Einträge vom Juni 2006

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Monatsarchiv für Juni 2006

Ausländische Blogs über die WM

Freitag, den 30. Juni 2006

Die FAZ hat einige internationale Blog-Einträge zur WM in Deutschland übersetzt. Joe aus England lobt das deutsche Pfandsystem. Da zitier ich als Grüner doch sofort mal die FAZ-Übersetzung:

Die deutsche Methode der Straßenreinigung ist sehr effektiv und sollte in England übernommen werden. Das Pfand auf Plastik- und Glasflaschen führt dazu, daß obdachlose Menschen die Straßen von Abfall reinigen, was bedeutet, daß man kaum eine Flasche auf dem Boden findet. Wenn man die Einlagen auf alle Arten von Müll ausdehnen würde, dann gäbe es nicht nur keinen Müll, sondern wir hätten auch die bestverdienenden Bettler der Welt. Nimm das, Paris! (Köln, 16. Juni 2006)

Jarno aus Schweden hingegen wundert sich. Über eine ZDF-Kamerafrau “mit Karatefertigkeiten”, über einen Landsmann, der …

Der Herr Müller und die Milch

Donnerstag, den 29. Juni 2006

Das ist der Herr Müller und das sind die anderen – die denken. Die denken wissen zum Beispiel, dass der Herr Müller uns unsere Milch gekürzt hat. Da denken sie, wenn man schon mal damit anfängt, kann man auch weitermachen bis zum Ende. Jetzt trinken sie keine Milch vom Herrn Müller mehr.

Visa-Bürokratie vs. Freundschaft

Mittwoch, den 28. Juni 2006

Die Welt zu Gast bei Freunden. Klingt schön, wenn es denn wahr wäre. Letztens hatte ich unter dem Titel Freundschaft?! schon über die rigide Visa-Vergabe gebloggt. Nun hat es Kinder aus Ghana und Nigeria getroffen, die zur Straßenfußball-WM nach Deutschland kommen wollten. Die UNO und zwei Bundesministerien unterstützen die Streetfootballworld, die zum Fifa-Kulturprogramm gehört. Es könnte ja sein, dass die Kinder nicht zurückkehren wollen.

“Jeder einzelne von ihnen hat geweint.” Freundschaft?!

Anwesenheitspflicht an der Uni?

Dienstag, den 27. Juni 2006

Anwesenheitspflicht an der Uni – sinnvoll oder nicht? An einigen Unis ist darüber ein heftiger Streit entbrannt. In Berlin, Hamburg, Hannover, Chemnitz, Dresden und Jena verschwinden die Anwesenheitslisten von Seminaren und Vorlesungen. Es gibt Aufrufe, die Listen zu klauen (was dann anonym geschieht) und teilweise kommen auch Clowns in die Vorlesungen und nehmen die Listen mit. Diese Aktionen enden dann oft mit Diskussionen über die Anwesenheitspflicht: Ziel erreicht. So ähnlich war das bei unseren Studiengebühren-Protesten auch als wir während des Streiks die Hörsäle gestürmt haben, wo noch Vorlesungen stattgefunden haben.
Christian Fuchs, der Autor des Artikels bei SPON, scheint diese Aktionen kritisch zu betrachten. Ob die Vorgehensweise richtig ist, kann man ja diskutieren, aber ich finde es gut, dass etwas …

Kleines Jubiläum

Dienstag, den 27. Juni 2006

Vor einem Monat ungefähr um diese Uhrzeit habe ich diesen Blog gestartet, weil ich es auch wollte. ;-) Ich freu mich, dass er so gut angenommen wird. Die Counter, die alle aber erst 1-2 Tage nach Blogstart installiert wurden, sprechen von Besucherzahlen in diesem Monat zwischen 3100 (blogcounter.de) und 3500 (semmelstatz 2.3). Der Schnitt liegt bei 100 bzw. 115 Besuchern täglich. Der beste Tag war gestern mit 202 bzw. 210 Besuchern. Zu einem großen Teil lag das an

