Mitarbeiter auch so reagieren.
    Aber wenn man das Personal danach beurteilen und feuern würde, könnte man 85% der kompletten Gastro-Arbeitsplätze neu besetzen.

  4. Kiste, Laboratorium, Cassiopeia, Schocken…

    Das sind nur die, die mir auf den ersten Gedankenwurf einfallen – die haben auch gute Musik und da klappts mit der Luft.

  5. Ich hab jetzt eine offizielle Beschwerde eingereicht, die so wie ich die Seite verstehe, dann auch zu einer Anzeige führen wird:
    http://www.pro-rauchfrei.de/ge.....melden.htm

    @Rozana
    Es kann doch nicht sein, dass ich weggehen muss, wenn wir eine klare Regelung dazu haben, oder? Wenn jemand irgendwo zusammengeschlagen wird und das in der Gegend öfter vorkommt, sagt man ihm doch auch nicht, er solle da halt nicht hingehen, sondern versucht etwas gegen die Gewalt zu unternehmen und natürlich haben die Täter mit einer Anzeige zu rechnen (auch wenn es vielleicht trotzdem empfehlenswert ist, dort erstmal nicht mehr hinzugehen, aber damit ist die Sache ja nicht erledigt).

    Mir ist schon klar, dass jemanden zusammenschlagen und rauchen nicht das gleiche ist, aber es kann echt nicht sein, dass ich aufgefordert werde, woanders hinzugehen. Das Gesetz gilt nicht nur für die, die Lust haben, sich daran zu halten, sondern für alle.
    (Die Richtung ist übrigens durchaus die gleiche: Der eine tut etwas, das ihm Spaß macht und jemand anders muss dafür leiden.)

    Ich hab übrigens jetzt noch Kopfschmerzen davon und das Brennen in den Augen ist teilweise auch noch da. Dass ich den Keller-Klub künftig meiden werde, ist klar.

    Und was das Personal angeht: Wäre es schlimm, wenn 85 % der Gastro-Arbeitsplätze neu besetzt werden? Zumal ich nicht glaube, dass es so viele sind.

    @Heiko
    Danke für die Tipps! Wird sicher einige hier interessieren.

  6. Ich würd mich auch nicht beschweren; ich gehe da schlicht nie mehr hin und erzähle es tausend Leuten.

    Somit hast Du mit diesem Eintrag hier genau das Richtige gemacht.

  7. Interessanter Bericht. Leider geht es uns hier in Berlin derzeit nicht besser. Da es bisher noch keine Strafen gibt, kann man sich noch so viel beschweren (z.B. beim Ordnungsamt), den Wirten juckt das überhaupt nicht. Die sind sogar froh, wenn solche „Störenfriede“ einfach wegbleiben. Ich habe mich hier mal in so einem großen Center bei der Center-Leitung über ein Café beschwert. Die meinten dann, dass nicht mal sie selbst irgendwas unternehmen können.

    Bleibt also abzuwarten, was passiert, wenn endlich Strafen verhängt werden. Auf keinem Fall würde ich einfach wegbleiben. Genau das mussten Nichtraucher bisher immer machen.

  8. So, ich habe das Formular von Pro-Rauchfrei jetzt auch genutzt.

  9. Das Argument „dann geh‘ halt nicht mehr hin“ kann ich nicht mehr hören. Genauso das Pseudoargument, dass Rauch angeblich den Schweißgeruch überdeckt. So ein Quatsch. Wenn Menschen rauchen und schwitzen, stinken sie einfach doppelt. Dennoch ist mir Schweißgeruch in Bars und Discos weitaus lieber als Zigarettenrauch. Schweißgeruch bleibt nicht in meinen Klamotten hängen. Und damit kann man anderen Leuten keine Brandnarben zufügen.

    Was ist ein Gesetz wert, das nicht durchgesetzt wird? Das mit der Anschnallpflicht haben die Autofahrer auch erst gelernt, nachdem sie ordentlich zur Kasse gebeten wurden.

  10. Sympatexter: das mit dem Schweiß ist eben einfach meine Meinung. Du weißt selbst, dass ich Raucher war und vielleicht bin ich deswegen in der Richtung unempfindlicher, weil mich Raucher einfach weniger stören als nach Schweiß stinkende Menschen. Ist unter anderem auch ein Grund, warum ich nicht mehr so oft weggehe. Und nein, mit der Luft klappt es nicht zwingend besser, nur weil es „gesünder“ ist.

    Ja, ich finde auch, dass es nicht toll ist, das Gesetz zu „brechen“. Ich bin allerdings mit der Gastronomie groß geworden und kenne teilweise das Kneipenverhalten vom Gästen. Im Sommer ist ja alles weniger das Problem, aber wenn Menschen davon leben müssen, dass ihnen ihre Gäste treu bleiben, finde ich das Gesetz nicht zwingend „sozial“ – wäre das Gesetz vor ein paar mehr Jahren rausgekommen, hätte meine Mutter ihr Restaurant schließen können.
    Es gibt halt ein paar kleine Kneipchen usw., die einfach schnucklig und irgendwie kultig sind und leider auch nicht gerade die Möglichkeit haben, getrennte Räume aufzuweisen, die dann einfach den Bach runtergehen. Und das finde ich nicht gut und sage mir dann eben, dass es genügend andere Kneipen gibt, in denen nicht geraucht wird und auch gute Musik läuft. Siehe Eintrag oben irgendwo.

    Ich hoffe, ich werde jetzt hier nicht an den Pranger gestellt…

    PS: Meine Tante führt noch ein Vereinsheim und seit dem Nichtrauchergesetz geht der Laden schlichtweg den Bach runter, weil die Hobbysportler sich nicht mehr dazu verleiten lassen, in gemütlicher Runde nach dem Training noch ein Zigarettchen zu rauchen, ne Kleinigkeit zu trinken oder noch was zu essen.
    Klingt scheiße, aber das ist/war eben ihr Lebensunterhalt – Nichtrauchergesetz hat eben auch seine Schattenseiten.

  11. Allgemein: Ich halte es für sinnvoll sinnlose Gesetze zu brechen, und werde mich weiterhin bemühen dies zu tun.

    Speziell: Ist das Nichtrauchergesetz in aktueller Form sinnlos? Vielleicht nicht Sinnlos… Wenn sich allerdings Inseln bilden auf denen es umgesetzt wird und andere, wo es nicht umgesetzt wird, dann scheint es auf jeden Fall nicht völlig an die Wirklichkeit zu passen. Zynisch gesagt: Es ist weltfremd anzunehmen, dass jmd. ein Rauchverbot umsetzt, dass ihm den Lebensunterhalt nimmt.

    Ansonsten: Ich bin Nichtraucher, und denke, dass es zu den Softskills unserer Gesetze gehört, Gesetze nicht in voller Konsequenz umzusetzen.

    @Henning: Wieso regst du dich so auf? Du magst denn Laden doch so oder so nicht. Geh nicht mehr hin.
    P.S.: Petze

    P.P.S.: Zerfetzt mich

  12. Ich finds auch übertrieben im ganzen Laden rumzurennen und sich zu beschweren. Einfach weil es klar ist, dass man sich nur ärgert und den Abend versaut.
    Ich hätt mich bei der Bedienung beschwert und dann merkt man ja recht schnell wie das in dem Laden gehandhabt wird. An meinem Tisch oder mit gegenüber hätt ich die Raucher gebeten in den Raucherbereich zu gehen für ihre Kippe. Aber ansonsten ist mir das zu „militant“.
    Gut, ich hätt es vermutlich auch gebloggt und damit eben negative Mundpropaganda gemacht. Keller-Klub wäre jetzt für mich auch gestorben.

  13. Weil ein paar über rote Ampeln fahren sollten wir jetzt einfach alle roten Ampeln abschaffen?

    Nö.

    Wenn eine Kneipe Umsatzeinbußen hat, weil eine andere Kneipe Gesetze bricht, dann ist das unlauterer Wettbewerb und gehört auch als solcher vor Gericht.

    Ansönsten könnten wir auch Schnaps an 10-jährige ausgeben. Machen andere ja schließlich auch.

