Stuttgart 21 verhindern: Demo am Hauptbahnhof

Stuttgart 21 wurde zwar trotz erneuter Mehrkosten von einer Millarde Euro vom Lenkungsausschuss des Projekts nicht gestoppt, aber der Transrapid in Bayern war auch schon soweit – und wurde dann letztendlich doch noch verhindert.

Diese nun 4,1 Milliarden Euro kommen zudem nur zustande, weil man angeblich Einsparpotentiale von 800 Millionen Euro entdeckt hat. Komisch, denn angeblich soll es ja das am besten geplante Projekt überhaupt sein. Und da entdeckt man jetzt plötzlich so ein Einsparpotential?

Oder hängt das damit zusammen, dass selbst Stuttgart-21-Befürworter meinten, bei Überschreitung von 4,5 Milliarden Euro für Stuttgart 21 müsse man neu nachdenken?

Stuttgart-21-MontagsdemoDer Protest ebbt derweil erfreulicherweise nicht ab. Vor zwei Wochen kamen 2000 Menschen auf die nun montäglich stattfindende Montagsdemo gegen Stuttgart 21 und letzte Woche 3000. Nahezu jeder Satz der Demoredner wurde von großem Applaus begleitet.

Heute Abend um 18 Uhr findet die Montagsdemo am Nordausgang des Hauptbahnhofs wieder statt. Diesmal unter dem Motto „Hannes und der Bürgermeister“ (eine beliebte schwäbische Fernsehserie), denn es reden u.a. SÖS-Stadtrat Hannes Rockenbauch und der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). Boris ist ja teilweise bereits bundesweit bekannt – unter anderem als Stuttgart-21-Kritiker.

Hier lesen ja viele Stuttgart-21-Gegner mit: Bitte geht zur Demo und werdet Parkschützer. Auch Spenden braucht die Gemeinschaft der Projektgegner.

Ich kann heute leider nicht dabei sein, weil ich da – wie passend – im Zug sitze. Die nächste Montagsdemo gegen Stuttgart 21 findet dann wieder am 11. Januar statt.

9 Responses to “Stuttgart 21 verhindern: Demo am Hauptbahnhof”

  1. Das brutale finde ich ja die Kostensteigerung prozentual ausgedrückt. Von 3,5 auf 4,1 Mrd. bedeutet 15%. Aber: Maßnahmen für 600 Mio wurden „gestrichen“, was bedeutet wir sprechen bei der Steigerung von 2,9 auf 4,1 Mrd, sind wir also schonmal bei mehr als 40%!

  2. Das war doch von 3,1 Mrd. EUR auf 4,1 Mrd. EUR bzw. eigentlich auf 4,9 Mrd. EUR und dann 800 Mio. EUR „Einsparpotential“ (das man bisher irgendwie nicht entdeckt hatte, aber trotzdem unkritisch ist für die Sicherheit und so – klar).

    Und es ist noch nicht so lange her, da waren’s noch rund 2,5 Mrd. EUR nach offizieller Rechnung, während die Kritiker von 5 Mrd. EUR sprachen.

  3. Ich stand vorhin am Glühweinstand und habe die Demo vorbeiziehen sehen. Waren leider nicht so viele Leute. Aber überall auf dem Weihnachtsmarkt liefen Passanten mit den Buttons „No Stg. 21“ herum.
    Also Volkes Wille wird da definitiv mißachtet. Ich kenne auch persönlich kaum jemanden, der das Projekt gut findet.

  4. Mal ehrlich, wie viele große öffentliche Projekte werden denn innerhalb des ursprünglichen Budgets fertig gestellt? Die Kosten werden erstmal sehr niedrig geplant, um möglichst einfach durch die Gremien zu kommen. Schließlich muss ja oft die Wirtschaftlichkeit vorher „nachgewiesen“ werden. Wenn erst mal genug Geld in das Projekt geflossen ist, kommen dann neue Kosten, die man irgendwie durchbekommt, da ja niemand das ganze bisher ausgegebene Geld abschreiben möchte…

  5. Als Exil-Schwabe und gelegentlicher Stuttgart-Reisender habe ich vielleicht schon einen zu entfernten Blick darauf. An sich sehe ich schon ein gewisses Sanierungspotenzial am bestehenden Hauptbahnhof, was man aber wohl am geschmeidigsten und einfachsten über den K21-Ansatz, den ich persönlich bevorzugen würde, umsetzen kann. Meine Befürchtung ist aber, dass die entscheidenden Personen bei der Bahn sich mit Stuttgart 21 bereits so weit aus dem Fenster gelehnt haben, dass sie gar nicht anders können als das umsetzen zu müssen, ohne ihr Gesicht zu verlieren.

    Traurig genug.

    @Steffen: den Verweis auf andere große öffentliche Projekte lasse ich nicht gelten. Nur weil es woanders schiefgeht, muss man das nicht automatisch für die Zukunft fortschreiben.

