Late Office – Zeitverschiebung beim Arbeiten

„Home Office“* kennt inzwischen ja fast jeder – zumindest bei den Jüngeren und/oder denen, die in Agenturen arbeiten. Ich hab jetzt mal was Neues eingeführt, was ich „Late Office“ nennen würde.

Das meint jetzt aber nicht einfach Überstunden, sondern ist eher eine „Zeitverschiebung“, wie es eine Kollegin eben formulierte. Genauer gesagt eine Arbeitszeitverschiebung.

Konkret heißt das: Ich habe heute um 14 Uhr begonnen und werde bis etwa 22 oder 23 Uhr arbeiten (von kleinen Kreativpausen wie dieser mal abgesehen).

Und warum? Tagsüber ist einfach zu viel Trubel und immer wieder viel jemand was von mir (so war es auch heute Nachmittag), so dass ich erfahrungsgemäß meist so ab 18 Uhr (wenn die Kollegen weg sind) zum ruhigen und effizienten Arbeiten komme.

Und was sagen meine Chefs dazu? Deren Idee war es mehr oder weniger. Auf die Frage, ob ich mich mal 1-2 Tage aus dem Alltagsgeschäft „rausnehmen“ kann, um in Ruhe an einem wichtigen Papier zu arbeiten, meinte ich, dass das recht schwer ist und ich am ehesten abends dazu komme, wirklich in Ruhe an etwas zu arbeiten. Ich bin ja ohnehin Nachtmensch.

Und was war die Antwort? Nun, dann komm doch einfach mal spät – so um 15 oder 17 Uhr zum Beispiel – und arbeite abends. Gesagt, getan. :-)

MOSAIQ MEDIA ist Immer wieder schön, wenn man so flexible Arbeitgeber hat. Kein Wunder, dass wir von kununu nun das „OPEN Company“-Siegel bekommen haben und kurz vor „TOP Company“ sind, wie man auch an den Arbeitgeber-Bewertungen durch die Mitarbeiter sehen kann.

Mein Arbeitsabend funktioniert übrigens sehr gut. So gut, dass ich überlege, ob ich das nicht regelmäßig machen sollte. :-)

Update: MOSAIQ ist nun „TOP Company“. :-)

* Ja, ich weiß, man könnte das auch „Heimbüro“ nennen, aber das erinnert mich viel zu sehr an die CSU. Und „Telearbeit“ klingt nach einer Zeit, wo man noch „Cyberspace“ sagte.

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15 Responses to “Late Office – Zeitverschiebung beim Arbeiten”

  1. Und wenn du mal keine Lust auf Nachtschicht hast, kannst du dich ja auch in den Coworking Space kommen und dort ungestört von deinen Kollegen arbeiten ;)

  2. Da sind ja dann lauter andere Ablenker. :-)

    Aber stimmt, wäre auch mal eine Überlegung wert. Praktischerweise haben wir unten auch ein Café direkt im Haus. Vielleicht verzieh ich mich auch öfter mal dorthin.

  3. Das funktioniert aber auch nur, wenn man genug Überschneidungen mit seinen Kollegen hat. Da besteht natürlich dann die Gefahr, dass man plötzlich gebraucht wird – aber erst ab 15 Uhr da ist. Und wenn man da ist, der erste wieder um 17 Uhr geht.

  4. Wie meinst du das mit den Überschneidungen?

    Dass man plötzlich gebraucht wird, kann immer passieren. Auch wenn man auf Terminen ist zum Beispiel. Man kann halt nicht immer da sein.

  5. Das schon. Aber Termine müssen eben – das ist nicht vergleichbar mit Arbeitszeiten, die man selber beeinflussen kann.

  6. Jein. Ist letztlich eine Frage der Einstellung (von einem selber und von der Firma). Mein Zeug erledigen muss ich ja auch – und das geht eben besser in Ruhe.