  14. Michael

    Bei all dem Beschweren sollte auch nicht vergessen werden, dass an eben diesem Abend eine Menge Leute (auch Nichtraucher wie ich es bin) viel Spaß hatten. Aber wenn ein politisch engagierter Mitbürger als Quintessenz eine mögliche Anzeige erzielen möchte, ist das ok. Man kann jedoch froh sein, dass hier keine Raucherclubs Einzug gehalten haben (vgl. Bayern), die eben auch von Nichtrauchern eine Gebühr verlangen, um in gute Clubs, Kneipen etc. zu kommen.
    Im übrigen war die junge Frau an der Garderobe wahnsinnig schön :) Es gibt also auch die schönen Dinge des Lebens …

  15. @ Rozana: Dass die Gastronomie wegen des Nichtraucherschutzes den Bach runter geht, halte ich für Propaganda der Raucherfraktion. In den Ländern, die vor Deutschland Nichtrauchergesetze eingeführt haben, ist dies auch nicht passiert. Ganz im Gegenteil – die Umsätze und Beschäftigungszahlen sind sogar gestiegen. Denn eigentlich ist die Rechnung ganz einfach. Es gibt mehr Nichtraucher als Raucher (Deutschland: 27%). Wenn die Raucher die Gastronomie meiden, kommen mehr Nichtraucher und gleichen den Wegfall aus.

  16. @Sympatexter.
    In der Tabelle, die ich sehe, sind es leider fast die Hälfte an Rauchern, die potentielle Weggänger sind, wenn wir es mal auf die Kneipen usw. beziehen und ich glaube, die Zahlen sind hier relevanter:

    Anteil der Raucher in Deutschland

    Anteil der Raucher in Deutschland nach Alter und Geschlecht [29]
    Alter Männer Frauen
    18-19 53,7% 48,4%
    20-29 47,4% 42,6%
    30-39 49,1% 41,0%
    40-49 40,1% 30,9%
    50-59 31,1% 19,7%
    60-69 18,3% 12,0%
    70-79 16,3% 10,0%

    Erst ab 40 geht es wieder runter mit den Zahlen, aber diese Altersgruppen wirst Du auch seltener antreffen als die Jüngeren.

    Neue Kneipen haben den Riesenvorteil, dass sie sich vorab schon überlegen können, wie sie das NRG umsetzen können. Im KellerKlub allerdings kann ich es mir irgendwie nicht ganz vorstellen. Um auf’s Klo zu gehen, muss der NR durch den Raucherbereich. Super. Da lacht die Lunge. Ist doch genauso beschissen. Aber eine andere Lösung wüsste ich vom Aufbau her dort auch nicht. Und lieber habe ich als NR einen „KellerKlub“ als gar keinen.

    Seit das Oblomov diese komische Scheibe zur Trennung da hat, ist es dort alles andere als schnucklig, mir gefällt es da nicht mehr, also gehe ich da nicht mehr hin. Klar, andere tun’s dafür.

    Außerdem, seitdem die ganzen Leute draußen rauchen müssen (was ja auch absolut in Ordnung ist!), kommst Du nicht drumrum, trotzdem Passivraucher zu bleiben, wenn Du die Theodor-Heuss entlang gehen willst. Zumal weil es rappelvoll ist und da halt trotzdem alle quarzen. Ist mir am Freitag aufgefallen und da war nicht mal „Bombenwetter“.
    Soll das jetzt draußen auch verboten werden? In der Stadtluft, die eh verpestet ist? Da weiß man ja schon gar nicht mehr, wo man anfangen und aufhören soll.

  17. Generell stellt man immer wieder fest: Die meisten Ex-Raucher unterscheiden sich in ihrer Rauchempfindlichkeit erheblich von den Schon-immer-Nichtrauchern. In solchen Diskussionen reden sie aber gerne davon, dass sie als Nichtraucher das alles anders sehen. „Schwierig“, mal vorsichtig formuliert.

    @Rozana
    Das Nichtraucherschutzgesetz umsetzen ist ganz einfach. Rauchen im ganzen Lokal verbieten. Ein abgetrennter Raucherraum wird da nicht gefordert, sondern ist eine freiwillige Entscheidung des Wirts.
    Die Zahlen von dir oben belegen, dass in JEDER Altersgruppe die Nichtraucher in der Mehrheit sind. Obwohl es mir schon komisch vorkommt, dass es immer in Zehner-Schritte eingeteilt wird und nur die Gruppe (18-19), die den größten Raucheranteil hat, nochmal extra aufgeführt wird. Ohne diese erste Zeile würde die Tabelle nochmal ganz anders wirken.

    Stichwort Schweiß: Erstens hab ich wie auch Sympatexter lieber Schweißgeruch. Zweitens rieche ich auch in rauchfreien Lokalen den Schweiß eher selten. Drittens brennen vom Schweiß meine Augen nicht. Viertens verursacht der Schweißgeruch keine Kopfschmerzen. Und fünftens ist er soweit ich weiß auch nicht gesundheitsschädlich.

    Draußen in Menschenmengen rauchen: Find ich auch nicht schön. Aber es zieht immerhin sofort ab und es konzentriert sich nicht in der Luft. In geschlossenen Räumen hast du ja alles, was den ganzen Abend so weggeraucht wurde, in der Luft. Draußen nur den aktuellen Rauch.

    Ach ja, Stichwort Lebensunterhalt verdienen: Asbest wurde auch verboten, obwohl damit Menschen ihren Lebensunterhalt verdient haben. Mit dem Argument kann man ALLES erlauben. Auch Auftragskiller.

    @Michael
    Ist ja schön, dass es dich nicht stört. Ist ja auch in Ordnung. Aber die Menschen vertragen Rauch halt unterschiedlich gut.

    @G.
    Sinnlose Gesetze brechen ist gut? Hm, toll, hält nur jeder was anderes für sinnlos. Sprich: Jeder kann machen, was er will. Er muss nur ein Gesetz für sinnlos halten und dann braucht er sich nicht daran zu halten.
    Von daher ist es auch völlig in Ordnung, wenn Menschen klauen (die verdienen schließlich ihren Lebensunterhalt damit).

    @Robin

    Ich finds auch übertrieben im ganzen Laden rumzurennen und sich zu beschweren. Einfach weil es klar ist, dass man sich nur ärgert und den Abend versaut.

    Ich habe einen Teil der Leute in meiner Nähe angesprochen und ansonsten das Personal. Tische gibt’s da übrigens nicht.
    Und mit dem Ärgern und dem versauten Abend: Das kam doch schon durch den Rauch. Wurde durch die Reaktionen des Personals dann noch heftiger, aber der Rauch hat mir schon genug die Laune verdorben.

    Übrigens, zwei Links zum Thema:
    Informationen zum Landesnichtraucherschutzgesetz (LNRSchG) von der Stadt Stuttgart für Gastwirte (PDF)
    – Artikel der Stuttgarter Nachrichten: Sechs Monate rauchfrei: Städte planen mehr Kontrollen (18.02.2008)

    Wollte noch den Link zum Gesetzestext hier einfügen, aber den hab ich mir gestern Abend wohl irgendwie doch nicht gebookmarkt.

  18. @Henning
    wie weit sehe ich es denn anders als „Ex-Raucher“?
    Mich stört es einfach nicht und wenn doch (es kommt ja auch auf die Tagesstimmung an), gehe ich einfach.
    Ich kann halt auch irgendwie die Raucher-Seite verstehen.

    Die Zahlen, die ich da genannt habe, habe ich 1:1 aus Sympatexter’s Link rausgenommen, ergo mit ihrer Quelle gearbeitet, mehr nicht.

