Das kleinere Übel wählen?

Nicht alle Menschen stehen so eindeutig hinter einer Partei wie ich. Wobei es trotz der Eindeutigkeit natürlich Licht und Schatten gibt, nichts ist perfekt und eine Partei schon gar nicht.

Nun steht in Baden-Württemberg in drei Wochen eine Wahl an, eine sehr wichtige Wahl. Soweit ich weiß war noch nie vor einer Landtagswahl in Baden-Württemberg eine so starke Wechselstimmung da und die Umfragen so knapp.

Dennoch sind viele Menschen skeptisch und wissen noch nicht so recht, was sie wählen sollen bzw. ob sie einfach zu Hause bleiben, um sich diese schwierige Entscheidung zu ersparen. Besonders schwierig ist es natürlich für die, die ihrer bisherigen Partei den Rücken kehren wollen.

Oft heißt es, keine der Parteien sei eben richtig gut man wolle eben nicht das kleinere Übel wählen. Doch ich möchte hier ganz klar dafür plädieren, das kleinere Übel zu wählen.

Denn wer nicht das kleinere Übel wählt, der bekommt das größere Übel. *

* Wer nun das kleinere und wer das größere Übel ist, ist natürlich subjektiv. Aber ich kenne auch CDU-Anhänger, die sagen, dass es zu einer viel zu starken Verfilzung im Land kommt, wenn eine Partei über fast 60 Jahre regiert.

{lang: 'de'}

13 Responses to “Das kleinere Übel wählen?”

  1. Wo du recht hast, hast du recht. Wobei ich einfach nicht verstehe, wie man nicht wissen kann, wen man wählen soll. Natürlich ist keine Partei hundertprozentig ideal, aber als normaler, denkender, nicht allzu uninteressierter Mensch hat man doch Werte, Ziele, Wünsche, Vorstellungen? Ich WEISS doch ob mir die CDU näher ist als die Grünen? (Natürlich NICHT!!!!! Das ist nur ein Beispiel… Hilfe…) ;)))

  2. Baranek

    Sag ich ja auch immer. Vor allem sollte man aber nicht was wählen und dann was kriegen, was man nicht will. Meine damit die Piraten oder Linke, die ihre Stimme verschenken und damit vielleicht sogar Mappus helfen, an der Macht zu bleiben. Das ist bei dieser knappen Wahl einfach unklug.

  3. Nicht zur Wahl gehen, (nur) um sich die Entscheidung zu sparen ist arm. Nur noch arm… denn das würde heißten, sich vor einer Entscheidung zu drücken. Und wer sich drückt… naja… wer nicht zu Wahl geht, hat zumindest von vornherein verloren.

    Und was verschenkte Stimmen anbelangt, so bin ich der Meinung ist keine Stimme verschenkt. Vielleicht aus parteitaktischen Gründen, aus rechnerischen Gründen, aus demokratischen ursprünglichen Gründen ist jede Stimme eine Stimme, die ein mündiger Bürger dem geben kann, dem er sie geben will… selbst wenn er sie nichtdemokratischen Parteien gibt… es ist seine Stimme… sein demokratisches Instrument.

  4. Danke für das hochinteressante Interview. Zeigt es doch das, was ich schon immer sage: Prognosen Glauben zu schenken ist grundlegend falsch. Vor allem für Wähler, die meinen, sie müssten taktisch wählen… denn sie lassen sich leicht „manipulieren“….

    Zum Thema „verschenkte Stimmen“, ist dieses Interview ein Plädoyer seine demokratische Macht richtig zu nutzen und wirklich dem zu geben, dem man die Stimme geben will… egal, was Prognosen sagen. Eine Taktik beim Wählen kann nur – auch demokratisch – eigentlich ein falscher Weg sein.

  5. @Stefan
    Naja, ganz Unrecht hat dieser Fritz Ulmer ja nicht, aber so richtig recht hat er auch nicht. Wer Umfragen seriös betrachtet, rechnet immer die Fehlertoleranz mit ein. Ich tue das jedenfalls.

    Und dass die Prognosen zu 99,9 % nicht zutreffen, ist auch ganz einfach zu erklären, denn er meint hier die exakte Übereinstimmung einer Umfrage mit dem Wahlergebnis.

    Und taktisches Wählen (jetzt auch @Claus) hat natürlich seine Grenzen – aber auch seine Berechtigung. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Piraten unter 5 % bleiben ist nun mal extrem viel höher als dass die Grünen (oder die CDU oder die SPD) unter 5 % bleiben.

  6. @henning klar, dass bei Prognosen eine Fehlerquote eingerechnet wird, nur wie hoch ist diese? 10 % hoch oder runter? 5%, oder gar 15%?

    Ganz puritanisch gesprochen: Wenn eine Partei unter 5% bleibt, laut Voraussage (Prognose) oder Vermutung der eigenen Beobachtung, ist dass dann der Grund, diese Partei nicht zu wählen? Ist es nicht viel mehr der Ansporn, gerade das zu tun, um die Hürde zu kacken? Wie groß sind die Schnittmengen der Parteien, die die 5% überschreiten werden und der Partei, der man am nächsten steht und seine Stimme geben will, aber diese Hürde wohl nicht schafft? Reichen diese Gemeinsamkeiten, um seine Stimme doch jemandem anderen zu geben?

    Wenn so gedacht wird, dann schafft es eine Partei nie über die 5% oder? Dann wählt man wohl oder übel ein „kleineres Übel“ statt denjenigen eine Stimme zu geben, die gar kein Übel darstellt. Und mit der Stimme dafür gesorgt wird, dass sie mehr Chancen hat, die 5% zu reissen… letztlich ist auch eine Partei, die unter 5% bleibt gewählt und kann somit auf den erreichten Anteilen für den weiteren Wahlkampf aufbauend tätig sein (Stichwort staatliche Parteienfinanzierung pro Stimme.)

  7. @Claus
    Die Fehlertoleranz geben die Umfrageinstitute selbst ja mit ca. 1,4-3 % an und Fritz Ulmer setzt sie etwas höher an (beides siehe PDF-Link von Stefan).

    Selbst wenn ich die höhere Toleranz nehme, gibt es Parteien, die sehr wahrscheinlich im Landtag drin sein werden, Parteien, die sehr wahrscheinlich nicht drin sein werden und Parteien bei denen es sehr unsicher ist.

    Was die daraus abgeleitete Taktik für die eigene Stimme angeht, hängt es dann sehr davon ab, ob es mir mehr darum geht, ein Zeichen zu setzen (und deshalb eine Partei wähle, die sehr unwahrscheinlich über 5 % landet) oder ob es mir mehr um die reale Veränderung der Mehrheitsverhältnisse im Parlament geht (und wie wahrscheinlich diese wiederum ist; wenn der Ausgang der Wahl klar zu sein scheint, wählen tendenziell mehr Leute untaktisch).

  8. Wow, den Artikel hatte ich gelesen, aber die Debatte ist ja auch echt interessant – und lang (konnte jetzt gar nicht alles lesen)!

  9. Was glaubst du, wird sich in Baden-Württemberg ändern, wenn du den Piraten deine Stimme gibst?

  10. @Henning, ich glaube, der ******partei Wähler ist ein Bot, der einen Link für Werbung dargelassen hat…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.