Niki Lauda: Nirgendwo tanzen Männer zusammen

Die verbalen Entgleisungen von Niki Lauda gegenüber Schwulen und Lesben in einem Interview mit der Tageszeitung Österreich gingen ja gestern ganz groß durch Twitter und die Blogosphäre.

Einen (Ab-)Satz fand ich besonders dumm und weltfremd:

Dass es nicht Aufgabe des ORF ist, der Jugend einen schwulen Tanzstil „Mann tanzt mit Mann“ zu propagieren, den es in Wahrheit nirgends gibt. Es tanzt ja nirgendwo ein Mann mit einem Mann – in keiner Disco, auf keinem Ball –, nur im ORF, weil der damit Quote schinden will.

Mal abgesehen davon, dass Schwule natürlich mit Männern tanzen, habe ich erst gestern einen Film im Kino gesehen, wo genau das der Fall ist. Nein, sie tanzen in dem Fall nicht eng umschlungen irgendeinen Standard-Tanz, sondern eher was Moderneres, Ungewöhnlicheres, aber jetzt kommt der Clou: Die beiden sind nicht einmal in dem Film schwul, sondern einfach nur gute Freunde.

Und in der Disco – wie oft habe ich da schon Hetero-Männer miteinander tanzen sehen? Ich habe aus gutem Grund nicht gezählt: Denn, wen interessiert das?

Ich frage mich, ob er wirklich denkt, dass außer im ORF nirgendwo Männer mit Männern tanzen oder ob er nur dachte, er kann das ja mal so behaupten, um seine Äußerungen zu untermauern und es wird schon niemand wagen, öffentlich zu widersprechen. Vielleicht war es ja auch er, der bewusst Quote machen wollte mit seinen Äußerungen.

Ein besonderes Schmankerl an der ganzen Sache ist ja irgendwie auch, dass der Typ vom ORF ausgerechnet Haider heißt.

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6 Responses to “Niki Lauda: Nirgendwo tanzen Männer zusammen”

  1. Schlafmütze

    Man kann eben doch immer nur bis VOR die Stirn gucken; ist schon ne komische Sache. ich hätte zu diesem Thema Laudas Meinung auch nicht unbedingt gebraucht, aber in Zeiten von Jungel Kamp und SDSD spricht man ja auch über Sachen, die bis dahin vällig unwichtig waren. ;-)

  2. Dass Männer nicht mit Männern tanzen war vor 50 Jahren durchaus richtig. Heute (das Jahr 2011!!!!) sieht die Welt ganz anders aus. In der heutigen Zeit ist so etwas normal und überhaupt kein Problem mehr. Warum sollte es auch eines sein?
    Ich denke Männer wie Niki Lauda sind in solchen Sachen (leider) etwas altmodisch.

  3. Edzard zumbichl

    Ich verstehe Niki Lauda nicht. Erhat etwas zur Homosexualität gesagt, das ich nur unterstreichen kann. Niemand muß dafür um Entschuldigung bitten, daß er Schwule nicht mag. Schließlich hat die Natur Pflanzen, Tiere und Menschen so geschaffen, daß sie sich vermehren und nicht ihren Geschlechtstrieb durch Analverkehr befriedigen. Übringens Analverkehr halte ich bei Heteros ebenfalls für pervers.
    Edzard

  4. Ja, das war schon eine schräge Nummer vom Lauda. Was er sich dabei gedacht hat, ist mir bis jetzt immer noch ein Rätsel! Vor allem hinterher hat er sich ja um Kopf und Kragen geredet, um sich zu rechtfertigen! Traurig, traurig.
    Und zum letzten Kommentator: befass dich mit moderner Biologie und nicht mit dem Quatsch der vor 100 Jahren proklamiert wurde, da sehen nämlich gewisse biologische „Wahrheiten“ plötzlich ganz anders aus.

  5. Definitiv keine besonders intelligente Äußerung. Tanzen ist doch Freizeit und auch Sport und da sollte man nicht an Geschlechter und Geschlechterrollen gebunden sein. Miteinander Tanzen und wenn auch mal umschlungen, tun auch hetero-Männer. Ach der Lauda, scheint wohl ein etwas antiquierter Österrreicher zu sein, hoffentlich wünscht er sich nicht bald noch den Herrn Adolf zurück! Tanzen ist Freiheit, mit wem, wann und wo, ist doch jedem selbst überlassen, hauptsache es macht Spaß!

  6. Selbst wenn es keinen Spaß macht – oder gerade dann ;-) – sollte es jedem selbst überlassen werden. :-)

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