    Zum Thema Schweiß: habe ich doch schon gesagt: Schweiß ist gesünder als Rauch, das steht doch außer Frage. Aber ich stehe lieber neben einem Raucher als neben einem stinkenden Menschen, der das Wort Deo nicht einmal buchstabieren kann. Und Du hast Recht, Menschen reagieren unterschiedlich auf Rauch: MIR brennt er nicht in den Augen, ICH krieg keine Kopfschmerzen davon und obwohl meine Klamotten danach nach Rauch stinken, nach einem Discobesuch (Rauch oder nicht Rauch), kommen sie so oder so IMMER in die Wäsche.
    Daher habe ich auch kein großes Problem damit. Da stören mich die Nebelmaschinen in den Discos auch mehr, da stört mich der Hefegeruch in der Stadt abends mehr, und der Straßensmog auch. Und der ist auch nicht gesund. Aber ich wohne dafür auch nicht mitten in der Stadt. Da bevorzuge ich die frische Luft vom Kaff mehr.

    Ist es nicht sogar nachgewiesen worden, dass nichtrauchende Stadtbewohner die gleiche schwarze Lunge haben wir Raucher? Ich meine da mal was gehört zu haben.

    Generell:
    Ich habe kein Problem mit dem Nichtraucherschutzgesetz. Und ja, es wäre prima, wenn sich alle daran halten würden. Und auch wenn ich rauchen würde, hätte ich kein Problem damit, rauszugehen. Auch als Raucher habe ich es damals immer gemieden, meine Nichtraucher-Mitmenschen vollzuquarzen. Man muss aber auch dazu sagen, dass viele Kneipen und Restaurants das NRG doch auch einhalten. Und die paar wenige, die es nicht machen…? Über die sind dann die Nichtraucher pikiert, weil sie genau daaaa hin wollen. Und wieso?

    Wenn es doch mehr Nichtraucher als Raucher gibt, wieso sammeln sich die Nichtraucher mal nicht und boykottieren? Dann würde der Laden doch Verluste machen, oder?

  19. PS: ich meine auch nicht Lokale im Sinne von Restaurant usw. Da riecht man keinen Schweiß. Ich rede von Discos und Kneipen, wo die Menschen aneinandergepfercht rumstehen, tanzen und dann selbstverständlich auch ins Schwitzen kommen. Gerade in solchen Locations wie Keller-Klub, wo es auch keine Lüftung gibt. Der Rauch macht’s nicht besser, aber er übertüncht für mich den Schweißgestank.
    (Aber kann sein, dass ich, was Schweiß angeht, auch sehr empfindlich reagiere.)

  20. @Henning:
    1.Willst du das jetzt wirklich auf ne Freiheitsdiskussion runterbrechen? Spätestens da versagt die Analogie zwischen Rauchern und Dieben nämlich kläglich.
    Auch stehlen muss erlaubt sein, wenns zum Beispiel um Mundraub geht.
    2. Es gibt sogar ein Gesetz, dass es dem Staat verbietet sinnlose Gesetze zu erlassen. Und das ist wichtig! Das hält ihn natürlich nicht davon ab es trotzdem zu tun.
    3. Das Nichtraucher auch Schutz bedürfen stelle ich nicht in Frage. Nur ist die Frage in weit unser sowieso völlig überregulierter Staat den Wirten vorschreiben dürfen soll, wie sie ihre Läden führen, bzw. was sie gern für ein Publikum hätten. Was ist eigentlich mit der Freiheit des Wirtes.
    4. Selbstevident: Wären Nichtraucher die besseren Kunden gäbe es von vornerein mehr Nichtraucherläden. Mit einem kleinen Apfelschorle kann aber kein Wirt rechnen.

  21. Ich habe mal bei einem Arbeitgeber gearbeitet, der das Rauchen im Büro erlaubt hatte (er war selbst Raucher). Allerdings gab es dann keine Nichtraucher-Büros mehr und die Nichtraucher haben sich dann beschwert, weil sie ja (jetzt mal im Gegensatz zu Discobesuchern) keine Wahl haben, ob sie zur Arbeit gehen oder nicht (bzw. höchstens unter Verlust ihres Jobs!!).

    Auf die Beschwerde der Nichtraucher kam dann die schriftliche Antwort, dass dies ein „tolerantes Unternehmen“ sei und man eben den Rauchern das Rauchen nicht verbieten möchte. Danach noch der Zusatz, dass wir schließlich auch in Duisburg wohnen und hier die Luft so verpestet ist, dass alle, die sich über den Rauch beschweren schließlich auch nicht mehr auf die Straße gehen sollen.

    Ich kann das mit den brennenden Augen, den Kopfschmerzen und den stinkenden Klamotten auf jeden Fall nachvollziehen. Zumal ich selbst mal in einer kleinen Disco gearbeitet habe, wo am Abend gefühlte 50.000 Kippen auf 50 m² geraucht wurden…

    Es geht jedenfalls in dem Gesetz um Toleranz UND Freiheit, nämlich, dass sich die Nichtraucher aussuchen können, wo sie hingehen und die Raucher sich einschränken müssen, weil es schließlich die Raucher sind, die etwas tun, was nicht nur sie selbst, sondern auch andere gefährdet. Volker Pispers beschreibt es überspitzt mit den Worten, dass sie Selbstmordattentäter sind – weil sie sich und anderen schaden.

    Es gibt in Deutschland übrigens auch Millionen an Kiffern. Sollen die jetzt auch in der Öffentlichkeit rauchen dürfen?

    Und natürlich ist es Scheiße, wenn Wirte an dem neuen Gesetz zugrunde gehen. Aber wir leben in einer freien Marktwirtschaft, das bedeutet, dass die, die flexibel sind, überleben und der Rest stirbt halt. Darwinismus. Es beschwert sich ja auch keiner, dass unsere Innenstädte immer mehr verkommen und es nur noch 1€-Läden neben Sex-Shops neben Spielhallen gibt (z.B. in Oberhausen, wo das CentrO. eröffnet hat) – hat da wer die Ladenbesitzer gefragt? „Du kannst ja deinen Laden im CentrO. aufmachen.“ Klar, wo die Mieten 5mal so teuer sind wie in der alten Innenstadt…

    Ich persönlich finde übrigens an Discos/Kneipen viel schlimmer, dass die Besoffenen meist extrem besoffen sind, einen versuchen anzugrabbeln und dumme Sprüche machen. Von mir aus kann man Alkohol in der Öffentlichkeit gleich mitverbieten. Aber damit stehe ich wohl alleine da :).

  22. zum Thema Rauchen am Arbeitsplatz:
    Ist scheiße und gehört verboten, vor allem bei offenen Büros – ist aber in meinen Augen definitiv NICHT mit einer Freizeitbeschäftigung, einer Disco in dem Fall, vergleichbar.
    Der Chef ist eben einfach ein Depp. Punkt.
    Mein Chef erlaubt das Rauchen draußen vor der (Neben-)Tür, und alle Nichtraucher erhalten einen Urlaubstag extra als Ausgleich für die vielen kleinen 5 Minuten. Immerhin mehr als paar andere Chefs…

    Ich frage mich dann allerdings, warum Du in einer Disco gearbeitet hast, wenn es Dich so gestört hat? DAS kann ich nicht ganz nachvollziehen.

    Das mit dem Alkohol wird auch irgendwann kommen und dann sind wir in Amerika, wo der Alk drinnen und die Kippen draußen konsumiert werden. Aber beim Alkohol werden meistens gesundheitlich keine anderen hineingezogen, das ist ja dann ok ;o) Und Alk bringt halt eben doch noch mehr Geld ein als ’ne Apfelschorle – außerdem würde sich Bayern ganz schön aufregen, dass ich Grundnahrungsmittel als „böse“ bezeichnet wird.

    Zurück zum Thema:
    Henning, gibt es eigentlich schon eine Reaktion auf Deine Beschwerde?

  23. @rozana:
    Ich wollte nicht den Arbeitsplatz mit einer Freizeitbeschäftigung vergleichen, sondern nur, dass der Chef es als „tolerant“ sah, den Rauchern das Rauchen nicht zu verbieten und somit nicht einsieht, dass die Nichtraucher geschützt werden müssen. Mit dem extra Urlaubstag finde ich eine klasse Idee – auch als Anreiz, dass man selbst zum Nichtraucher wird.
    Dann hat man auch nicht das Gefühl, als Nichtraucher ständig benachteiligt zu sein.

