Arbeitslos: Ja, ich werde alles tun!

Eine Freundin ist arbeitslos geworden und hat sich deshalb – logisch! – arbeitslos gemeldet. Was macht man da in Deutschland? Natürlich, ein Formular ausfüllen.

In dem Formular gab es dann ein Feld: „Ich werde alle Möglichkeiten nutzen, um meine Beschäftigungslosigkeit zu beenden.“

Arbeitsamt, Formular: Ich werde alle Möglichkeiten nutzen, um meine Beschäftigungslosigkeit zu beenden.

Das klingt schon mal sehr nach diesen Terrorismus-Fragebögen bei der Einreise in die USA: „Haben Sie vor, einen terroristischen Anschlag zu verüben?“

Ganz schwer rauszulesen, was die da von einem hören wollen.

Aber der Service auf dem Arbeitsamt ist so gut, die helfen dir dabei. Das Feld war von der Dame vom Arbeitsamt schon mit „Ja“ angekreuzt worden.

Und so beschäftigt die Bürokratie sich selbst. Hilft natürlich ungemein bei der Vermittlung von Arbeitslosen.

8 Responses to “Arbeitslos: Ja, ich werde alles tun!”

  1. Na, es gäbe ja schon Gründe, diese Frage mit „Nein“ zu beantworten, seien es gesundheitliche Gründe, vllt. wurde schon ein Rentenantrag gestellt.

  2. Tanja K.

    Genau diese Verpflichtung ist ein Freibrief für Arbeitgeber die Löhne zu kürzen und der Grund, warum immer mehr Menschen nicht mehr von ihrer Arbeit leben können. Denn wenn man sich weigert für einen Hungerlohn arbeiten zu gehen, wird man vom Amt sanktioniert und muss um die Existenz bangen. Man ist gezwungen eine Arbeit anzunehmen, auch wenn sie noch so schlecht bezahlt ist und noch so schlechte Bedingungen bietet. Der Arbeitnehmer ist kein Mensch mehr, dessen Interessen und Fähigkeit berücksichtigt werden sondern nur noch ein Nutztier, das ausgebeutet werden darf.

  3. Ach ja, das liebe Arbeitsamt, da habe ich vor einigen Jahren auch mal so meine Erfahrungen gesammelt. Nicht nur, dass viele Mitarbeiter inkompetent sind, sie behandeln den Kunden auch oft als sei er minderwertig. Um mich haben sie sich gar nicht richtig gekümmert, weil ich angeblich sowieso überqualifiziert sei und die Mitarbeiter des Amts sich auschließlich um die „Sorgenkinder“ kümmern müssten. Eine Fortbildung, um die ich gebeten hatte, habe ich auch nicht bekommen. Wie gut, dass ich nach ca. 3 Monaten nichts mehr mit dem Arbeitsamt zu tun hatte.

  4. Da hat die Dame vom Arbeitsamt wohl selber gemerkt, dass diese Frage witzlos ist.
    Vielleicht kann man das Kreuzchen ja gleich mit aufdrucken ;-)

  5. Hatte vor etwa 4 Jahren auch mal mit dem Arbeitsamt zu tun. Konnte seinerzeit den Frust der Mitarbeiter dort aber auch teilweise nachvollziehen. Ich schätze mal, dass ein Drittel der „Arbeitssuchenden“ es sich in ihrer Situation ganz bequem gemacht haben. Mir gegenüber waren die immer echt nett und haben ihre Formulare manchmal selbst auf die Schippe genommen.
    Mein Opa hat immer gesagt: Wo der Amtsschimmel wiehert gibt es immer was zu lachen.

  6. Unglaublich wie dieser Eintrag von Spammern heimgesucht wird. Wenn das so weitergeht, mach ich die Kommentare hier (= unter diesem Eintrag) dicht.

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