    Gruß

    Crabby Jack

  6. Ich wohn nicht in Stuttgart, kann also nicht wirklich empfinden was manche Stuttgarter empfinden. Aber ich bin für das Projekt. Außer dass es ein wenig teuer ist, wirkt es auf mich doch recht durchdacht und zukunftsweisend. Und solche großen Projekte kosten halt viel Geld. Im Grunde dürfte es sich aber rechnen. Da die Kosten ja quasi bis 2020 oder wann es denn nun fertig sein wird, verteilen werden, seh ich da nun auch nicht die riesen Probleme.
    Ich war letztens im Stuttgarter Bahnhof und fand ihn wirklich weniger als mäßig. Das ist nun kein Grund einen komplett neuen Unterirdischen zu bauen. Aber was spricht außer der Kosten dagegen? Das historische Gebäude bleibt ja auch bestehen.
    Ich wäre froh wenn in Kiel mal ein größeres Projekt angepackt werden würde. Hier dümpeln die städtebaulichen Gebiete vor sich hin und es passiert kaum was…

  7. Hat sich je einer gedanken gamacht, ob dieser UNTIRDISCHE Bahnhof auch für die Kunden besser sein wird, ein ganz klares Nein, denn er wird im Unterhalt 100% teurer sein, allein durch die Fahrstühle und Rollsteige die verbaut werden, auch die Beleuchtung, wird mehr verbrauchen, trotz natürlicher Beleuchtung und wer zahl dies, ja richtig die Bahn, oder doch nicht, nein das werden die Kunden sein, sprich die Reisenden, es muss doch immer alles teurer werden, koste was es wolle, der „Wehrlose“ Reisende muss es ja bezahlen.

    Was ist mit dem Nahverkehr der nun seit etlichen Jahren keine nennenswerte Verbesserungen mehr erfahren hat, im gegenteil, es wurden Züge gestrichen um Gelder zu sparen, nur weil auf teufel komm raus an allen Ecken und Enden gespart wurde, nur um ein sinnloses Projekt durchzudrücken, das die Bevölkerung nicht will. Das ist im übrigen Demokratie in REINKULTUR.
    Dafür lassen sich unsere Politiker auch noch Ehren!
    Der Kopfbahnhof hätte in den letzten Jahren so verbessert werden können, dass er leistungsstärker als der heute geplante S21 dastehen würde.
    Wurde auch einmal berücksichtigt, dass die Stops auch bei dem ach so altmodischen Kopfbahnhof drastisch verkürzt wurden, in den vergangenen Jahren wurden immer mehr Wendezüge eingesetzt, diese Züge gab es vor 10 Jahren nicht wurden bei der Planung auch nicht berücksichtigt heute fahren nur noch Wendezüge also auch keine umständlichen Lokwechsel mehr, warum sagt man heute, der Kosten Nutzung Faktor ist zu hoch, wir lassen das ganze für wenige Sekunden Zeitersparnis Mrd ausgeben, im übrigen könnte die Ausbildung unserer Kinder noch einiges vertragen, nur so nebenbei bemerkt.

    Was ist mit den alten, gebrechlichen Leuten, ach ja diese werden dann mit Hubschraubern zum nächsten Gleis geflogen, denn der Zug hällt ja nur noch ein paar Sekunden, denn er muss das Gleis für den nächsten Zug räumen, dies will ich ohne Kommentar so stehen lassen. Was ist mit den Reisenden die nur wenige Minuten Aufenthalt haben, sie können nicht einmal mehr eine Zeitung kaufen, geschweige dem sich was zum essen holen, denn der Weg zur Halle ist zu weit, das nenne ich einen wirklichen Fortschritt, der uns Mrd kostet ohne an den Kunden zu denken.

    Was nützt es einem Fahrgast 30 Min schneller nach München zu kommen, wenn er dort keinen Anschluss bekommt und dann eine Stunde auf den Anschlusszug warten muss, oder der Zug, wie in Stuttgart auch, nicht auf ankommende Züge warten kann? Toller Gedanke, der viel Geld kostet.

    Weiß jemand von Euch wo der nächste Rettungszug für die 30 Km Tunnelröhren stationiert ist, ich kann es euch verraten er ist in Kornwestheim stationiert, den rest könnt ihr euch denken, auch was dieser Zug kostet ständig einsatzbereit zu sein, ich kann euch beruhigen, es ist kein weiterer Zug geplant, der uns dann retten könnte. Kostet doch zu viel. Dann hoffen wir doch alle, dass es niemal zu einam Brand in einerer Röhre kommt, denn wie das ausarten kann, haben wir ja an einer Gebirksbahn in Österreich miterleben müssen. Was ist wenn der Rauch auch noch in den UNTERIRDISCHEN eindringt, ich will es mir nicht ausmahlen, allein dieser Gedanke reicht mir.

  8. Dirk Meyer vom Stuttgart Journal

    Wir vom Stuttgart Journal möchten Euch mitteilen, dass jegliche Protestaktionen sinnlos sind. Ob das Projekt Sinn macht oder nicht sei jedem selbst überlassen. Allerdings sind die Regresszahlungen, die die Stadt Stuttgart zahlen müsste vertraglich jenseits von Gut und Böse, sodass die Stadt Stuttgart nicht mehr zurücktreten kann! Es ist einfach vorbei und das Projekt wird verwirklicht!

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