    Warum ich in einer Disco gearbeitet habe? Weil ich vormittags/mittags zur Schule gegangen bin, nachmittags in einem Naturwarenladen gearbeitet habe und dann eben für abends nur noch die Disco übrig blieb. Im Übrigen habe ich dort dann auch gekündigt und in einem Restaurant angefangen, wo das Ganze dann in Ordnung war. Leider kann man sich nicht immer aussuchen, wo man arbeitet und grundsätzlich steht jedem ein rauchfreier Arbeitsplatz zu.

    Dass Trinken und Rauchen zwei unterschiedliche Sachen von der Passivwirkung sind, ist mir bewusst. Dennoch hab ich keine Lust, mir von besoffenen Typen an die Brust fassen zu lassen oder mir Bier von schwankenden Leuten über das Shirt kippen zu lassen. Ich will es auch nicht verbieten lassen, ich meide eben solche Lokalitäten.

    Und als ich in England (wo man auch drinnen nicht rauchen darf) war, standen sogar die Nichtraucher draußen an den Rauchertischen, weil da eben die „wahre Party“ war, während drinnen fast gähnende Leere herrschte…

  24. @ G: Den Tatbestand des Mundraubes gibt es in Deutschland seit 1975 nicht mehr.
    In jeder Disco und in jedem Restaurant gibt es zahlende Nichtraucher. Es reicht ein einziger Raucher und das Lokal ist kein Nichtraucherladen mehr und um den Anwesenden die Lust und Luft zu verderben. Da laut Statistik die Nichtraucher in der Mehrheit sind, müsste man also nur relativ wenige Raucher aus den Discos und Restaurants für die Zigarettenpause vor die Tür setzen. Das bringt die Raucher nicht um und erfreut die Nichtraucher. Lieber laufe ich kurz am Eingang durch die Dunstschwaden, als mich innen permanent dem Gestank auszusetzen. Da Rauchen und Alkoholkonsum meines Wissens (und meiner Erfahrung) nach nicht korrelieren, zieht auch das Argument mit der Apfelschorle nicht (das ich zugegebenermaßen zwar nicht ganz verstanden habe, aber ich vermute, es ging in diese Richtung).

    @ Rozana: Zum Thema Straßensmog: Wird jetzt etwa damit argumentiert, dass nur weil es einen schlimmeren (?) Sachverhalt als das Rauchen gibt, man die Nichtraucher nicht mehr zu schützen habe? Von einem Auto überfahren zu werden ist wahrscheinlicher, als als Nichtraucher an Lungenkrebs zu sterben. Dürfen mich Raucher aus purem Egoismus deshalb trotzdem diesem Risiko aussetzen? Es gibt immer ein noch größeres Risiko – aber das als Argument aufzuführen, ist wie mit dem Finger auf andere zu zeigen („aber die tun ja auch nichts!“) und somit von seiner eigenen Verantwortung abzulenken. Und natürlich darf ich mich über das Passivrauchen beschweren, obwohl ich in einer Smogzone lebe. Hier müssen die Sachverhalte einzeln betrachtet und dürfen nicht gegeneinander aufgewogen werden. Und es ist auch die Pflicht der Politik, sich nicht nur um die größten Übel zu kümmern, sondern auch für die Optimierung im (vermeintlich) Kleinen zu sorgen.

  25. Ohje. Ich war hier neulich btw in einer Art Hafenbar (Kaschemme ist eigentlich passender); da hat sich auch keiner ans Rauchverbot gehalten. Ich finde das gut. Ich bin überhaupt ein Fan der Privatautonmie. Wer rauchfreie Kneipen haben will, soll welche eröffnen. Gesetzlich regeln muss und sollte man das nicht.

  26. @ Sympatexter: Das Mundraubgesetz diente zur Illustration, kannst auch den Notwehrparagraphen nehmen… ansonsten: wie Niels

  27. @ G: Privatautonomie setzt voraus, dass menschliche Handlungen auf Vernunft beruhen. Ich kann dem Rauchen nichts Vernünftiges abgewinnen. Wie auch so einige Raucher, die ich kenne und die selbst sagen, dass Rauchen eigentlich total unvernünftig ist. Nun ist es trotzdem jedem Menschen gestattet, in seinem persönlichen Raum (bis zu gewissen Grenzen) so unvernünftig sein zu dürfen, wie er will. Er kann rauchen, kiffen, sich betrinken usw. Aber sobald er seinen persönlichen Raum verlässt und mit anderen Menschen zusammenkommt, gibt es engere Grenzen. Vernünftige Menschen sind sich dieser Grenzen bewusst und überschreiten sie aus Höflichkeit nicht. Andere sind ganz offensichtlich beratungsresistent. Wegen diesen Leuten werden Gesetze wie z.B. das Nichtraucherschutzgesetz eingeführt.
    Dann sagen andere, dass der Staat total überreguliert ist und schon wieder ein sinnloses Gesetz eingeführt hat, das kein Mensch braucht. Aber ganz offensichtlich werden solche Gesetze gebraucht, denn die Vernunft kann sich nicht immer aus eigener Kraft durchsetzen.

  28. Trommlerin

    Ja, Sympatexter, sehr gute Darlegung!

  29. @Sympatexter: Die Voraussetzungen für dein Argument stimmen nicht. Es ist für Privatautonomie völlig unerheblich, ob die Handlung auf Vernunft beruht oder nicht. Die Frage ist schon eher wessen Raum es ist, der hier reguliert wird. Und da der sich häufig in Privatbesitz befindet, finde ich das Gesetz überreglierend. Die Mindestaussage die zu treffen ist, ist dass ein Gesetz, dass nicht zwischen angepachtetem Raum und Privatbesitz unterscheidet nicht an die Realität angepasst ist. Dazu kommt noch, dass das Gesetz ja offiziell zum Ziel hat die Mitarbeiter zu schützen. Aus dem nichts kommen die plötzlich auf die Idee.. Es ist nicht so als hätte sich die Gastro-Gewerkschaft beschwert oder so. Von jetzt auf nachher ist der Schutz von Nichtrauchern, die in der Gastronomie arbeiten wichtig. Das ist verlogen. Das Ziel ist ein anderes. Ich könnte mir vorstellen, dass da die Krankenkassen als eigentliche Strippenzieher dahinterstecken. (

  30. Privatautonomie

    Eine Gaststätte oder eine Disco mag sich im privaten Besitz befinden, ist aber dennoch ein öffentlicher Raum. Als solcher muss der Raum sich auch den Gesetzen unterwerfen. Der Kellerklub ist im Gegensatz zur Wohnung nicht unverletzlich. Die Motive oder die „Strippenzieher“ hinter dem Gesetz sind irrelevant. Selbst wenn die Krankenkassen „dahinter stecken“ sollten, mindert es nicht den Wert, den dieses Gesetz für Nichtraucher hat. Das Motiv ist egal, was zählt ist das Ergebnis.

    Ob das Gesetz tatsächlich aus dem Nichts kommt, wage ich zu bezweifeln. Da müsste ich mich noch näher informieren, aber es kommt relativ selten vor, dass die Politik ein Gesetz aus dem Nichts verabschiedet. Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass da von Beschäftigen Druck ausgeübt wurde. Warum ist es verlogen, wenn der Schutz von Nichtrauchern in der Gastronomie plötzlich wichtig ist? Nur weil das vorher nicht wichtig war, heißt das nicht, dass das ein akzeptabler Zustand war. Und nur weil sich die Raucher daran gewöhnt haben, heißt das nicht, dass ihnen das Recht, andere in der Gastronomie passiv zu berauchen, weiter zusteht.

    Mir scheint, einige Raucher muss man zu ihrem Glück schlagen und sind selbst dem Argument ihrer eigenen Gesundheit nicht zugänglich. Das nochmal zum Thema Vernunft.

