Vor allem finanzielle Hürden verhindern Studium

Mal wieder eine faustdicke Überraschung – jedenfalls für die Studiengebühren-Befürworter: Finanzielle Gründe sind der Hauptgrund für Abiturienten, kein Studium aufzunehmen.

31 Prozent der Schulabgänger mit Hochschulreife des Jahres 2008 haben ein halbes Jahr nach ihrem Schulabschluss nicht die Absicht, an einer Universität oder Fachhochschule zu studieren. Demgegenüber haben 44 Prozent der Abschlussklasse 2008 bereits ein Studium aufgenommen, 25 gaben an, dies „sicher“ zu planen.

Da verschenken nicht nur diese 31 % ihr eigenes Potential, nein, auch unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft entgeht dort großes Potential. Insbesondere wenn die demographische Entwicklung so richtig zuschlägt und wir zu wenig qualifizierte(!) Arbeitnehmer haben.

Und warum? Hauptsächlich weil die Abiturienten schnell Geld verdienen wollen, sie Angst vor Verschuldung haben und die Studiengebühren sie abschrecken. Besonders abgeschreckt ist übrigens der weibliche Teil.

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9 Responses to “Vor allem finanzielle Hürden verhindern Studium”

  1. ich weiss ja, hier, nicht in facebook ;)

    Wie erklärst Dir dann, wenn das oben stimmen sollte, die steigenden Neueinschreibungen? Umfragen sind nett..aber die Realität sieht doch anders aus..

  2. Steht doch alles in dem verlinkten Artikel. Wir haben aktuell stärkere Abijahrgänge (u.a. weil einige Bundesländer auf G8 umgestellt haben), aber innerhalb des aktuellen Jahrgangs liegt die Studierneigung nur noch bei 69 %. Und oben genannte Gründe werden angegeben.

    Und – nebenbei bemerkt – die Realität ist übrigens auch, dass viel mehr Akademikerkinder als Arbeiterkinder studieren. Ich meine, die letzten Zahlen, die ich da gelesen habe, waren 83 % der Akademikerkinder und 23 % der Arbeiterkinder.

  3. Ich kann das gut verstehen … Vor allem wenn man 395 € Gafög bekommet, die Wohnung 200 € kostet –> 195, Im mOnat Studiengebühren zurücklegen: 100 € –> 95 €, Gas/Strom: 60 € –> 35 €, ca. 30 € Fahrkarte –> 5€, Telefon, handy, Internet: 40 € –> -35€ … Ach und was Essen sollte ich auch noch (… und das Studiticket wird glaube ich 2010 auch abgeschafft?) und nein .. ich bekomme nicht deswegen so wenig Bafög weil meine Eltern so viel Geld haben … Es wurde eben beim Bafög nur berücksichtigt, was meine eltern an geld rienbekommen haben – und so viel ist das wahrlich nicht

  4. Von elitären Kreisen ist das vielleicht so erwünscht.
    Traurig!

  5. @David
    Deshalb haben wir demonstriert? ;-)
    Nee, ich weiß schon, was es heißt. Aber passen würde beides.

    @Der MfG
    Das StudiTicket soll nicht abgeschafft werden, sondern das kostenlose StudiTicket für studentische Neubürger, die sich neu in Stuttgart mit Erstwohnsitz anmelden.

    Und mein BAföG-Satz war leider immer viel geringer.

    @Lesende
    Man kann sich dieses Eindrucks manchmal echt nicht erwehren, ja.

  6. @Hubert: Könnten zunehmende Einschreibungen mit Bequemlichkeit einiger Unternehmen zusammenhängen, die Ausbildung den Hochschulen zu überlassen, um diesen dann Bologna-Stress-erprobte Midzwanziger abzuringen? Ja, könnte es. Vielerorts folgt auf vollendete Ausbildung in Zeiten der Krise wiederum kein Anschlussvertrag, trotz guten Betragens, und welcher junge Heranwachsende nimmt gerne weiße Stellen im Lebenslauf in Kauf, Du etwa?

  7. Studiengebühren sind ein echtes schreckliches Thema. Vor allem, seit dem Bolognaprozess. Denn mit der Einführung des Bachelor/Master-Programms, bleibt den Studenten noch weniger Zeit sich neben dem Studium etwas dazu zuverdienen. Wenn 2 Jahre einfach mal wegfallen, kann man die heutigen Studenten nur bemitleiden.
    Ich bin für eine Überdenkung des kompletten Bildungskonzepts!

  8. Andreas

    Überdenken meinetwegen – aber wohin. Weniger Betreuung, weniger Angebote, dafür größere Freiheit und weniger Kopfschmerzen wären ein Ansatz. Die aktuelle Richtung ist ja die Gegenteilige…

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