Frauenquote in der Wirtschaft

„Unterirdisch“ nennt sie insbesondere die Ist-Zahl weiblicher Mitglieder in Dax-Vorständen und -Aufsichtsräten. In den Vorständen liege der Frauenanteil gerade einmal bei 3,7 Prozent, in Aufsichtsräten bei 15 Prozent.

Quelle: Zwei Ministerinnen im Quotenkampf (SPON)

Alleine dafür hat sich die ganze Diskussion um eine Frauenquote in der deutschen Wirtschaft doch eigentlich schon gelohnt. Dafür, diesen Satz aus der CDU zu hören. Mit „sie“ ist nämlich Bundessozialministerin Ursula von der Leyen gemeint.

Egal, ob man für oder gegen eine feste Quote ist: Es ist wichtig, dass dieses Thema endlich auch in den Köpfen der Menschen ankommt. 3,7 % ist ja wohl wirklich ein Witz! Und selbst 15 % sind beschämend.

Norwegen hat eine 40-%-Quote in Aufsichtsräten – aber andere Länder sind auch ohne Quote schon viel weiter als wir. Was also auch kommen mag: Es muss helfen!

16 Responses to “Frauenquote in der Wirtschaft”

  1. Auch wenn ich eine Frau wäre, hätte ich keine Lust auf ein Leben lang 70 oder 80 Stunden Woche. Mit weniger Arbeitszeit ist man leider ungeeignet für Spitzenpositionen.
    Warum man per Quote Frauen zur Aufgabe ihres Privatlebens zwingen sollte, erschliesst sich mir nicht.
    Die von der Leyen mag von mir aus gern so lange arbeiten. Aber ich habe vollstes Verständis, für jede(n) dem ein Privatleben wichtiger ist als der Beruf.
    Warum werden eigentlich keine Quoten für Homosexuelle und Migranten in den Chefetagen gefordert?

  2. Ich hab ja gar keine Quote gefordert. Aber glaubst du im Ernst, dass gar nicht mehr als 3,7 % Frauen in DAX-Vorstände wollen?

    Im übrigen ist eine Führungsposition – zum Glück – nicht automatisch it einer 70- oder 80-Stunden-Woche verbunden.

  3. Es ging nicht um Team- oder Gruppenleiter sondern um Vorstände von DAX-Unternehmen und andere Spitzenführungskräfte. Du willst nicht ernsthaft behaupten, dass diese Leute mit weniger als 70 Stunden pro Woche hinkommen?! Und um überhaupt da hinzukommen müssen sie ihr Arbeitsleben lang deutlich mehr leisten als andere und damit sind nun mal auch deutlich längere Arbeitszeiten verbunden.

    Es wollen auch deutlich mehr Männer in Vorstandsposten als da drin sind. Aber da sind nun mal gewisse Anforderungen zu erfüllen. Es geht nicht ums Wollen sondern ums geeignet sein.

    Du hast keine Quote gefordert, obwohl sonst bei den Grünen fast jede Personalentscheidung an einer Quote hängt. Gut. Sieh es einfach als Kommentar auf die Forderung von Frau von der Leyen.

  4. @test
    Willst du damit sagen, dass nur diese 3,7% Frauen für eine solche Position geeignet sind? Na, herzlichen Dank…

    By the way Frauenquoten gibt es in der CDU auch und in vielen europäischen Ländern. Dinge zu verändern ist eben nicht mit Reden getan. Und die Frauenquoten sollen ja nicht ewig gelten, sondern nur für eine Übergangszeit um die Männerherrschaft an der Spitze zu durchbrechen. Ich glaube das würde helfen unsere gesellschaftliche Wahrnehmung und Einstellungen zu ändern.

    @Artikel
    Irgendwann wird es einfach normal sein, dass Frauen dort oben sitzen… Und, ah ich vergaß, nebenbei auch noch Kinder haben. Haha. Ich freu mich schon drauf!!

  5. @test
    Ich glaube nicht, dass es nur mit 70-Stunden-Wochen geht. Aber von DAX-Konzernen hab ich auch nicht so viel Ahnung. Selbst wenn es jedoch so sein sollte: Natürlich gibt es sehr viele Frauen, die das nicht wollen. Genauso wie es übrigens sehr viele Männer gibt, die das nicht wollen. Und vielleicht gibt es auch mehr Frauen, die das nicht wollen als Männer. Aber sicher nicht im Verhältnis 3,7 zu 96,3.

