Peinliche Politik: Beide erklären sich zum Sieger

Gestern fand die Wahl für den Parteivorsitz der französischen konservativen Partei UMP statt. Soweit ich das mitbekommen habe, ist der eine Kandidat rechter als der andere und die Wahl gilt als Vorentscheidung für die Präsidentschaftskandidatur. Entsprechend war ich schon etwas gespannt, für wen sich die Partei entscheidet, die eigentlich am liebsten Nicolas Sarkozy hätte.

Heute morgen im Radio hörte ich dann, dass sich beide Kandidaten – sowohl Jean-François Copé als auch François Fillon – zum Sieger erklärt haben. So etwas kommt ja in der Politik öfter vor und ich frage mich, was zum Teufel diese Leute da immer reitet. Ist doch total peinlich, wenn man sich zum Sieger ausruft und es nachher doch nicht ist. Wäre doch viel besser, ganz ehrlich zu sagen, dass es sehr knapp ist und wegen einiger Unklarheiten noch nicht ganz entschieden und dann gewinnt man doch noch.

Hat jemand eine Erklärung für diesen Unsinn?

4 Responses to “Peinliche Politik: Beide erklären sich zum Sieger”

  1. Bei George Bush hat’s geklappt.

    Ich denke, das ist eine Art Komplex oder auch ein Reality Distortion Field, das man in solchen Positionen häufig bekommt.

    Siehe auch Gerhard Schröder’s Siegesrede kurz bevor ihm jemand klarmachen musste, dass es ab jetzt merkelt…

  2. Hm, jein. Der hat ja nicht ernsthaft behauptet, er hätte mehr Stimmen. Darum ging’s mir hier. Das mit Schröder ist einfach nochmal ne Nummer für sich.

  3. Ist doch egal wie man es sagt. Jeder weiß bescheid. Du ja auch. Es hätte auch keinen Sieger geben können, oder alle haben gewonnen. Es war nicht eindeutig.

  4. Eben – es war nicht eindeutig. Wie kann ich dann das 50/50-Risiko eingehen, mich total zu blamieren – und vor allem: wozu?

    Solange es nicht klar ist, hat halt keiner gewonnen, so einfach. Wie halt 5 min vor der Wahl auch.

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