Begegnung mit einem englischen Fooligan

Montag, den 26. Juni 2006

Ich hatte heute Abend mein ganz persönliches WM-Erlebnis. Ich bin gegen 19 Uhr raus. Noch ein bisschen die Sonne genießen, den feiernden Fans zuschauen, wenn sich’s ergibt ein bisschen mitfeiern usw. Da sich nichts ergeben hat, bin ich dann zu ner Kneipe, wo Freunde von mir arbeiten. Hier ne Stunde an der Longdrink-Theke, da ne Stunde beim Türsteher. Überall war im Grunde gute Stimmung und es wurde schön gefeiert. Auch wenn nicht alle so begeistert waren, dass längere Zeit niemand mehr reindurfte, weil’s voll war.
Nachdem ich den Abend über viel gelaufen war und nun viel gestanden habe, hab ich mich am Rande des Spektakels draußen auf nen Stuhl gesetzt und dem fröhlichen Treiben schmunzelnd zugesehen. Es wurden Lieder gesungen, gegrölt und getanzt. Ich hab davon nicht viel verstanden, aber irgendwie war’s witzig anzusehen.

Nach einigen Minuten grölten/sangen sie wieder irgendwas und zeigten plötzlich alle auf mich.

Frage an die Patrioten

Sonntag, den 25. Juni 2006

Wenn wir jetzt wieder alle so ganz toll stolz auf unser Land sind, zahlen wir dann jetzt eigentlich auch gerne Steuern, verlagern keine Arbeitsplätze ins Ausland, schmuggeln keine Waren ein und sind also bereit etwas für die Gemeinschaft in unserem Land zu tun oder ist das nur um Fahnen zu schwenken, Lieder zu grölen und ungestraft auch mal andere Nationen zu beleidigen? Patriotismus ja, aber nur wenn’s (uns) nicht weh tut?

Leerer Kinderwagen

Sonntag, den 25. Juni 2006

Ein Mann, vielleicht Mitte 30, läuft an uns vorbei. Er schiebt einen leeren Kinderwagen. Amüsiert sagt Tanja zu ihm: “Du hast Dein Kind verloren!”.

Der Mann schiebt unbeirrt weiter und erwidert, ohne uns eines Blickes zu würdigen: “Ich hab’ mich für die Karriere entschieden”.

(Vollzitat aus einem fast zwei Jahre alten Spreeblick-Beitrag)

Randale und Rassismus bei WM in Stuttgart

Sonntag, den 25. Juni 2006

Anlieger frei?! Heute nicht...Samstagabend gab es Schlägereien zwischen deutschen und englischen Fans in Stuttgart. Ich kam gegen 22 Uhr in die Stadt, um zu gucken, was so los ist und evtl. mit Freunden oder Bekannten, die ich treffe, etwas zu feiern. Auf dem Weg zum Schlossplatz stand mir jedoch eine Polizeikette im Weg. Keiner kam durch. Begründung: “Chaos”. Mindestens von drei Seiten war der Bereich um den Zebrastreifen Ecke Königstraße/Bolzstraße durch Polizeimauern abgesperrt, teilweise mit Reitern. Das Public-Viewing-Gelände durfte man in die Richtung auch nicht mehr verlassen. Der SWR schreibt dazu:

Nach dem Achtelfinale der deutschen Mannschaft ist es in Stuttgart erneut zu Ausschreitungen von Fußball-Fans gekommen. …

Wolfgangs unpatriotisches Polizeifahrzeug

Samstag, den 24. Juni 2006

Keine deutschen Fahnen an Polizeifahrzeugen. Dies hat der Berliner Innensenator angeordnet. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sieht auch seinen Rollstuhl davon betroffen. Wörtlich sagte er: “An meinen Rollstuhl mache ich keine Deutschland-Flagge, weil der Berliner Innensenator gesagt hat, Polizeifahrzeuge sollten keine Fahnen haben”. Ergänzend fügte er hinzu: “Da ich als Bundesinnenminister oberster Dienstherr der Polizei bin, ist mein Rollstuhl auch ein Polizeifahrzeug im erweiterten Sinn”. Armer Schäuble. Es wird ihm vermutlich tagtäglich leid tun. Wäre er doch lieber Bundespräsident geworden.


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