    Genauso sind übrigens auch sicher viel mehr als diese 3,7 % geeignet. Die meisten DAX-Konzerne haben gar keine Frau im Vorstand. Glaubst du im Ernst, es gibt da keine, die das will und kann?

  6. Ich finde es ehrlich gesagt etwas seltsam, dass in den höheren Positionen so wenig Frauen arbeiten, obwohl in den Personalbüros doch meistens fast ausschließlich Frauen sitzen. Diskriminieren sich die Frauen also gegenseitig oder haben die Frauen in den Personalbüros nicht ausreichend Entscheidungskompetenzen?

    Meiner Meinung nach sollte man auch darüber mal nachdenken.

    LG Sara

  7. Zu den Anforderungen an DAX-Vorstände gehört nunmal, dass sie mind. 60 Stunden pro Woche arbeiten und in den letzten 20 Jahren ein Unternehmen in den verschiedenen Ebenen gut kennengelernt haben. Auch in diesen ersten 20-30 Jahren sind die geeigneten Kandidaten durch extrem lange Arbeitszeiten aufgefallen.
    Es gibt nicht viele die diese Aufopferung für den Beruf bringen und damit die Voraussetzung für einen Vorstandposten im DAX-Konzern erfüllen. Unter denen, welche so lange arbeiten wollen, gibt es überproportional mehr Männer. Im Gegensatz zu Miriam sehen ich das aber nicht negativ für die Frauen. Sie haben meiner Meinung nach viel eher verstanden, worauf es im Leben ankommt – der Beruf ist eben nicht alles. (Und es müssen auch nicht immer Kinder sein. Freunde, Hobbies, Freizeit, Urlaub – bei all dem müssen Vorstandskandidaten sehr deutliche Abstriche machen.)
    3,7 % Frauen mögen trotzdem etwas wenig erscheinen und sind sicher noch steigerungsfähig. Hier spielen aber verschiedene Faktoren eine Rolle. Viele deutsche DAX-Konzerne sind ingenieurdominiert (bzw NaWi dominiert). Ein Studiengang für den sich nicht viele Frauen entscheiden.
    Die heutigen Vorstände sind so ca. 1985 in den Beruf eingestiegen. Damals war es noch viel selbstverständlicher, dass Frauen sich ggf. um die Kinder kümmern und Männer um die Karriere.
    Es wird also noch eine Weile dauern bis sich das Rollenverständnis der heutigen Zeit in den Vorstandsetagen widerspiegelt.

  8. @test
    Mir wäre es neu, dass die Quote Frauen / wen auch immer dazu zwingt, einen Posten in der Chefetage anzunehmen oder dass wir einen Arbeitszwang haben. Die Realität sieht ohnehin oft so aus, dass diejenigen, die überhaupt die Gelegenheit zu dieser „Wahlmöglichkeit“ haben meist in den letzten Jahren (davor) keine 37 Stunden Woche hatten.

    Auch die Behauptung „Sie haben meiner Meinung nach viel eher verstanden, worauf es im Leben ankommt – der Beruf ist eben nicht alles.“ finde ich ziemlich aus der Luft gegriffen, z. B. wenn ich einige (wohl karrieregeile) ehemalige Schulfreundinnen sehe, denen das Privatleben reichlich egal ist. Die meisten Männer, die seit 20, 30 Jahren ihre 80 Stunden Woche leben realisieren, schön wertkonservativ trotzdem Familie und Beruf mit dem Heimchen am Herd.

    Frauen nehmen übrigens auch an naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen immer mehr Prozente für sich in Anspruch, abgesehen davon sind die wenigsten Vorstände „technisch“ dominiert, sondern meist ein Sammelsurium von Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen. Gerade der Typus des „alle Ebenen eines Unternehmens“ kennenlernens ist übrigens ohnehin am Aussterben, wenn man sich die (vornehmlich externen) Neubesetzungen (jaja, die Yuppies) vieler Vorstandsposten ansieht.

