Nun ist auf gruene.de auch das Video von Cems Besuch gestern an der Uni Stuttgart online. Ich hatte mein Videomaterial der grünen Bundesgeschäftsstelle geschickt und die haben das vernünftig zusammengeschnitten.
Gestern erfuhr ich, dass unser grüner Bundesvorsitzender Cem Özdemir zur Mittagszeit in Stuttgart ist und den Bildungssstreik besuchen möchte – und ob ich ihn dann von seinem vorherigen Termin abholen kann. Er hatte sich gestern ja auch schon per Youtube-Video mit den Protesten solidarisiert.
So hab ich ihn dann am Rathaus abgeholt und bin mit ihm zur Uni. Unterwegs hab ich ihm noch vom Protest-Plenum gestern Abend erzählt und per Telefon von Andreas Bühler neueste Infos aus dem K2 bekommen. Wie es hieß sollte dort wohl um 12:15 Uhr eine BWL-Vorlesung stattfinden und der Rektor bat darum, den Hörsaal freizugeben. Reaktion war wohl unter anderem: “Geht nicht, Cem Özdemir kommt gleich.”
Dann hat er sich noch kurz einige Notizen für seine Rede gemacht, die gestrige Pressemitteilung des AK Bildung hatte er ohnehin dabei.
Als wir dann nahezu pünktlich kurz nach 12:30 Uhr im Hörsaal M17.01 eintrafen, erfuhren wir, dass nun erst noch abgestimmt werden soll, ob Cem eigentlich reden darf. Nach einigen Minuten in denen sich die angereisten Fotografen bereits auf Cem stürzten, hieß es dann, dass ja aber erst um 13 Uhr abgestimmt werden kann, weil da erst das offizielle Plenum beginnt. Eigentlich dachte ich, da Cem ja ohnehin vor dem offiziellen Plenum kommt, wäre es kein Problem. Dass man über externe Redner, die während des Plenums reden sollen, abstimmt, verstehe ich ja sehr gut. Nun sollte aber ganz generell darüber abgestimmt werden, ob Cem reden darf. Als das durchgesagt wurde, kam allerdings überwiegend Lachen zurück. Damit war klar, dass es rein um die demokratischen Formalitäten geht.
Die Fotografen folgten während der halben Stunde bis zum Beginn Cem dann auf Schritt und Tritt. Auch Daniel Mouratidis, unser grüner Landesvorsitzender, stieß inzwischen hinzu und Cem redete mit ein paar Studenten und gab Interviews.
Bei drei Gegenstimmen war dann die weit überwiegende Mehrheit der Anwesenden dafür, dass Cem reden darf. Kein Wunder, viele waren sicher vor allem wegen ihm gekommen, genau wie die meisten von der Presse. Auch ein Kamerateam war da.
Cem erklärte sich mit dem Protest solidarisch und stellte sich auch hinter den “überwiegenden Teil der Forderungen”. Er kritisierte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), die dieses Mal die Proteste grundsätzlich begrüßte, während sie sie im Sommer noch als “vorgestrig” abgetan hatte. Außerdem stellte er klar, dass mehr Geld ins Bildungssystem muss und dass das mit Steuersenkungen nicht zu finanzieren sei.
Er stellte sich auch ganz klar hinter die Forderung, dass alle Bachelor-Absolventen Zugang zu einem Master-Studium haben müssen.
Nach seiner Rede blieb Cem noch etwas und folgte dem weiteren Plenum. Die eigentlich angedachte Diskussion konnten wir dann allerdings nicht mehr machen, weil ja das Plenum auch noch andere Tagesordnungspunkte hatte und man aber vor dem Plenum nicht anfangen wollte. Ein paar Punkte seiner Rede waren inzwischen schon auf der Beamer-Leinwand für das Protokoll festgehalten.
Es war ein starker Auftritt von Cem und es gab auch sehr großen Applaus. Ich bin froh, dass der Dialog mit Politikern geführt wird. Im Moment müsste Hilde Mattheis von der SPD da sein. Ich kann auch Politiker anderer Parteien nur dazu aufrufen, in die besetzten Hörsäle zu gehen und sich zu solidarisieren und mitzudiskutieren. Das gilt ganz ausdrücklich auch – oder gerade – für CDU und FDP, die in Land und Bund Verantwortung für die Bildungspolitik tragen.
