Pro Links: Fürs Verlinken und gegen nofollow

Unter dem Titel „Wer nicht verlinkt, schneidet sich ins eigene Fleisch“ gibt es von Jan Tißler beim Upload-Magazin einen sehr guten Blog-Eintrag, der erläutert, warum Verlinken dem Verlinkenden nutzt und klärt die zwei größten Irrtümer in dieser Frage auf.

Ergänzen möchte ich noch, dass andere jemanden, der selbst kaum verlinkt auch weniger gern verlinken. Ich kam durch die Blog-Herz-Aktion darauf.

Und weil’s so gut zum Thema passt, möchte ich noch darum bitten den eigenen Blog zu überprüfen, ob dort in den Kommentaren nofollow eingestellt ist. Seit einigen Versionen ist dies bei WordPress Standard, wird aber zum Beispiel durch das Do-Follow-Plugin wieder rückgängig gemacht.

Das Attribut nofollow bei einem Link bewirkt, dass die (meisten) Suchmaschinen ihn ignorieren und nicht weiterverfolgen, also nicht in das Ranking einfließen lassen. Ursprünglich war das mal als Spam-Bekämpfung gedacht, verpuffte aber wirkungslos (schließlich gibt es nach wie vor Massen an Spam). Daher gibt es auch die Initiative nonofollow auf der auch nochmal elf Gründe gegen nofollow aufgeführt sind.

Also überprüft doch bitte eure Blogs auf nofollow (Robin zum Beispiel) und verlinkt schön brav! :-)

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19 Responses to “Pro Links: Fürs Verlinken und gegen nofollow”

  1. Hmm. Kannst du mal kurz zusammenfassen, was gegen nofollow in Kommentaren spricht? Bei den eigentlichen Beiträgen halte ich es auch für sinnvoll, dass die Links echte Links sind. Aber nur, weil ich in einem Kommentar zu einem Beitrag einen Link unterbringe, muss das eigentlich noch nicht dazu führen, dass die Sichtbarkeit erhöht wird. Ist doch meistens (naja, sehr oft) reine Eigenwerbung.

  2. hm, eigentlich hab ich ein Plugin zur Deaktivierung von „nofollow“ laufen. Funktioniert das etwas nicht?

  3. Es gibt auch jenseits des Spam-Arguments gute Gründe für nofollow in den Kommentaren. Wenn ich im Artikeltext etwas verlinke, dann geht damit nicht selten eine inhaltiche Empfehlung von mir einher; dabei ist es schlüssig, dass auch Suchmaschinen das verfolgen. Wenn aber in den Kommentaren jemand etwas verlinkt, ist das nicht meine Empfehlung, sondern die des jeweils kommentierenden Lesers.

  4. @Till
    Naja, da stehen die elf Gründe doch sehr kompakt zusammengefasst:

    1. nofollow verhindert Kommentarspam nicht
    2. nofollow ist semantisch unkorrekt
    3. nofollow zerstört Verbindungen zwischen Websites
    4. nofollow ist nur nützlich für Suchmaschinen, nicht aber für Menschen
    5. nofollow könnte genutzt werden um Websites auszusperren
    6. nofollow diskriminiert reguläre Benutzer als Spammer
    7. nofollow nimmt Kommentatoren die verdiente Aufmerksamkeit
    8. nofollow könnte genutzt werden um Weblogs zu diskriminieren
    9. nofollow hindert das Web daran, ein Netz zu sein
    10. nofollow unterbindet die Verbreitung von freier Meinungsäußerung
    11. nofollow wurde im Stillen entwickelt, und nur Suchmaschinenbetreiber waren an der Diskussion beteilig

    Ich möchte dabei insbesondere 1., 2., 6. und 7. betonen und hab’s daher mal fett markiert. Auch 9. ist nicht so unwichtig.
    Wer bei mir kommentiert, der trägt ja etwas zu diesem Blog bei. Warum soll ich ihm/ihr dann nicht auch etwas zurückgeben? Noch dazu, wenn es sowieso von den Standards her nicht ganz sauber ist? Ich freu mich, insbesondere den Stamm-Kommentierern damit etwas Gutes zu tun.
    Bei Spammern (die immer gewiefter werden und sich teilweise auch schon richtig an Diskussionen beteiligen – wenn auch meist nur mit einem einzigen Kommentar) nehm ich die Links ganz raus (oder steck den ganzen Kommentar in den Spamfilter). Aber alle anderen…?