  9. „Zwingen“ ist objektiv natürlich falsch. Aber ich denke, mein Punkt ist klar. Wenn Frauen nicht ihren Lebenszweck im langen arbeiten sehen, kommen sie halt nicht in Vorstandsetagen (und wir brauchen uns nicht mit Quoten zu beschäftigen..
    Ich habe schon geschrieben, dass man sicher 20 Jahre lang sehr viel arbeiten muss, bevor einem so ein Job angeboten wird.
    Blos weil ein paar von deinen Freundinnen ihr Privatleben egal ist, heißt das nicht, das meine Behauptung falsch ist. Dazu gibt es auch objektive Untersuchungen. In der Mehrheit setzen Frauen andere Prioritäten.
    Eine 80h-Woche mit Partner und Kindern zu Hause ist meiner Meinung nach auch kein erstrebenswertes Privatleben.
    Klar gibt es nun auch langsam mehr Frauen im ingenieur- naturwissenschaftlichen Bereich. Aber eben kaum vor 20 JAhren, als die heutigen Vorstände ins Berufsleben gestartet sind.
    „technisch dominiert“ – da hätte ich vielleicht nicht nur Daimler anschauen sollen. hier gibt es Zahlen: http://karrierebibel.de/beleta.....x-manager/

  10. Daimler ist noch sehr traditionell bestimmt ja ;). Studien und Untersuchungen, was Frauen wollen, haben immer so ein gewisses G’schmäckle, versteh mich da nicht falsch (Churchill usw.).

    Meine persönliche Erfahrung ist hier wirklich: Je höher das Bildungsniveau und die soziale Herkunft, desto geringer ist die persönliche Bereitschaft, das erreichte aufzugeben – gerade als Frau, die sich, siehe Chefetage & Co, immernoch deutlich mehr als ihre männlichen Geschlechtsgenossen für den Aufstieg anstrengen muss.

    Das eine 80 Stunden Woche nicht erstrebenswert ist, steht auf einem anderen Blatt. Wer sich für eine Führungsposition, ähnlich ist es mit der Selbständigkeit, entscheidet, wählt meist nicht das „bequeme Leben“ mit 8 Stunden Schlaf / Arbeit / Freizeit. Wenn ich mir jedoch die 80 Stunden Rackerer ansehe, dann wird da häufig deutlich, dass die sich in einem „normalen Leben“ mangels finanzieller Möglichkeiten deutlich weniger wohlfühlen – siehe die Frauen, die ich in der Richtung kenne, die sich nicht nur über ihren gesteigerten sozialen, sondern auch finanziellen Status definieren, und sich auch in Kreisen bewegen, die darauf vor allem Wert legen.

  11. Bei denen, die ganz oben sind geht es meiner Meinung nach nicht ums Geld. Vielleicht kenne ich auch nur ganz andere Leute als du. In meiner Firma (kein DAX Konzern, aber nicht ganz klein) bekomme ich als „kleines Tier“ auch einen ganz guten Eindruck vom mittleren Management (also Leute, die so 500 Hochschulabsolventen „unter sich haben“). Die scheinen ihre Motivation eher aus dem Spaß an der Arbeit (aus den Dingen, die sie bewegen können) zu ziehen.
    Wenn es einem nur ums Geld, kann man wahrscheinlich nicht herausragend gut werden, siehe z.B. Steve Jobs.

  12. Franka Heppner

    Also ich als Frau muß auch mal ein ganz kurzes Statement zur Frauenquote abgeben: Die ist absoluter Humbug! Wenn Frauen sich durchsetzen WOLLEN dann können sie es auch! Ich habe es auch geschafft und von Benachteiligung kann da kaum die Rede sein. Ich möchte nur mal die Umfrage in den Raum werfen die ich heute morgen im Radio gehört habe. Wohl gemerkt war diese repräsentativ und und vollkommen legitim durchgeführt. Dort wurde das erschreckende Ergebnis präsentiert, dass 85% der Frauen bereit wären einen Teil Ihrer Intelligenz abzugeben für ein besseres Aussehen!! Und da soll sich einer wundern warum so wenig Frauen auf dem Chefsessel sitzen. Die wollen das doch gar nicht… die wollen alle nur shoppen, tratschen und anderen überflüssigen Käse machen! So… meine Meinung. Gruß Franka

  13. @Kevin G
    Ist ja ganz witzig gemacht, aber dein kleiner Nebensatz „Wenn das System funktioniert – und davon gehen wir mal aus“ und später das Thema, dass Frauen selbst in der gleichen Position weniger verdienen deckt schon das Problem in deiner Argumentation auf. Es funktioniert eben nicht.

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