Mehr Fotos hier bei flickr. Ich hab auch ein bisschen gefilmt, die grüne Bundesgeschäftsstelle will das noch zu einem Video zusammenschneiden. Das wird dann hier auch noch reingestellt. — Update:Hier ist es.
Wie gut, dass meine Mutter ein Buch hat, das den Namen Rotweinflecken entfernt man mit Salz trägt. Neben diesem Tipp, der schon im Titel drinsteckt, stehen da noch viele weitere Haushaltstipps drin, wenn ich mich richtig erinnere.
Aber das Gute ist vor allem, dass ich mich an den Titel erinnere. Ich hab nämlich gerade einen meiner schönsten Pullis mit Glühwein bekleckert. Und Glühwein ist ja quasi Rotwein.
Bin sofort aufgesprungen, hab die Flecken so gut es ging ausgewaschen und hab jetzt auf den nassen Pulli auf die entsprechende Stelle Salz raufgestreut.
Sonst noch Tipps für Glühwein- oder Rotwein-Flecken?
Der wohl künftige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, möchte offenbar nicht ganz so eng mit Stuttgart 21 verknüpft sein, wie es Oettinger war.
Er sagte dem SWR, es wäre “sicherlich schwer vermittelbar”, wenn die Kosten 4,5 Milliarden EUR übersteigen würden. Er meint, man müsse dann “drüber reden” und er wolle sich nicht festlegen.
Bei Oettinger hieß es immer, wenn Stuttgart 21 kippe, kippe auch Oettinger. So war klar, dass er ein Scheitern mit allen Mitteln verhindern würde. Mappus scheut offenbar eine so enge Verbindung seiner Person mit diesem gigantischen Tunnel-Projekt, das nach regierungsunabhängigen Berechnungen mindestens 6,9 Milliarden EUR kosten wird.
Am Sonntag wurde ein Siebenjähriger mit zwei Promille ins Krankenhaus eingeliefert. Inzwischen stellte sich heraus, dass er von einigen Jugendlichen, wohl zwischen 17 und 19, auf einem Spielplatz abgefüllt wurde:
Die Berliner Polizei sucht nach vier Jugendlichen, die einen Siebenjährigen mit Alkohol abgefüllt haben sollen. Der Junge war mit zwei Promille in ein Krankenhaus eingeliefert worden.
Als Reaktion darauf:
Die Deutsche Kinderhilfe forderte nach dem Vorfall ein bundesweites nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol nach baden-württembergischem Vorbild.
Mal ganz abgesehen von grundsätzlicher Kritik am baden-württembergischen Alkoholverbot – was hat der Vorfall auf dem Spielplatz mit dem nächtlichen Alkoholverkaufsverbot zu tun? Hat das etwa nach 22 Uhr stattgefunden? Dürfen Siebenjährige da überhaupt noch alleine unterwegs sein?
Hier wird mal auf üble Art und Weise versucht, mit einem aktuellen Vorfall Stimmung für ein Gesetz zu machen, das damit überhaupt nichts zu tun hat.
Wie ja von einigen bereits erwartet, hier nun nach meinem Geburtstag wieder ein paar statistische Eckdaten zu meinem Geburtstag und den Gratulationen. Ich find’s ziemlich interessant, was sich da verändert hat. War letztes Jahr das StudiVZ noch eindeutiges Leitmedium hat Facebook nun diese Rolle eingenommen – allerdings mit einer viel höheren Prozentzahl.
Die Zahlen von 2009 in Prozent (absolute Zahlen in Klammern):
Macht zusammen 100 % ;-) bzw. 191 Gratulationen, davon 105 männlich (54 %) und 86 weiblich (45 %). In den Zahlen sind ungefähr fünf Mehrfach-Gratulationen enthalten und bei den persönlichen Gratulationen kann es sein, dass welche fehlen.
So gut wie alle Gratulationen per Facebook und StudiVZ fanden auf der Pinnwand, also öffentlich, statt. Die sechs Twitter-Nachrichten waren auch alle Replys, also öffentlich.
