Besucherzahlen von Social Networks: VZ ade!

Oft wurde mir die Frage gestellt, wie wohl der Kampf zwischen Facebook und studiVZ ausgehen wird. Da war längst klar, dass Facebook den Vorsprung vom studiVZ sehr schnell eingeholt hat und über immense Wachstumsraten verfügt.

Allerdings hatte das schülerVZ noch sehr gute Besucherzahlen, was möglicherweise langfristig das studiVZ wieder hätte stabilisieren können. Denn die VZ-Gruppe hat hier – im Gegensatz zu Facebook & Co. – eine immense Marktabdeckung in einer jungen Zielgruppe.
Wenn es nach der Schulzeit gelingen sollte, die Schüler ins studiVZ zu migrieren, wäre das ein strategischer Vorteil gegenüber Facebook – allerdings wohl der einzige.

So habe ich die Frage nach dem künftig in Deutschland dominierenden Social Network eine Weile zwar mit Facebook als Favoriten beantwortet – aber noch die Einschränkung ergänzt, dass das studiVZ durch die Schüler-Nachwuchstruppe eventuell auch wieder aufholen könnte.

Wenn ich nun aber bei Thomas Hutter sehe, dass auch das schülerVZ inzwischen sehr deutlich an Besuchern verliert*, dann ist der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland wohl eindeutig für Facebook entschieden.

Besucherzahlen Facebook, StudiVZ und SchülerVZ im Vergleich (2010)

Byebye, VZ!
Die VZ-Gruppe ist meiner Ansicht nach nun endgültig ein Auslaufmodell und wird in ein paar Jahren wohl nur noch ein Nischendasein führen.

Hier rächt sich nun offenbar die Fokussierung auf jüngere Zielgruppen – denn Schüler oder Student ist man in der Regel eben nur temporär. Schade drum ist’s aber eigentlich nicht…

* Als Zahlenbasis hat Thomas Hutter den Google AdPlanner verwendet.

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16 Responses to “Besucherzahlen von Social Networks: VZ ade!”

  1. So fokussiert auf eine jüngere Zielgruppe waren die VZs ja eigentlich gar nicht. Schon früh stellten die VZs ihre Portale so auf, dass man von SchülerVZ über StudiVZ ins MeinVZ wechseln konnten.

    Anders als Facebook, das ihre Zielgruppe, weg von Studenten, hin zu allen anderen Altersgruppen, innerhalb eines Portals verändert hatte, hat StudiVZ aber drei Portale entwickelt. Drei Portale die separat vermarktet werden, drei Portale die auch funktional getrennt waren.

    Zusätzlich entwickeln die VZs neue Funktionalitäten nur sehr zögerlich. Viel zu spät erst, öffneten die VZs ihre Portale für externe Entwickler und Anwendungen. Und bis heute bleiben die Möglichkeiten für Programmierer weit hinter denen zurück, die von Facebook angeboten werden.

    Ich war den VZs (damals StudiVZ) von Anfang an sehr skeptisch gegenüber eingestellt, eben weil es nur die dreiste Kopie von Facebook war und noch nie mit eigenen Ideen und Innovationen aufwarten konnte, sondern sich immer, aber immer viel später, an Facebook orientierte.

    Wie es besser geht, sieht man an Xing. Auch nur eine Kopie von LinkedIn, löst Xing diverse Funktionen einfach sehr viel besser. Die Frage ist, wie lange noch.

  2. Auch ich habe bei XING noch so meine Hoffnung dass die noch die Kurve kriegen und in Sachen Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit sich noch mehr in Richtung 2.0 bewegen. Bei den VZ’s war mir allerdings schon recht früh vor ca. 1,5 Jahren klar, dass das nichts mehr wird und die VZ’s auf Dauer Facebook weichen werden. Die Gründe sind sowohl in deinem Post Henning als auch im Kommentar deutlich erkennbar. Wenn Interesse an einer Diskusion diesbezüglich besteht können wir ja eine Diskussion eröffnen auf unserer Facebook Seite :-) :

    http://www.facebook.com/pages/.....5282472266

  3. @Glenn
    Ja, das meinVZ. Aber wie viele sind denn wirklich migriert? Zumal die Abgrenzung schwierig war, weil es im studiVZ ja auch einen Alumni-Status gibt. Die schleppende Weiterentwicklung war letztlich wohl der Hauptgrund für diese Entwicklung. Und wenn sie nach langer Zeit dann mal wieder was nachgemacht haben, dann meist grauenhaft umgesetzt (z.B. die Kommentarfunktion im Buschfunk bei der ich gar nicht mitkriege, wenn jemand bei mir was kommentiert).

    Die Kopie hätte durchaus funktionieren können, denn letztlich ist kaum(!) etwas bei einem Social Network so wichtig wie, dass ich meine Freunde dort finde. Und da hatte das studiVZ gegenüber Facebook lange Zeit die Nase vorn.

    Man hat sich dann aber auf den Lorbeeren ausgeruht und war bestenfalls sehr spät dran mit nachmachen.

