Pinterest – das digitale Schaufenster

Es dürfte wieder so ähnlich sein wie sonst oft bei so kurzfristig aufkommenden Hypes: Innerhalb der Web-Szene gibt es kaum jemanden, der nicht über Pinterest spricht – und außerhalb der Szene fragen alle „Pinwas?“.

Pinterest ist eine Social-Media-Plattform, die sehr einfach funktioniert: Du siehst ein Bild auf irgendeiner Website und teilst es mit einem Klick und einer kurzen Beschreibung mit deinem Netzwerk. Dazu musst du die Website mit dem Bild nicht verlassen, denn Pinterest funktioniert über ein sogenanntes Bookmarklet, das heißt du brauchst nur einen Link zu deiner Lesezeichenleiste im Browser hinzufügen.

Kurz zusammengefasst würde ich Pinterest als eine Mischung aus Facebook, flickr und delicious bezeichnen – also gewissermaßen Social Network, Foto-Community und Social Bookmarking in einem.

Pinterest-Startseite (Screenshot)

Seit kurzem nun scheint das Thema zu explodierendie Besucherzahlen (vor allem in den USA) tun es bereits. Der Wikipedia-Eintrag zu Pinterest existiert erst seit Januar 2012, die Plattform selbst gibt es aber schon seit zwei Jahren. SPIEGEL online hat im April 2011 bereits darüber berichtet, wenn auch eher am Rande.

Nun ist der Hype plötzlich so stark, dass es nun auch einen eigenen Artikel quasi nur zu Pinterest gab – wenn auch gleich verbunden mit rechtlichen Fallstricken für die User, die Rechtsanwalt Thomas Schwenke für Deutschland schön zusammengefasst hat.

Und schon gibt es auch den ersten Skandal: Pinterest gibt offenbar nicht überall den Original-Link an von dem aus das Bild „gepinnt“ wurde, sondern ersetzt sie teilweise durch Affiliate-Links – beispielsweise wird aus einem „neutralen“ Amazon-Link ein Amazon-Referral-Link durch den Pinterest dann Provision bekommt, wenn jemand nach dem Klick kauft.

Klingt zunächst mal vielleicht clever, aber es gibt einige Aufregung darüber, zumal die aktuelle Umsetzung nach deutschen Recht auch illegal sein dürfte, da Werbung als solche gekennzeichnet sein muss.

Die Frage ist natürlich nun, wie es weitergeht: Wird Pinterest das nächste große Ding? Kopieren Facebook und Google+ wesentliche Elemente beispielsweise durch eine pinterest-ähnliche Alternativansicht des Streams? Oder klingt das Thema einfach so wieder ab, weil es auf Dauer lahm ist? Ich tippe momentan auf Szenario 2, aber es ist eigentlich noch zu früh für eine richtige Prognose.

P.S.: Ein bisschen was gibt’s auch auf meinem Pinterest-Profil schon zu sehen und wer eine Einladung haben will, einfach Bescheid geben.

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7 Responses to “Pinterest – das digitale Schaufenster”

  1. rudimentor

    Pinterest ist das aktuelle große Ding und es wird auch nicht weggehen, weil es eben nicht das Netzwerk der Technikelite ist.

    mehr liest Du hier
    […] = Link entfernt, da Link-Ziel (Blog-Eintrag zu Pinterest) nicht mehr existiert

  2. Hallo Henning,

    danke für Deine Aufschlüsselung. Hast Du verlässliche Statistiken zur Nutzung in Deutschland? Laut comscore sind es knapp 70 000 Visits für Januar 2012. Das wäre dann doch etwas mager, um hierzulande einen ähnlichen Hype zu rechtfertigen.

    Grüße aus Echterdingen,
    Michael

  3. Nee, sorry, hab ich leider nicht. Hab aber schon beeindruckende Zahlen aus den USA gehört, wo der Hype ja früher losging. Beeindruckend finde ich vor allem auch die Info, dass 97 % (!!) aller Fans von Pinterest Frauen sein sollen.

  4. Oh, das war mir entgangen! Das ist übel. Vor allem auch deshalb, weil die Pinner ja selten überhaupt die Rechteinhaber sind und folglich auch keine Rechte einräumen können.

    Aber ich bin bislang ohnehin sehr zurückhaltend gewesen beim Pinnen, damit ich keine Urheberrechte verletze. Habe hauptsächlich eigene Bilder oder Logos o.Ä. gepostet.

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