Atomkonzerne beschließen Laufzeitverlängerung

Die Bundesregierung will die Atomkraftwerke künftig je nach Alter acht bis 14 Jahre länger laufen lassen. So weit, so umstritten – und leider erwartbar.

Aber ein kleines Detail ließ mich vorhin doch aufschrecken:

Mehrmals verließ die Kanzlerin diese Runden, um sich in Schaltkonferenzen mit den vier Vorstandsvorsitzenden von E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall abzusprechen. In dieser Gemengelage kam es zu durchaus kuriosen Konstellationen.

Quelle: Welt online

Wenn das stimmt, ist die Vermutung nahe, dass die vier Energiekonzerne eigentlich selbst über die Verlängerung der Laufzeiten entschieden haben – mal vorsichtig ausgedrückt. Ungeheuerlich!

Angeblich ging es doch um ein Energiekonzept, das insbesondere zum Ziel haben soll, die Erneuerbaren Energien zu fördern. Warum muss sich die Kanzlerin dann (nur) mit den vier Atomkonzernen abstimmen und der Bundesverband Erneuerbarer Energien muss in der Tagesschau nachträglich sein Bedauern ausdrücken und darauf hinweisen, dass die Verlängerung der Restlaufzeiten für die Erneuerbaren Energien eher negativ ist?

Das macht echt wütend. Apropos: Am 18. September ist eine Großdemo gegen Atom in Berlin.

Ach ja, was ist eigentlich aus der „Mindestens 50 % Gewinnabschöpfung“ für Erneuerbare Energien geworden?

Via Lavinia Steiner auf Facebook

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10 Responses to “Atomkonzerne beschließen Laufzeitverlängerung”

  1. Einmannblogger

    Grundsätzlich find ich schon ok, daß sich die Kanzlerin mit den Energiekonzernen abstimmt. Allerdings find ich, daß dann auch öffentlich gehört.

  2. Und dass sie sich auch mit anderen Betroffenen (siehe Bundesverband Erneuerbare Energien) genauso abstimmt.

  3. Ungeheuer praktisch natürlich auch, daß künftige Strompreiserhöhungen mit den Zahlungen für die Regenerativen begründet werden werden.
    Falls Du es noch nicht bemerkt haben solltest: Bürgerin Merkel selbst ist Teil der Atomlobby!

  4. Uff das mit der Schutzklausel ist wirklich der Hammer. Aber dafür ist die andere Klausel daß der Staat im Endeffekt für die Sicherheitsmaßnahmen aufkommen muss wenn die Kosten dafür über 500 Millionen betragen eigentlich nicht so schlecht wie in dem Beitrag dargestellt. Dann sparen die Konzerne wenigstens nicht an der Sicherheit und das ist ja für die Bevölkerung erstmal das wichtigste. Zwar bezahlen wir dafür aber uns fliegt auch kein Kraftwerk um die Ohren. Ist doch ein halbwegs guter Kompromiss.

  5. Michael Hilß

    Hallo Henning,
    ich bin Jeder, der versucht hat, dem Spreeblick-Team zu erklären was ein Blog ist und jetzt will ich direkt mal bei Dir posten. :-)

    Zu diesem Beitrag muss ich einfach was schreiben, weil mich das Thema selbst nicht mehr los lässt. Im Vorfeld möchte ich hier noch anfügen, dass ich derzeit keine politische Ausrichtung habe.
    Ich bin auf jeden Fall bezüglich unserer Atompolitik sprachlos. Ich fand es den Mut und zugleich die Einsicht von rot-grün super. Ein Ausstieg aus der Atomenergie zu verabschieden war genau der richtige Weg und jetzt wird alles zerstört? Wie kann das sein, da fehlen mir die Worte. Wie kann man so beeinflussbar sein, dass man eine Anbahnung in die richtige Richtung, so einfach zerstört. Unbegreiflich für mich. Und ich werde das so oft ich kann öffentlich äußern! Was hier abgeht ist einfach nicht zu fassen. Man müsste ein Aufruf an alle Webseitenbetreiber starten und diese bitten, hier Ihre Meinung öffentlich kund zu tun, so dass das komplette Internet damit überflutet wird. Vielleicht hilft das ja! Ganz ehrlich? Ich weiß wirklich nicht wen ich noch wählen soll!
    Mich interessiert eure Meinung dazu??!! Ich freue mich über eure Äußerungen!

  6. Christian

    Ehrlich gesagt finde ich es schon einen Hammer, dass man sich auf einen Vertrag mit den 4 Energieriesen geeinigt hat. Schließlich sollte man meinen die Regierung beschließt aufgrund eines Gesetzes.

  7. Und alles wieder zurück auf Anfang :-) Da wird einem erstmal die Haltbarkeit von Gesetzen verdeutlicht.

  8. Vanessa Pellet

    Und, die Situation hat sich beruhigt, die Nachwehen von Japan klingen ab und die noch vor kurzem laut geschriehen haben, sind verstummt. Kaum zu glauben, selbst eine solche Kathastrophe schafft es nicht die Welt nachhaltig zu bewegen!

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