  7. Das ist allerdings eine Arbeitsweise, die man mit einer Familie vergessen kann…

  8. Ja, sicher ist das eine Sache der Einstellung. Und jeder braucht mal seine Ruhe, und arbeitet da wahrscheinlich auch effizienter. Dinge, durch die wir alle durch müssen. ;-)

    Wenn das funktioniert, also, dass Du zu den „Kernzeiten“ nicht greifbar bist, ist das wunderbar. Und wenn ein Unternehmen so arbeiten kann – toll. Keine Frage.

  9. (Mein Kommentar bezieht sich jetzt darauf, wenn es zur Regelmäßigkeit wird. Ab und an ist da mit Sicherheit nichts dagegen einzuwenden.)

  10. Bin da hin- und hergerissen. Einerseits ist eine hohe Arbeitszeitflexibilität (seitens der Arbeitgebers und des Arbeitnehmers) – und das ist deine freiwillige Abendarbeit ja – eine gute Sache, um zum Beispiel – wie bei dir – eher an den eigenen Biorhythmus angepasst arbeiten zu können. Bei mir war Freitagnachmittag so ein Zeitpunkt zum richtig gut ungestört arbeiten können.

    Andererseits sehe ich schon auch das, was (jetzt eher aus Richtungen Gewerkschaften/Arbeiterbewegung kommend) unter Schlagworten wie „Entgrenzung“ und „Subjektivierung von Arbeit“ kritisch an so was wie deinen Abendarbeitszeiten gesehen wird. Nämlich die Möglichkeit, dass das leicht kippt von „du willst mal länger ungestört arbeiten und hättest abends dazu eher Zeit als tagsüber – prima“ zu „wie, du kannst Mittwoch abend nicht zu der late-night-Besprechung kommen, weil du da ins Kino willst?“ etc.

  11. @Robin
    Mag sein, hab ich ja aber nicht.

    @J
    Ich meinte mit Regelmäßigkeit ja auch nicht gleich täglich. Aber vielleicht nen bestimmten Wochentag und dann jede Woche? Mal schauen.

    @Till
    Ich verstehe, worauf du hinauswillst, aber letztlich gibt es genau diese Haltung ja schon für andere Zeiten, wo es mir viel weniger passt. Wie, du willst um 9 Uhr schlafen?

  12. Meine Uhr sagt: Arbeitsbeginn – 19.00 Uhr, Arbeitsende – irgendwann eingeschlafen…

  13. Bernhard Schäfer

    Ich finde das phantastisch! Rein chronobiologisch gesehen liegt mir das „Late Working“ auch eher. Zum Glück bin ich auch sehr flexibel (bzw. ist es mein Arbeitgeber). Und ist doch auch toll, wenn man den Kunden Support bis spät in den Abend bieten kann ;-)

    Wenn ich oben in den Kommentaren das Schlagwort „Gewerkschaften“ lese – die sollten sich eher darum kümmern, dass die Telearbeitsplätze auch ergonomisch einwandfrei sind, denn „Neben den allgemeinen Atem- und Verdauungsbeschwerden sowie Herz- und Kreislaufproblemen (beispielsweise Durchblutungsstörungen in den Beinen) sind in diesem Zusammenhang besonders skeleto-muskuläre Gesundheitsstörungen in der Muskulatur (unter anderem Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich), in den Gelenken (zum Beispiel im Handgelenk) und insbesondere in der Wirbelsäule (Beschwerden von der Bandscheibe ausgehend sowie Nervenschmerzen, vor allem im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule), aber auch Kopfschmerzen und Sehstörungen bei Bildschirmarbeiten zu benennen. “ vgl. http://www.hausarbeiten.de/fae.....67160.html

    Ich musste auch selbst dafür sorgen, dass mein Arbeitsplatz nicht gesundheitsschädlich ist – und so sieht es auch bei all meinen Teleworker-Bekannten aus.

    Ich weiß doch selbst am besten, wann ich am besten und effektivsten arbeiten kann, dazu brauche ich keine Gewerkschaft ;-)

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