  31. Das Motiv eines Gesetzes sei egal, was zählt ist das Ergebnis? Das sehe ich anders. Besonders leicht lässt sich das am Stichwort Vorratsdatenspeicherung sehen. Oder auch jedem anderen Gesetz zur Terrorabwehr, die die Musikindustrie jetz aber nutzen und damit unsere Rechtskanäle verstopft. Ein Gesetz dessen offizieller Zweck es ist Mitarbeiter in der Gastronomie zu schützen maht sich selbst lachthaft indem es Raucherzonen zuläst. Denn auch in diesen Raucherzonen muss gearbeitet werden. Zumal die Raumtrennung oft eine Abschottung ist, die das Problem noch intensiviert.

    Niemand hat behauptet das der Kellerklub unverletzlich ist. Aber NUR öffentlicher Raum sind Clubs und Bars eben nicht. Und wenn jmd. rauchendes Publikum haben möchte, sollte er die Freiheit dazu haben dies zu tun.

    Mir scheint es darf dir völlig egal sein ob jemand rauchen will oder nicht, und du musst ihn nicht zu seinem Glück schlagen. Das ist genau die Art von Terminologie, die Raucher dämonisiert, und die einen feuchten Dreck auf Selbstbestimmung gibt. Ich halts da eher mit Voltaire: Ich bin aus Überzeugung kein Raucher, aber wenn du einer sein willst, werd ich das verteideigen (den Zusatz -mit meinem Leben- spar ich mir hier.. zu polemisch)!

  32. Rauchen ist keine Einmannveranstaltung. Seiner Selbstbestimmung darf jeder folgen, aber sobald er damit auch nur einer einzigen Person schadet, hat seine Selbstbestimmung Grenzen. Daher verstehe ich nicht, warum wir überhaupt diese Diskussion überhaupt führen. Denn Raucher schaden anderen. Dass sie sich selbst schaden, kann man dabei komplett vernachlässigen, denn diese Schädigung ist selbst gewählt (wobei man das oft auch in Frage stellen kann, da die meisten Raucher aus Gruppenzwang angefangen haben und später aufgrund der Sucht nicht mehr aufhören können. In diesen Fällen ist mal wieder keine Vernunft im Spiel).
    Warum würdest du es verteidigen, wenn jemand ganz egoistisch anderen bewusst Schaden zufügen will? Denn mittlerweile dürfte jeder wissen, dass Passivrauchen schädlich ist. Und ein Raucher stellt dann, z.B. in einer Disco, seinen Genuss über das Recht anderer auf körperliche Unversehrtheit. Das kann und darf nicht sein. In was für einer Gesellschaft würden wir leben, wenn das gängige Praxis wäre?
    Ich stelle nicht das Rauchen generell in Frage. Das darf jeder tun – z.B. in seiner Wohnung oder auf der Straße. Aber, wie gesagt, wenn auch nur eine einzige Person damit belästigt oder geschädigt wird, wird das Rauchen inakzeptabel.

  33. Ich kann mich als Nichtraucher doch einfach dahin begeben wo nicht geraucht wird. Kulturell gesehen gehört nun mal zum Diskobesuch Alkohol und Nikotin… Die Frage ist, wo das alles aufhört. Alkohol ist mind. so schädlich wie Nikotin und trotzdem trinken wir ihn.. noch… Denn.. Eine Person schadet mir wenn sie Alkohol konsumiert auch, denn sie trägt dazu bei, dass meine Gesundheitskasse (man beachte den Euphemismus) Schaden davon tragen kann. Ergo weniger Aufwendung an Geld für meine Gesundheit… Man öffnet ein Fass ohne Boden wen man diese Argumentation verfolgt.
    Ich verteidige es nicht, wenn jmd. jmd. anderem Schaden zufügen will. Aber es stand ja auch vor dem Gesetz jedem frei einen Nichtraucherladen zu gründen. Offensichtlich war das kein Erfolgskonzept.
    Später (morgen) mehr.. keine Zeit..

  34. Dennis

    Anscheinend gehören Sie, Ihrem Text nach zu urteilen, auch garnicht in den Keller Klub.

    Viel Spaß mit der Kleinbürgerlichkeit.

  35. Schließe mich Dennis an. I.d.R. besucht Mensch doch Klubs in denen einem das Publikum und Musik zusagen. Verstehe nicht was sie in diesem verloren hatten.

    Übrigens: eine Frau hinter der Bar ist auch, wie ihre männlichen Kollegen, eine Barkeeperin und nicht Kellnerin. So etwas nennt man männlichen „Chauvinismus“.

  36. Isabelle

    Ich muss sagen, dass mich die Diskussion sehr erstaunt.
    Als Nichtraucherin und (gelegentliche) Besucherin des Keller Klubs sind mir seit dem Rauchverbot selbst nie Leute aufgefallen, die außerhalb des Raucherbereichs geraucht hätten, und selbst wenn es so gewesen wäre: Ich hätte mir deswegen nicht selbst den Abend versaut und Polizei gespielt. Übrigens: den kurzen Weg zur Toilette hab ich auch überlebt.
    Der Laden hat übrigens definitiv eine Lüftung. Der verdanke ich nämlich höchstwahrscheinlich meine letzte Erkältung.
    Was ich aber wirklich schlimm finde, ist es, andere Menschen, die gegen ein Gesetz verstoßen, dessen Verfassungsmäßigkeit noch immer nicht durch die Verfassungsgerichte überprüft ist, zu denunzieren. Das weckt bei mir ungute Erinnerungen an die Zeit zwischen 1933 und 1945. Damals wurden jede Menge unrechtmäßiger Gesetze erlassen, gegen die es zu verstoßen geradezu Bürgerpflicht gewesen wäre! Weiter bitte ich die Damen Denunziantinnen und die Herren Denunzianten zu bedenken, dass sie mit ihrem Verhalten persönliche Existenzen aufs Spiel setzen. Die Rechnung dafür werden wir alle auf unseren Gehaltsabrechnungen als erhöhte Arbeitslosengeldbeiträge finden.
    Niemand wird gezwungen, ein Lokal zu besuchen, dass ihr/ihm nicht gefällt. Mein Eindruck ist, dass die Beschwerdeführer(innen) keinerlei Affinität zu der im Keller Klub gespielten Musik haben und sich wenig darum scheren, ob es in Stuttgart weiterhin Auftrittsmöglichkeiten für vielversprechende Bands geben soll. Es scheint vielmehr darum zu gehen, der ganzen Welt den eigenen Willen aufzuzwingen. Insoweit fühle ich mich schon wieder an die Zeit von 1933 bis 1945 erinnert.
    Darum frage ich mich: Warum muss so viel Rechthaberei sein? Warum nicht die Raucher unter sich lassen, wenn man sich am Rauch stört? Für Leute, denen beim Ausgehen vor allen Dingen wichtig ist, dass nicht geraucht wird, gibt es wahrlich genügend passende Lokale.
    Mir geht es beim Ausgehen um gute Musik und entspannte Mitmenschen. Beides finde ich im Keller Klub. Und zu Zeiten, als dort das Rauchen noch nicht verboten war, hat mich das bisschen Rauch auch nicht vom Hingehen abgehalten. Die Abgase an Stuttgarts Hauptstraßen empfinde ich (als Dauerbelastung) weitaus unangenehmer als etwas Rauchgeruch in Klamotten, die sowieso in die Waschmaschine kommen.
    Seid einfach mal etwas toleranter und lasst andere Menschen für sich so leben, wie sie leben möchten. Ihr müsst ja nicht mit ihnen den Abend verbringen!

  37. Ich schütte gerne anderen Leuten Bier in den Kragen.

    Das werde ich in Zukunft auch überall machen. Schadet schließlich niemandem, und den Biergeruch kann man ja rauswaschen. Und wer sich beschwert, der soll gefälligst etwas mehr Toleranz gegenüber den ohnehin schon schwer diskriminierten Bierschüttern zeigen.

    Und wer kein Bier im Kragen haben möchte, der soll gefälligst woanders hingehen.

