Eine Gegendarstellung zum Thema Killerspiele

Vor 1,5 Jahren habe ich schon einmal ein Video von stigma-videospiele.de hier veröffentlicht. Damals ging es unter dem Titel „Lügen über Killerspiele“ um die zahlreichen Unwahrheiten, die im Fernsehen sehr oft über die sogenannten „Killerspiele“ verbreitet werden.

Matthias Dittmayer ist offenbar immer noch sehr fleißig bei diesem Thema dabei. Es kocht ja auch bei jedem Amoklauf wieder hoch. Gegen eine Debatte darüber ist ja auch prinzipiell nichts einzuwenden, denn manche Spiele – oder auch Varianten mancher Spiele* – sind auch aus meiner Sicht zu weitgehend. Problematisch ist aber, dass meist alles durcheinandergewürfelt wird und dann ganz pauschal alle Ego-Shooter als „Killerspiele“ diffamiert abgelehnt werden.

Bei Robin habe ich eben ein neues Video von stigma-videospiele.de entdeckt. Es klärt noch einmal ganz grundlegend darüber auf, was so ein „Killerspiel“ eigentlich ist und räumt auch mit einigen oft zitierten Vorurteilen auf:

Bei Stefan Niggemeier (wo Robin das Video herhat) steht noch einiges zum Hintergrund dieses Videos. Es ist als Reaktion auf immer schärferen Medienkampagnen gegen die vermeintlichen Killerspiele entstanden („Jetzt nach Winnenden ist alles schlimmer als zuvor.“). Auch in Stuttgart wurde zum Beispiel nach dem Amoklauf in Winnenden (was ja hier in der Nähe ist) eine Turnier der ESL (sowas wie die Bundesliga bei Computerspielen) abgesagt.

* Manche Spiele erlauben die Installation sogenannter „Mods“ (Modifikationen) und manche dieser Mods machen das Spiel blutrünstiger. Einigen gefallen die Spiele leider tatsächlich besser je mehr Blut man sieht. Wenn Ego-Shooter mal wieder in schlechtem Licht dargestellt werden sollen, werden oft Spiele mit solchen Mods gezeigt und schon haben eigentlich recht unblutige Spiele wie Counter-Strike einen blutrünstigen Ruf.

3 Responses to “Eine Gegendarstellung zum Thema Killerspiele”

  1. Das Thema ist offenbar dazu geeignet, Leute zur Hysterie zu verführen, was wiederum Auswüchse wie beispielsweise diesen hier nach sich zieht:

    ***

    Das Jugendamt in Dortmund hat am Donnerstag ein mittelalterliches Spektakel abgesagt, das in der ersten Osterferienwoche in der Jugendfreizeitstätte Hombruch laufen sollte. „Nach dem Amoklauf von Winnenden”, so Fachbereichsleiterin Elisabeth Hoppe, „muss das Konzept noch einmal auf den Prüfstand”.„Tremonias Erben III” stand ursprünglich auf dem Spielplan.

    „Weg vom Computer, raus in die Natur”, hieß in Hombruch die Devise. Pädagogische Ziele: die Entwicklung von Kreativität und Gemeinschaftssinn. Stilecht – mit edlen Rittern, fiesen Schurken, Magiern, Waldwesen und schönen Prinzessinnen. Ein Hauch von König Artus: Rustikales Lagerfeuer-Ambiente, samt Bogenschießen und Schwertkampf, letzterer mit Schaumstoffwaffen.

    Genau diese Einlagen sind dem Jugendamt nicht geheuer. Die Folge: „’Tremonias Erben‘ liegen auf Eis”, so Elisabeth Hoppe. Ihre Bedenken gehen „in Richtung Gewaltprävention”. Das Konzept müsse überarbeitet werden. „Den Schwertkampf müssen wir noch mal unter die Lupe nehmen.”

    Das [Jugendamt] schaltete Mittags die Internetpräsentation des Spiels ab. Die Betroffenen sind geschockt. Abends trafen sich Tremonias kalt gestellte Erben vor der JFS. Eine Unterschriftensammlung soll organisiert werden. Im Internet hagelte es Kritik an der Absage.

    ***

    Quelle: http://www.derwesten.de/nachri.....etail.html

    Eine Verhältnismäßigkeit der Reaktion auf die (vermeintliche) Bedrohung scheint mir bei manchen Diskussionen um Jugendgewalt leider schon länger nicht mehr gegeben zu sein, wobei manche Themen (Stichwort Schützenvereine) bedauerlicherweise nach wie vor so gut wie tabu sind.

    Vielleicht versachlicht sich die Debatte irgendwann wieder. Hoffen kann man ja. Momentan sind jedenfalls – so scheint mir – noch viel zu viele Akteure an der öffentlichen Diskussion beteiligt, die das Internet nur in gedruckter Form konsumieren und auch die berüchtigten „Killerspiele“ vermutlich nur vom Namen her kennen.

  2. Man kann nur hoffen dass die Diskussion sachlicher wird wenn mal Politiker an die Macht kommen die selbst als Jungendliche gespielt haben und wissen worum es überhaupt geht…

  3. Ja, da ist was dran. Es heißt ja oft „Jung sein alleine ist kein Argument“, was ja irgendwo auch stimmt, aber dabei wird oft übersehen, dass in der Regel schon alleine ein anderes Alter eine andere Perspektive aufmacht, die Ältere eben nicht haben.

    Es ist eben ein Unterschied, ob man mit Videospielen, Handy und Internet aufgewachsen ist oder es das alles in der eigenen Kindheit oder Jugend nicht gab. Man muss das alles nicht gut finden, aber die Kenntnisse, diese Perspektive sollte halt auch im Bundestag vertreten sein.

    Allerdings bin ich was die Grünen angeht auch ziemlich zufrieden mit der Altersmischung in der Bundestagsfraktion, auch wenn durchaus mal ein paar Jüngere in die Führung aufrücken dürfen.

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