Bezüglich der Geschlechterunterschiede fällt auf, dass 63,7 % der Facebook-Gratulanten männlich sind und dafür aber 71,4 % der StudiVZ-Gratulierenden weiblich. Bei den SMS ist das Verhältnis nahezu ausgeglichen.
Soweit der Geburtstag in Zahlen. Vielen Dank für die ganzen Glückwünsche! Ich hab mich wirklich sehr gefreut und hätte nicht gedacht, dass es noch mehr werden als beim letzten Mal. :-)
Seit gestern habe ich auch einen Account bei Google Wave. Vor dem Ende der Diplomarbeit habe ich das ja bewusst vermieden, um nicht dort fröhlich prokrastinierend zu versumpfen.
Nun habe ich den Account und erstmal ist das Gegenteil der Fall. Ich weiß gar nicht so recht, was ich nun damit machen soll. Ging wohl schon einigen so, wie ich zum Start von Wave auf Twitter gelesen habe.
Ich hab zwar ein paar Kontakte, aber ich wüsste gerade nicht, was ich mit denen waven soll. Ich glaub schon, dass Google Wave richtig was kann – das Video damals im Mai war schon beeindruckend – aber erstmal fehlt wohl die kritische Masse an Nutzern.
Anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls hat Die Zeit sich die Mühe gemacht und mal verglichen wie West- und Ostdeutsche so googlen. Teilweise googlen sie anders, bei anderen Themen ist das Google-Verhalten gleich.
Wobei man dazu sagen muss, dass es teilweise auch abgesehen von Ost und West regionale oder lokale Besonderheiten gibt. Einfach mal bei Google Trends irgendwelche Begriffe eingeben und auf das Städte-Ranking unten achten.
Unser neuer Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat ja schon ein großes Wendemanöver an einem Tag hinter sich. Kurz hat er mal eine Maut gefordert, dann jedoch sofort wieder Kehrt gemacht als Protest kam.
Der Protest ebbt jedoch nicht ab, so las ich eben auf SPON folgenden Protest des ADAC:
Deutschlands größter Autoverband, der ADAC, protestiert derweil gegen Ramsauers Maut-Idee. der Verband beruft sich dabei auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Nach dieser decken die deutschen Pkw-Fahrer die von ihnen verursachten Kosten für Straßenbau und Unterhalt um mehr als das Vierfache. So würden für einen Euro an Kosten 4,15 Euro an Steuern und Abgaben erhoben. Auch die Autofahrer aus dem Ausland, die ohnehin nur einen minimalen Verkehrsanteil haben, deckten über die beim Tanken bezahlte Mineralölsteuer ihre Kosten auf unseren Autobahnen nach der genannten Studie um das Doppelte.
Das klingt erstmal tierisch beeindruckend. Es werden sogar noch weitere Zahlen hinterhergeschoben:
Rechne man die spezifischen Abgaben des Straßenverkehrs zusammen (Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, anteilige Mehrwertsteuer auf die Mineralölsteuer und Lkw-Autobahngebühr), komme man auf 53 Milliarden Euro, die an den deutschen Fiskus gehen. Dem gegenüber stünden lediglich rund 18 Milliarden Euro pro Jahr, die Bund, Länder und Gemeinden für das Straßennetz ausgäben. “Wer angesichts dieser Zahlen sagt, die Straßennutzer müssten stärker an den Kosten beteiligt werden, verdreht bewusst die Tatsachen zu Lasten der Autofahrer”, sagte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker.
Das sind starke Worte vom ADAC. Es stellt sich aber die Frage, wer hier am Ende die Tatsachen verdreht. Schon im Grundstudium lernten wir in VWL was über externe Kosten. Mal ganz einfach gesagt: Autofahren schadet der Umwelt und das zu reparieren oder einigermaßen auszugleichen, kostet Geld. Mal ganz abgesehen davon, was der Klimawandel uns alles an Kosten aufbürdet.
Dies nennt man externe Kosten. Die werden leider selten bezahlt, so auch hier. Ich hab die Zahlen gerade nicht im Kopf, aber um die externen Kosten zu decken, müsste der Benzinpreis noch viel höher sein.
Der ADAC bzw. die Studie vom DIW lässt diese Kosten hier schön weg und kommt so zum Bild des armen, geschröpften Autofahrers.