  38. @ Isabelle: Rauchen als Bürgerpflicht. Als Widerstand gegen die Obrigkeit? Aha. Oje.
    Natürlich werde ich nicht gezwungen, ein Lokal zu besuchen, in dem geraucht wird. Ganz im Gegenteil. Ich als Nichtraucher werde gezwungen, es NICHT zu besuchen.
    Dass das Rauchverbot Existenzen bedroht, wird von anderen Ländern, die vor Deutschland ein flächendeckendes Rauchverbot eingeführt haben, nicht bestätigt.
    Das Rauchverbot mit Gesetzen aus dem Nationalsozialismus zu vergleichen, finde ich ganz schön unglücklich. Ich würde gerne wissen, wo du da die genaue Verbindung siehst.

    @ Heiko: Ich argumentiere mir da einen Wolf und dann kommst du daher und triffst den Sachverhalt dermaßen pointiert auf den Kopf… ;-)

  39. Isabelle

    @ Sympatexter: Schade, dass es dir an der Fähigkeit fehlt, meinen Beitrag genau zu lesen und zu verstehen. Weil ich (auch dank dem sehr gelungenen letzten Wochenende im Keller Klub) gut gelaunt bin, versuche ich, es dir noch einmal zu erklären.

    Ich habe keineswegs das Rauchen als Bürgerpflicht bezeichnet. Ich rauche ja selbst auch nicht. Vielmehr habe ich Widerstand gegen unrechtmäßiges Handeln des Staates als Bürgerpflicht behandelt. An diesem Widerstand hat es beispielsweise zwischen 1933 und 1945 gefehlt. Zur Art des Widerstandes habe ich mich nicht geäußert. So viel möchte ich aber sagen: Solange ein Rechtsweg besteht, soll er zunächst ausgeschöpft werden. So haben es auch einige Gastwirte getan und haben in anderen Bundesländern schon Teilerfolge erzielt. Diese Vorgehensweise heiße ich ausdrücklich gut.

    Ich als Nichtraucherin fühle mich übrigens nicht gezwungen, den Keller Klub nicht zu besuchen. Wäre ich fanatische Anti-Raucherin wie du oder der Initiator dieser Seite, sähe die Sache natürlich anders aus. Allerdings solltest du dich ernsthaft fragen, ob du dort überhaupt hinpasst. Ich für meinen Teil möchte meine Freizeit mit entspannten und toleranten Menschen verbringen und nicht mit Fanatikern. Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit der Gäste dort genau so denkt. Darum liebe ich den Laden und wehre mich dagegen, dass Rechthaber ihn in seiner Existenz bedrohen. Wenn diese Seite dazu beiträgt, dass bornierte Menschen künftig draußen bleiben, ist mir und den anderen Gästen geradezu ein Gefallen getan. Danke dafür!

    Dass das Rauchverbot in anderen Ländern, die es vor Deutschland eingeführt hatten, der Gastronomie nicht geschadet habe, ist eine unrichtige Pauschalbehauptung. Beispielsweise mussten in Irland seit Einführung des Rauchverbotes 20% der Pubs wegen dramatischer Umsatzeinbußen schließen. So gingen gerade in ländlichen Regionen die oft einzigen Treffpunkte verloren. Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband vermeldet basierend auf Daten der Statistischen Landesämter Gastronomie-Umsatzrückgänge um die 20%.

    Habe ich das Rauchverbot mit Gesetzen aus dem Nationalsozialismus verglichen? Nein. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: Ich habe vielmehr geschrieben, dass Denunziantentum und die Neigung, der ganzen Welt den eigenen Willen aufzuzwingen, mich an die Zeit zwischen 1933 und 1945 erinnern. Steht alles oben.

    Ich hoffe, dir hiermit in Sachen Leseverständnis etwas weiter geholfen zu haben und dir vermitteln zu können, dass es Läden gibt, die du einfach nicht betreten musst, wenn du dort nicht hinpasst. Ich kann ja auch ganz gut damit leben, dass Striptease-Lokale existieren. Was dort passiert, gefällt mir zwar nicht, aber ich muss ja nicht hin.

  40. Die Aussagen in diesem Blog sind teilweise sehr extrem und scharf formuliert.

    Die Nichtraucherschutzgesetzt Seite handelt ganz nach dem Thema Nulltoleranz.

    Dann müsste man auch das Alkoholtrinken verbieten. Es schadet den Menschen auch und manche werden dadurch gewalttätig oder begehen Straftaten.

    Ja, ich bin auch angepisst wenn mir jemand seine Glut an den Arm hält und es ist ekelhaft wenn man den Rauch direkt ins Gesicht geblasen bekommt, aber das hat Nichts mit Rauchen an sich, sonder mit dem mangelnden Respekt oder der Rücksichtslosigkeit der Leute zu tun.

    Dadurch das man den Clubbesitzern die Entscheidung genommen hat einen Raucher- oder einen Nichtraucher-Club zu unterhalten, ist diese ganze Diskussion entstanden.

    Ganz ehrlich gesagt… wer Nachts ausgeht, handelt auf sein eigenes Risiko.
    Es sind mehr Betrunkene, Junkies und Gewalttäter unterwegs.
    Wenn man in einen Club oder in eine Bar geht ist die Musik so Laut, dass das Risiko auf einen Tinitus besteht. Zerbrochene Gläser und Flaschen liegen rum, an denen man sich verletzen kann.
    Das lange wach bleiben, der Alkohol und die vielen Menschen greifen das Immunsystem an.
    (Oh Gott, ich geh nie wieder aus)

    Man weiß einfach worauf man sich einlässt. Und wenn der Kellerklub nicht auf das Gesetzt richtig eingeht, dann ist das ein weiteres Risiko, das man nicht eingehen will. Also meide einfach den Laden.

    (@ Henning: Ich hab dich gesehen, du und deine Freunde haben gar nicht in den Club gepasst und die Musik hat euch Augenscheinlich auch nicht so zugesagt. Was wolltest du dann da? Man kann sich auch über jeden Kleinscheiß mukieren.)

    Ach und übrigens. so öffentlich sind Clubs auch nicht, es gibt die Türsteher, die selektieren.

    Wir brauchen das VorTürsteherSchutzGesetzt!

  41. Meine Toleranzgrenze wurde schwer gesenkt, als ich bei einem Jazzkonzert in Berlin war und der Pianist mehrfach gebeten hatte, das Rauchen bitte einzuschränken, weil ihm die Augen brennen. Niemand hat reagiert. Keiner der Raucher kam auf die Idee seine Kippe auszumachen oder wenigstens die nächste nicht anzuzünden.

    Der Pianist bzw. die ganze Band konnte sich nicht entscheiden, ob er geht oder nicht – er hatte einen Vertrag unterschrieben – Nichterfüllung bedeutet normalerweise Konventionalstrafe. Musiker sind im Allgemeinen keine reichen Leute.

    Für solche Leute habe ich keine Toleranz – genausowenig wie für Leute die aus „religiösen“ Gründen ihre Frauen verprügeln oder anderen zum Spaß Bier in den Kragen kippen.

    Haben wir damit Godwin’s Gesetz erfüllt?

  42. @ Isabelle

    Vielleicht habe ich deinen Kommentar falsch verstanden, vielleicht war er auch unklar formuliert, so dass ich ihn so verstanden habe. Aber deine Reaktion ist genau das, was du mir vorwirfst: Fanatisch. Bei der fünften Beleidigung habe ich aufgehört zu zählen. Ich finde, das ist schlechte Diskussionskultur, die du hier einbringst. Du musst mich nicht von oben herab belehren und beleidigen – das schadet deinen Argumenten.

    Die Quellen, die ich zum Thema Umsatzeinbußen gefunden habe, berichten von einem Umsatzknick, der aber sehr schnell wieder verschwunden ist. Viele Gastwirte erzielten einige Monate nach Einführung der Nichtraucherschutzgesetze Umsatzsteigerungen. Beispiel New York: Dort sind zehn Monate nach Einführung des Gesetzes für rauchfreie Arbeitsplätze die Steuereinnahmen von Restaurants und Bars um 8,7% gestiegen. Viele Kneipenbetreiber machen die Erfahrung, dass Nichtraucher zum einen genauso viele Getränke konsumieren, als auch mehr Trinkgeld geben (+22%).