    Außerdem können auch in den Kommentaren sehr relevante Links sein, es geht ja nicht nur um die Links auf den Namen der Leute, sondern alle Links in den Kommentaren. Ich hab doch z.B. auch schon grüne Blogs gesammelt. Jeder Link im Kommentarbereich wird dabei von Google mitberücksichtigt, was alle dort aufgezählten Blogs begünstigt. Man hilft sich so also untereinander.

    Du zum Beispiel bringst doch öfter mal Links zu thematisch passenden Blog-Einträgen von dir in die Kommentare unter meinen Artikeln. Wenn ich das als reine Eigenwerbung empfinden würde, würde ich das löschen bzw. dem Spam-Filter zum Fraß vorwerfen (bzw. in deinem Fall dich zunächst mal kontaktieren). Es ist ja aber eben zwar auch, aber nicht nur reine Eigenwerbung. Warum soll Google das nicht berücksichtigen und damit deine Einträge höher ranken?
    Allerdings andersrum: Warum gönnst du den Leuten, die bei dir kommentieren sowas nicht? Spam löschst du ja sicher eh.

    Allerdings ist mir nicht ganz klar, was du mit Sichtbarkeit in diesem Kontext meinst.

    @Robin
    Wohl nicht, wenn du mal in den Quelltext rund um den Namen des Kommentierenden guckst. Setzt du WordPress 2.7.x ein? Da gab’s wohl Probleme mit dem Follow-URL-Plugin, weshalb ich oben extra Do Follow verlinkt habe.

    @Niels
    Sind die Empfehlungen meiner oder deiner Leser denn nichts wert? Wenn es die Zielseite wert ist, verlinkt zu werden, warum soll sie dann nicht auch ein bisschen Futter für ihr Ranking kriegen? Abgesehen davon soll bei Google auch mit einfließen wie weit vorne auf einer Seite ein Link steht. Das würde bedeuten, dass deine Links ohnehin mehr Gewicht haben als die in deinen Kommentaren. Ganz abgesehen davon, dass die Links in deinen Einträgen noch zusätzlich auf deiner Startseite auftauchen und die viel mehr Link-Power hat und abgibt.

    Ich finde, Links gehören zum sozialen Netz einfach dazu. Links bilden Beziehungen ab, thematische, persönliche, was auch immer für welche. Und wenn ihr hier regelmäßig mit URL kommentiert, dann gibt es ja auch eine Beziehung zwischen meinem Blog und eurem.

  5. @Henning
    AH ok, dann hat die neue WP Version vermutlich das Plugin gekillt. Mal das neue draufmachen. Danke.

  6. henning: Doch, die Links der Kommentatoren sind oft aber eben nicht immer eine Empfehlung aus meiner subjektiven Sicht wert. Die Alternative zu Nofollow wäre für mich dann die Löschtaste bei Links in der „Spam-Grauzone“.

  7. @niels
    Sagte ich ja bereits: Wenn ein Link zu sehr nach Spam riecht, wird er rausgenommen bzw. durch diese Suchanfrage ersetzt.

    Aber so müssen nicht Unschuldige unter dem Spam-Problem leiden.

  8. Ich meinte eher so einen gewissen Graubereich. Nicht spammig genug um ihn zu löschen, aber inhaltlich so völlig neben der Spur, dass ich dem Suchmaschinenranking der Website auf keinen Fall helfen will.

    Der Zufall will es so, dass ich gerade heute ein passendes Beispiel zur Hand habe.

    Dieser Kommentar verlinkt eine obskure Initiative von Radikalschulverweigerern und Homeschooling-Aktivisten. Mit solchen Leuten will ich nix zu tun haben. Würden die Kommentar-Links kein nofollow-Attribut haben, wäre ich also gezwungen, den Kommentar rauszuschmeißen.

