Linkspartei

Die Linkspartei ist für ihre Wähler überwiegend eine Protestpartei. Das schließe ich daraus, dass die Wähler selbst in für sie zentralen Politikfeldern nicht mit ihrer eigenen Partei zufrieden sind. Eine parteiinterne Studie hat das rausgefunden.

Diese Studie spricht auch von einem Wählerpotiential von 16 %. Allerdings haben Grüne und FDP ein Potential von 30 %. Was letztenendes bedeutet, dass das Wählerpotential der Linkspartei zwar nur halb so groß ist, aber derzeit sehr gut ausgeschöpft wird.

Dies geht aber offenbar nur, weil die Wähler derzeit 1-2 Augen zudrücken, um mit der Wahl der Linkspartei (Protest-)Signale zu senden. Eine dauerhafte Bindung an die Partei sieht meiner Ansicht nach anders aus.

5 Responses to “Linkspartei”

  1. Was du schreibst ist nicht falsch, aber vielleicht etwas allgemein.
    Ein bundesweites Potential von 16% hat nämlich keine sehr große Aussagekraft.
    In den Landesparlamenten hat die Linke momentan mehr Parlamentarier als FDP und Grüne. Auch im Bundestag ist die Linke momentan mit mehr Abgeordneten vertreten als z.b. die Grünen.
    In Baden-Württemberg hat die Linke langfristig wahrscheinlich keine Chance und auch keine größere Bedeutung, aber in den neuen Bundesländern ist die Linke eine feste Größe, ja sogar „die“ feste Größe, was aus westdeutscher Sicht leicht vergessen wird.

  2. Die Frage nach dem Wählerpotential ist ja etwas langfristiger als die Frage, wie viele Abgeordnete man aktuell in den Parlamenten sitzen hat. Dass sie derzeit besser dastehen, was Umfragewerte oder Abgeordnete angeht, bestreite ich ja gar nicht.

    Ich meinte ja selbst, dass sie ihr Potential recht gut ausschöpfen, was FDP und Grüne derzeit so stark nicht hinbekommen. Dafür haben letztere aber auch doppelt so viel Potential und somit Zuwachsmöglichkeiten. Die Linkspartei ist schon fast an ihrem Maximum und es ist eben die Frage, wie lange sie ihre derzeit sehr hohe Ausschöpfungsquote (Wähler im Verhältnis zum Wählerpotential) halten können.

  3. Klar ist die Linke eine waschechte Protestpartei. Immerhin eine bei der man sich nicht wirklich schämen muß sie zu wählen.
    Ich könnte an dieser Stelle ausschweifen über die längst mit Bravour erreichten Ziele der Grünen und deren notwendige Neuorientierung das Klientel der Wähler betreffend, aber dies führt hier zu weit. Nur soviel: Der neu gewonnene Pragmatismus der Grünen gepaart mit dem Protestpotenzial der Linken ergäbe wohl für so manchen die ideale Partei.
    Hoffentlich ergibt sich diese Kombination bei den Grünen bevor die LInke ebenso verfährt; denn mal ehrlich: „mehr für alle und zwar sofort“ ist zwar nett, jedoch leider utopisch.

  4. @David: dann interessiert dich vielleicht das hier.

    @Henning: mit den im Spiegel veröffentlichten Umfragen ist das so eine Sache, da steht auch jede zweite Woche was anderes — und die heute publizierten „ein Drittel der Grün-Wähler arbeiten schwarz“ halte ich auch für ein methodisch fragwürdiges Ergebnis.

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