    Zudem ist das Gaststättensterben schon seit einigen Jahren zu beobachten. Aber jetzt haben die Gaststättenbetreiber eine vermeintliche Erklärung dafür. Übrigens: Die meisten Gaststättenbetreiber sind selbst Raucher. Deshalb gehen so viele von ihnen beim Thema Nichtraucherschutzgesetz auf die Barrikaden und reden Umsatzeinbußen und den Tod ihres Unternehmens herbei.

    Zudem ist mir nicht klar, warum du davon ausgehst, dass ich eine „Beschwerdeführerin“ sei. Ich war noch nie im Kellerclub und nach Hennings Beitrag werde ich dort auch nicht mein Geld ausgeben. Ich störe mich generell an unhöflichen und ignoranten Rauchern und möchte mir von ihnen nicht meinen Abend verderben lassen. Deshalb habe ich mich an dieser Diskussion beteiligt. Jetzt davon auszugehen, ich würde wohl ganz offensichtlich nicht in solche Clubs passen, ist eine falsche Schlussfolgerung. Ich wäre abends gerne mehr unterwegs, aber ich vertrage Zigarettenrauch nicht.

    Der Ausspruch, ich müsse ja keine Lokalitäten besuchen, in denen geraucht wird, ist quasi die Verhängung von Hausarrest. Soviel zum Thema Toleranz gegenüber Rauchern.

  43. Carsten

    Nichttrinkerschutz? Nicht auf dem Wasen in Stuttgart. Klar, eigentlich gilt auch dort das gesetzliche Alkoholverbot. Aber der Nichttrinkerschutz leidet schon darunter, dass der Zugang zu den Toiletten nur über die Bierzelte möglich ist.

    Dazu kommt, dass dieser Bereich vom Rest sehr schlecht abgetrennt ist. Es gibt einen Vorhang, der selten wirklich zu ist und eine Tür – die aber eigentlich immer offensteht. Wobei ich mir jetzt nicht mal sicher bin, ob da wirklich eine Tür war oder einfach nur so ein Durchgang.

    Das alles ist ja schon alles andere als optimal, aber jetzt kommt’s erst richtig. In dem Bierzelt trinkt an jeder Ecke einer. Ich hab einige Trinker gestern Abend darauf angesprochen und sie weggeschickt. Die ersten beiden gingen sofort los.

    Aber im Laufe des Abends schien es mir immer schwieriger – und gleichzeitig wurden es immer mehr Trinker. Einer, der gerade seinen Maßkrug an die Lippen setzte, schütete ihn auf meinen Hinweis wieder aus und stand danach erstmal ne Weile mit verschränkten Armen beleidigt da. Als er irgendwann später wegging, rief er mir noch “Du kannst mich mal” ins Ohr. Aber getraut zu trinken hat er sich offenbar nicht mehr.

    Andere verdrehten die Augen oder sagten mir einfach direkt, dass es sie nicht juckt. Bin dann mal zum Barkeeper hin. Der sagte mir glatt, ich könne ja gehen und ignorierte mich ab da vollends. Es gibt noch eine zweite Theke dort, also bin ich dann ziemlich sauer über die Reaktion des Barkeepers dorthin. “Wir können hier nicht weg, weil wir zapfen müssen”, wurde mir gesagt.

    Plötzlich kommt ein Typ von hinten, packt mich grob an und meint “Raus aus meiner Bar”. Ich stand einen halben Schritt weit drin, weil ich ja mit der Wirtin redete. Aber wenn das seine Theke ist, dann sprech ich jetzt mal gleich ihn an. Er meinte, sie könnten da nichts machen. Sie seien ja auch nicht die Polizei. Und sie könnten das ja gar nicht überblicken.

    Zwei Meter weiter setzten gerade wieder zwei ihre Bierkrüge an. “Aber die siehst du doch, oder?” Daraufhin ging er hin, zeigte auf mich und redete mit ihnen. Klar, schiebt der mir noch den schwarzen Peter zu – als würde das Trinkverbot ohne mich nicht gelten.

    Dass von den Besuchern da sauviele sich nicht an das Trinkverbot halten, kann man ja dem Wasen nur relativ schwer anlasten. Aber wie das Personal damit umgeht, sehr wohl. Unter den Bedingungen wundert es nicht wirklich, dass viele Trinker es als legitim ansehen dort zu trinken.

    Es ist ja vom Personal schon fast erwünscht, hab ich den Eindruck. Und wenn man dann noch daran denkt, dass eben auch der Zugang zu den Toiletten nur über die Bierzelte möglich ist und der auch nur sehr schlecht vom Rest abgetrennt ist, dann wird richtig klar wie ernst das Trinkverbot hier genommen wird.

    Irgendwann war es mir echt zu viel. Meine Augen brannten, meine Laune war erheblich gesunken und jeden Trinker anzusprechen wäre sowieso in nem Vollzeit-Job geendet. Meine Klamotten jedenfalls stanken heute morgen so wie wenn ich die ganze Nacht im Bierzelt gewesen wäre.

    Ich werde mich informieren, wo man sich beschweren kann. Ich hab da jetzt echt die Schnauze voll.

  44. Hehe, Carsten. Ich musste ja doch einige Male schmunzeln, weil es eben doch sehr absurd klingt. Vor allem als der Typ, den ich mal kann, seinen Bierkrug ausgeschüttet hat.

    Aber jetzt erklär mir doch mal, wieso mir vom Alkoholkonsum der anderen die Augen brannten und inwiefern das sonst meiner Gesundheit schadet, wenn andere in meiner Umgebung trinken. Und zwar direkt, nicht durch Gewaltausübung o.Ä. Die ist ja eh verboten, dazu muss man nicht das Trinken verbieten.

    @Isabelle
    Sympatexter hat dir schon gute Antworten gegeben. Ich will nur noch ergänzen, dass du dir mal Gedanken darüber machen solltest, ob ein Rauchverbot in Gaststätten wirklich mit den Grausamkeiten des Nationalsozialismus vergleichbar ist. Wenn du dann zu dem Schluss kommst, dass das eigentlich ein Vergleich ist, den man nicht ernsthaft anbringen kann, wenn man die Nazi-Zeit nicht verharmlosen möchte, dann unterlasse diese bitte künftig. Danke!

    Noch was: Du sprichst vom Rechtsweg, den man zunächst einschlagen sollte. Solange das Rauchverbot nicht vom Verfassungsgericht gekippt wird, gilt es weiterhin. Ich habe den Rechtsweg eingeschlagen, indem ich mich offiziell beschwert habe. Und davor hab ich’s übrigens anderweitig versucht.

    @Karl
    Wieso hat meine Begleitung und ich nicht in den Keller-Klub gepasst? Aussehen? Intelligenz? Verhalten? Du hast uns gesehen, meinst du. Wie viele waren wir denn? Wie sahen wir aus? Frauen, Männer? Oder passen Menschen, die im Nichtraucherbereich keinen Zigarettenrauch möchten, deiner Ansicht nach nicht in den Keller-Klub?

    @Heiko
    Danke für den Vergleich mit dem Bierschütten. Ich hab schon oft ähnliche Vergleiche in Diskussionen angebracht. Irgendwie wollen einige Leute einfach nicht akzeptieren, dass sie nicht nur für ihr Vergnügen einfach anderen schaden dürfen.

  45. *Tihi* Jetz muss ich doch auch mal was sagen: Eine Arbeitgeberin ist dafür verantwortlich, dass die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen intakt bleibt. Es sollte in ihrem Interesse sein das Nichtraucherschutzgesetz durchzusetzen. Irgendwann wird eine Mitarbeiterin ihre Arbeitgeberin mal so richtig auf Schadensersatz verklagen und dann spätestens gibts rauchfreie Kneipen.

  46. Isabelle

    @ Henning:
    Ach Henning, ob Sympatexters Antworten so gut sind, lass ich mal dahingestellt. Insbesondere verstehe ich nicht, warum es jemand als Hausarrest empfindet, wenn ihm die ganze Stadt offen steht bis auf einen Laden, den er sowieso nicht betreten möchte. Meines Erachtens liegt da Paranoia vor, aber vielleicht kann mir das Sympatexter (ggf. mit Hilfe eines Psychotherapeuten) noch einmal genauer erklären.