  9. Wegen einigen wenigen Leuten im Graubereich strafst du also quasi alle pauschal ab? Du behandelst ja z.B. meine Kommentar-Links genauso wie diese Leute mit denen du nichts zu tun haben willst.

    Es gibt übrigens auch ein Plugin, wo man nofollow oder follow bei jedem Kommentar einzeln entscheiden kann. Heißt glaub Nofollow case by case oder so.

    Außerdem muss man nicht immer den Kommentar löschen, wenn man den Link ersetzt (siehe auch mein Kommentar davor).

  10. Case by Case wäre mir vermutlich zu aufwendig. Aber danke für den Hinweis.

    „Du behandelst ja z.B. meine Kommentar-Links genauso wie diese Leute mit denen du nichts zu tun haben willst.“

    Ne, weil Dein Blog eine Empfehlung wert ist, steht es in der Blogroll und wird dadurch (lt. Google) auf 1.220 Einzel-Pages der Domain verlinkt – und zwar ohne nofollow-Attribut.

  11. Hm, ja, war ein blödes Beispiel (Eigentor). Aber ein x-beliebiger Kommentator, der normal mitkommentiert und keine aus deiner Sicht zwielichtigen Seiten betreibt, den behandelst du genau wie die Homeschooling-Aktivisten. Mal ganz abgesehen davon, dass so Graubereichs-Kommentare im Verhältnis zum Gesamtkommentaraufkommen doch eher wenige sind, oder?

  12. Ich hätte auch ein büschen viel damit zu tun, bei allen Kommentatoren die Nichtzwielichtigkeit ihrer Websites zu überprüfen. Mein Blog zieht keine Massen an Traffic an und trotzdem stapeln sich da mehr als 2.500 Kommentare. Selbst wenn eine verlinkte Website heute noch OK ist, kann die morgen schon völlig anders aussehen. Dafür will ich -ganz abgesehen von juristischen Fragen- meinen Namen nicht hergeben, weswegen ich nofollow dafür sehr passend finde.

  13. Is mir klar. Deshalb schrieb ich ja abgesehen von juristischen Erwägungen.

  14. Über googlewatchblog fand ich hier her und letztlich auch zu diesem Artikel. Das gefällt mir sehr gut – man kann es nicht oft genug sagen. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist das bereits von Henning genannte Plugin „nofollow case by case“, das im Gegensatz zu Niels Vermutung überhaupt nicht aufwendig ist: Alle Kommentare werden automatisch auf „no-nofollow“ gesetzt (also quasi „follow“). Nur wenn der admin es ausdrücklich wünscht, kann er händisch das Attribut „nofollow“ wieder zuweisen. Ich benutze das Plugin und bin sehr zufrieden, wobei ich das „händische Attribut“ nur selten setze. Das könnte z.B. der Fall sein, wenn man einen „zwielichtigen Kommentar“ samt Link stehen lassen möchte, aber keine Werbung zulassen möchte – wenn also ein Herr „Versicherungsvergleich“ was einigermaßen sinnvolles sagen würde. ;-)
    Aber wie gesagt – die Case-Funktion muss ja nicht genutzt werden. Es ist ein Feature.

    Über das Thema hab ich übrigens auch mal geschrieben – siehe hier (falls nicht erlaubt oder gewünscht, kann der Link auch entfernt werden – sorry in diesem Fall.). Zusätzlich mach ich direkt im Kommentarformular nochmals (als Anreiz) auf die Thematik aufmerksam.

  15. Bastian

    Als ich „Pro Links“ gelesen hab, dachte ich für nen kurzen Moment, Henning hätte den Parteiflügel gewechselt. ;)

  16. Tim Behrend

    Genau mein Thema, ich bin auch für Linktausch uzw. dofollow!

  17. Ich bin zwar für dofollow, aber gegen Linktausch – und auch gegen Kommentare, die nur geschrieben werden, um einen follow-Link abzustauben. Daher habe ich deinen Link entfernt.

  18. Habe das – auch wenn’s ein bißchen gedauert – bei mir jetzt auch ausgeschaltet.

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