    @Milos
    Wäre kein Interesse an einer Diskussion, gäbe es hier keine Kommentarfunktion. Ich seh nur keinen Grund, warum ich die Diskussion von hier auf eine Facebook-Seite verlegen sollte. :-)

  4. Das mit den Loorbeeren kann gut stimmen. Trotzdem denke ich hätte Facebook früher oder später VZ aufs Urheberrecht verklagt (oder hatten die eine Abmachung mit Facebook ?), wenn VZ zu mächtig geworden wäre. Ich bin damals letzlich auf Facebook umgestiegen, weil ich viele Freunde aus dem Ausland hatte, die längst alle auf Facebook waren und VZ natürlich nicht kannten. Auch sprach eben die rasende Entwicklung bei Facebook sehr schnell und sehr früh dafür, die eigenen Aktivitäten eben auf Facebook und nicht auf VZ auszubauen.

  5. Facebook hatte geklagt, aber auf wundersame Weise nicht recht bekommen. StudiVZ war ja aber auch rot und Facebook blau. ;-)

    Dieses „Viele Freunde aus dem Ausland“-Argument hört man oft, aber ich glaube, das ist nur ein relativ kleiner Teil des Facebook-Erfolgs. Schließlich läuft die meiste Kommunikation ja auch in der eigenen Sprache. Ich hab vielleicht 2-3 Kontakte in Facebook, die kein deutsch verstehen.

    Die rasende Entwicklung bei Facebook wiederum konnten nur die sehen, die auf beiden Plattformen war – und das war die Masse ja anfangs nicht.

  6. mit einer simplen Quellcode konnte man damals ganz leicht aus der roten Darstellung eine blaue machen ;-) ! Stimmt schon dass ich hauptsächlich mittlerweile mit Leuten aus Deutschland kommuniziere, aber trotzdem bekomme ich viel aus Kroatien mit und was unten so läuft. Wenn Facebook jetzt noch automatisch alles in die entsprechende Sprache meines „Freundes“ übersetzen würde, dann wäre ich glücklich :-) !

  7. Sami Demirel

    Interessante Grafik, teils auch erschreckend wie schnell es bergab gehen kann, ich finde den VZ Seiten fehlt einfach die innovative Idee die sich von Facebook abhebt, ansonsten heißt es wirklich bye bye!

  8. Marc @ Büro auf Zeit

    Ganz klar die VZ Netzwerke haben den Zahn der Zeit verpennt. Die Plattform StudiVZ hätte viel mehr aus Ihrer Ausrichtung an die Zielgruppe der Studenten machen sollen – z.B. Interaktive Lerngruppen. So ist un bleibt die Plattform ein Abklatsch vom großen Vorbild Facebook!

  9. Dass VZ verliert, war von vorne herein absehbar: Facebook hat einfach mehr Ideen, mehr Investitionen (klar, in den US gibts eben mehr Risiko- und VCkap), ein besseres Design, mehr Nutzen und mehr Offenheit für externe Entwickler.
    StudiVZ ist eben auf der Entwicklung von vor 3 Jahren stehengeblieben.
    Obwohl die Nutzer mit der Plattform eigentlich recht zufrieden sind (siehe zb http://www.slideshare.net/stoc.....rt-studivz), kommt StudiVZ nicht mehr aus dem Sog des Netzwerkeffekts von Facebook heraus. Die Gründer wirds aber nicht stören ;-)

  10. Ich finde es sehr traurig, dass StudiVZ so schnell Besucher verliert…
    Am Anfang fand ich das cooler als FB, war leichter zu benutzen, alle meine Kumpels waren da, war etas Deutsches…
    Naja,selber schuld, wenn sie nicht weiterentwickeln wollten…

  11. @Alexander: Du meinst, weil die Gründer von VZ auch so schon genug Geld gemacht haben ? Würde das nicht bedeuten dass man nur versuchen muss jede gute aufkommende Idee aus den USA zu kopieren, selbst wenn man irgendwann dem Untergang geweiht ist ?

  12. @Milos
    Wenn’s die richtigen Ideen sind, die man kopiert, stimmt das doch – rein finanziell betrachtet – auch. Ich glaube, dass es Ehssan Dariani ziemlich egal ist, was jetzt mit dem StudiVZ ist.
    Er hat seine Chance genutzt und das auch ziemlich gut. Schnell hochgezogen, verkauft – und ausgesorgt.

  13. ich hatte meinen Facebook-Account (seit 2004/2005), ich war damals in den USA, vor meinem StudiVZ-Account (2006?) und für mich war StudiVZ als ich es kennengelernt habe, ein roter Klon von Facebook. Der Unterschied: Facebook hat sich kontinuierlich weiterentwickelt, Studi-VZ nicht.

  14. @Alexander Stocker
    [Dass VZ verliert, war von vorne herein absehbar: Facebook hat einfach mehr Ideen]

    Genau hier würde ich auch ansetzen. Vor allem kann facebook auf eine offene API setzen, auch wenn diese nicht unbedingt immer gut dokumentiert ist, kommen viele neue Ideen eben nicht von den Gründern, sondern von den Mitgliedern. Denn die VZs sind ja wohl doch sehr proprietär. Das eingeschlossene Systeme auf längere Zeit nicht wirklich gut funktionieren hat man in der ehemaligen DDR schon erleben müssen.

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