    Immerhin hast du aber was mit Sympatexter gemeinsam: Du hast auch nicht verstanden, dass ich das Rauchverbot in Gaststätten nicht mit den Grausamkeiten des Nationalsozialismus verglichen habe. Darum lege ich auch dir noch mal das ans Herz, was ich oben geschrieben habe. Dein Vorwurf der Verharmlosung der Nazizeit geht bei mir völlig ins Leere.
    Was hingegen völlig ins Schwarze trifft, ist mein Vorwurf des Denunziantentums gegen dich. Indem du einen selbstfinanzierten unabhängigen Kulturbetrieb beim Staat anschwärzt, beschreitest gerade du als Grünen-Politiker einen sehr, sehr rechten „Rechtsweg“.
    Ich frage mich weiterhin, warum du, der du nach eigenem Bekunden am liebsten House und Techno hörst, den Menschen in einem Laden, in dem Rockmusik läuft, deinen Willen aufzwingen willst. Es ist doch ohnehin nicht deine Welt. Was willst du also dort? Keiner hat dich gezwungen, dorthin zu gehen. Es gibt mit Sicherheit genügend Clubs in Stuttgart, die deinem Geschmack entsprechen, oder täusche ich mich da?
    Sei doch tolerant und lass Menschen, die sich in einer anderen Szene als du selbst bewegen, einfach mal in Ruhe ihre Lieblingsbands sehen und hören! Ich rufe doch auch nicht gleich die Polizei, wenn ich irgendwo in der Stadt sehe, dass jemand falsch parkt.

    Die Vorstellung, dass alles, was noch nicht vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde, zwangsläufig rechtmäßig ist, ist mehr als naiv.
    Lass dir doch bitte mal von Grünen-Mitgliedern der ersten Stunde wie Daniel Cohn-Bendit oder Joschka Fischer den Unterschied zwischen „legal“ und „legitim“ erklären. Da könntest du noch gewaltig was lernen.

  47. ihrseiddochalle...

    ..und irgendwann wird einer triggerhappy auf den roten kloppen und dann rauchts richtig
    loooongweiliiig..
    befasst euch doch mal mit den wichtigen dingen im leben

  48. @ Isabelle

    Leider stellen deine Kommentare teilweise genau das dar, was ich als das Schlechteste an der Blogosphäre empfinde. In deiner Anonymität (hast du eine Homepage, hast du ein Blog? Wenn ja, warum kein Link?) fühlst du dich offenbar sehr sicher und meinst, mir unterstellen zu können, ich wäre paranoid und bräuchte/hätte einen Psychotherapeuten – ganz abgesehen von deinen anderen Beleidigungen. Willst du derart unsachlich eine Diskussion führen?
    (Sehr auffallend ist, dass generell bei den letzten Kommentaren diejenigen, die gegen das Rauchverbot sind, keine Links zu persönlichen Homepages angegeben haben. Vielleicht ist das ein Zufall. Vielleicht auch nicht.)

    Wenn es nur eine Lokalität wäre, in der geraucht würde, würde ich diese Diskussion nicht führen. Aber leider steht mir NICHT die ganze Stadt offen, denn es gibt überall Raucher, die unhöflich und ignorant sind. Es gibt Kids, die in der U-Bahn rauchen, sogar im Kino ist es mir schon passiert, dass ich von Rauchern gestört wurde. Und natürlich in vermeintlich rauchfreien Restaurants und Clubs. Es geht mir hier in dieser Diskussion auch nicht um den konkreten Kellerclub – den ich sehr gerne mal betreten würde, weil ich viel Gutes darüber gehört habe. Aber wenn ich weiß, dass sich dort keiner an das Rauchverbot hält, mache ich das nicht – und das ist keine freiwillige Entscheidung. Es geht mir um das generelle Nachtleben, wo mir die Raucher ihren Willen aufdrängen. Für die Raucher hingegen wäre es überhaupt keine große Einschränkung, vor die Tür zu gehen um zu rauchen. Dann könnten Raucher und Nichtraucher gemeinsam ihren Spaß haben. Das würde auch die Besucherzahlen der Clubs erhöhen, denn die Nichtraucher sind statistisch gesehen in der Mehrheit. Und die würden vermehrt rauchfreie Clubs besuchen, weil sie dort nicht mit dem Gestank von Zigaretten belästigt würden. Und das würde dafür sorgen, dass vielversprechende Bands bessere Auftrittsmöglichkeiten hätten.

    Ich denke, auch wenn Henning in einen Club geht, der mehr seinem Musikgeschmack entspricht, wird er dort auf unhöfliche Raucher stoßen. Raucher gibt es schließlich mit jedem Musikgeschmack. In dieser Hinsicht ist „Es ist doch ohnehin nicht deine Welt. Was willst du also dort? Keiner hat dich gezwungen, dorthin zu gehen. Es gibt mit Sicherheit genügend Clubs in Stuttgart, die deinem Geschmack entsprechen, oder täusche ich mich da?“ absolut kein Argument.

  49. Was hast du denn gemacht als es das Nichtrauchergesetzt noch nicht gab? Hast du dich da Zuhause eingeschlossen? So wie du das schilderst müssen dir dann ja die ganze Woche über, bis zum nächsten Wochenende die Augen gebrannt haben!

  50. Lieber Henning,

    mach weiter so! Ich habe auch schon mehrere Anzeigen beim Ordnungsamt gestellt und werde es so lange machen, bis es einen ordentlichen NichtraucherInnenschutz in Deutschland gibt.

    Als Nichtraucher wird man immer sofort in die Ecke des Querulanten, Spielverderbers, Uncoolen gestellt, wenn man sein Recht auf saubere Atemluft einfordert. Dann wird gerne gesagt, bleib doch zuhause oder geh woanders hin. Wieso sollen wir NichtraucherInnen denn eigentlich woanders hin gehen? Wir gefährden doch die Gesundheit unserer Mitmenschen nicht. Das schädliche Verhalten geht von den RaucherInnen aus. Wenn die das Rauchen nicht lassen können, sollen sie doch zuhause bleiben. Leider sind viele NichtraucherInnen nicht konsequent genug, um sich zu weigern, in Raucherbereiche zu gehen. Wenn wir NichtraucherInnen das mal durchhalten würden für eine Zeit, würden viele Wirte schnell umdenken.

  51. … welches inzwischen wieder teilweise aufgehoben / bzw. eingeschränkt wurde.

  52. Und zwar für Ein-Raum-Kneipen mit weniger als 75 m², die keine Speisen anbieten und keine Gäste unter 18 Jahren reinlassen. In Räumen mit Tanzflächen darf grundsätzlich nicht geraucht werden.

    Und das Urteil wurde auch nur so gesprochen, weil das Gericht die kleinen Kneipen gegenüber den großen benachteiligt sah, weil die großen Raucherräume einrichten dürfen und die ganz Kleinen dies einfach nicht können.

    Konsequenz könnte sein, dass die Raucherräume auch für die großen Kneipen abgeschafft werden. Jedenfalls wurde keineswegs das Rauchverbot an sich in Frage gestellt.

  53. Mal auf dem Boden bleiben

    Schau Dir doch die MySpace-Seite des Clubs an: (http://www.myspace.com/kellerklub)
    Klar zu lesen: „Rauchen/Trinken: Ja / Ja“ und es wird eine Anti-Rauchverbots-Kampagne beworben… Man sollte sich eventuell eben darüber informieren, wo man hin geht. Und wenn dir die Leute im Allgemeinen nicht passen (da sie sich gesetzeswidrig mit den Rauchern solidarisieren), dann ist die Gesellschaft dort eben nicht so dein Ding. Ist es dir lieber, den ganzen Abend Stress mit Besuchern und Angestellten zu haben, oder vielleicht doch einfach zu sagen „meine Kohle bekommt ihr jedenfalls nicht“ und eine andere Lokalität aufzusuchen? Oder geht es dir grundsätzlich darum, deine bürgerlichen Rechte durchzusetzen? Dann wirst du mit den meisten Leuten dort sowieso keinen Spaß haben…

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