EHEC und meine gestiegene Gemüse-Affinität

Es ist irgendwie paradox: Seit der ganzen Berichterstattung um EHEC und welches Gemüse heute wieder Schuld daran ist, kaufe ich mehr Gemüse.

Und das liegt jetzt weniger daran, dass es seitdem so günstig ist (ein bisschen aber schon), sondern viel mehr daran, dass Gemüse bei mir dadurch viel stärker im Bewusstsein ist.

Tomaten schneidenMehrmals täglich wird man ja derzeit mit EHEC, pardon Berichterstattung über EHEC, bombardiert: EHEC aus Spanien, EHEC auf Tomaten, EHEC aus Norddeutschland, EHEC auf Gurken, EHEC auf Sprossen, EU-Hilfen für Bauern wegen EHEC, EHEC doch nicht auf Gurken und Sprossen, höhere EU-Hilfen für Bauern, EHEC doch auf Sprossen usw. usw.

Mit diesen Gedanken komme ich gerade aus dem Supermarkt, schalte den Laptop ein, gehe auf spiegel.de und lese: Experten finden Ehec-Erreger im Müll. Mein spontaner Gedanke: Da gehört er auch hin. ;-)

Ohne das Problem verharmlosen zu wollen – aber die Gefahr, dass man sich infiziert, erscheint mir schon rein statistisch sehr gering zu sein. Trotzdem klebte schon vor Tagen auf einem Sushi-Paket im Edeka „Jetzt ohne Gurke!“.

Und wo ich gerade eh einen bunten Salat an EHEC-Themen hier in einen Gemüse-Eintopf schmeiße: Ich finde Ehec hässlich und zudem falsch. Das heißt EHEC, denn es ist eine Abkürzung für Enterohämorrhagische Escherichia coli.

7 Responses to “EHEC und meine gestiegene Gemüse-Affinität”

  1. Faktisch kann man also nicht wirklich sicher vor Ansteckung sein aber angesichts der fallenden Neuansteckungen sollte man wohl das einzig Richtige tun und einmal ruhig durchatmen und ganz normal seinen Angelegenheiten nachgehen, statt sich von der Angst sein Leben verwirren zu lassen.

  2. Habe mich auch über die niedrigen Gurken & Salatpreise gefreut, und lebte die ltzten Wochen doch recht gesund. Und das soll jetzt zu Ende sein? Schade :-(

  3. Ich habe mich leider total von der Panikmache anstecken lassen, aber so langsam esse ich auch wieder Gemüse, allerdings immer noch mit einem schlechten Gefühl. Die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken ist zwar nicht sonderlich hoch und die Sterberate müsste statistisch sogar noch unter den Raten bei einer Grippewelle liegen (kennt sich da jemand aus?), aber es gibt relativ oft Komplikationen und die halten ein Leben lang. Da verzichte ich lieber ein paar Wochen auf Lebensmitteln, vor denen gewarnt wird. Schadet mir ja schließlich nicht… Für die zahlreichen Bauern und Restaurants, die mit in den Schlamassel gezogen wurden, tut es mir allerdings wahnsinnig leid. Da reichen die mickrigen EU-Hilfen auch nicht aus, um den Schaden zu beheben.

  4. Tjaja, die Gemüse-Panik ist offenbar ansteckender als EHEC selbst. ;-)

    Das mit den Bauern und den EU-Hilfen ist echt schwierig. Ist der Staat dafür da, unternehmerisches Risiko auszugleichen? Oder trägt er letztlich eine Mitverantwortung für die Misere der Bauern? Warum gibt es da keine Versicherungen gegen solche Fälle?

    @Sebert
    Gestern kosteten die Gurken im Edeka am Olgaeck schon wieder 49 statt 29 Cent – eine Steigerung von 169 %! :-)

  5. Das ganze war für mich mehr oder weniger ein einziger großer ‚Hype‘ samt Hysterie von Medienseite. Viel Gerede, wenig Infos und brauchbares. Staat und Behörden sind an ihre Grenzen gestossen, schon interessant zu beobachten. Nichtsdestotrotz ist das ganze natürlich furchbar und jedes Opfer ist eines zuviel!

  6. Gerade wegen solch äußerst gefährlichen Vorfällen wie der Ausbruch von EHEC finde ich es nur um so wichtiger sich richtig mit dem Thema Gemüse und alles drumherum auseinander zu setzen.

  7. Finde nicht, dass das ein überflüssiger Hype war rund um das Thema EHEC. Sondern vielmehr, dass es innerhalb der EU mit der Art und Weise, wie Lebensmittel angebaut werden, ein Umweltproblem erster Güte gibt und dass die EHEC-Nummer nur die berühmte Spitze des Eisberges ist.

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