Kategorie Uni

Henning gespont

Heute vor einem Jahr war ich bei Spiegel Online zu lesen:

Der Asta der Uni Stuttgart kündigte bereits Proteste an. So steht etwa unter www.ichzahlenicht.de eine Boykott-Seite im Internet. Ein Ende der Aktionen liegt laut Asta allein in den Händen des Ministers. „Erst wenn die Studiengebühren-Pläne vom Tisch sind, hören wir auf mit dem Protest“, so Sprecher Henning Schürig.

Übung an der Uni: Modellierung

Übung an der Uni. Informations- und Kommunikationssysteme I. Findet im Computerraum (CIP-Pool) statt. Wir sind viel zu viele, holen Stühle aus dem Nachbarraum. „Hier ist es ja recht kühl. Wenn Sie die PCs auslassen und auf’s Surfen verzichten, dann wird’s auch nicht so warm.“ Super. Warum sind wir überhaupt hier und nicht in dem Raum aus dem wir die ganzen Stühle holen?
Und inhaltlich? Insofern man den Dozenten, der so weit weg ist, überhaupt versteht, gibt es doch hier und da Erkenntnisfortschritte. Eine 1 wird als Kardinalität an die Modellierungskästchen geschrieben. Zehn Minuten Diskussion folgen. Die 1 ist wieder weg. Dann wird über andere Dinge in der Aufgabe diskutiert. Wir diskutieren auch über einen Aspekt der Aufgabe, hören dem Dozenten nicht zu. Plötzlich steht diese 1 wieder da.
Kleine Erkenntnisfortschritte und noch viel mehr offene Fragen. Das ist die Bilanz aus der Übung. In knapp zwei Wochen ist Prüfung.

Erfreuliche Schulden

Übung an der Uni heute Nachmittag. Experimentiere etwas mit WAP rum und lese News bei n-tv.
„Erfreulicher Auftakt“
Studenten machen Schulden

Worum geht es? Innerhalb der ersten drei Monate haben schon 6.000 Studenten einen Studienkredit bei der KfW-Bankengruppe aufgenommen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) nennt das einen erfreulichen Auftakt. Eigentlich ist die Überschrift also gar nicht so blöd gewählt. Kann n-tv ja nichts dafür, dass Schavan sowas sagt.

Allerdings sollte es ihr eigentlich zu denken geben, dass so viele auf einen Kredit angewiesen sind. Und das schon vor den Studiengebühren. Apropos… warum kostet unser toller Studiengebühren-Kredit im Land eigentlich 5,7 % und bei der KfW nur 5,2 %?

Uni Tübingen in Stuttgart

Die Uni Tübingen in Form von Eberhard Schaich und Andreas Rothfuß in Stuttgart

Ich hab gerade den Campus verlassen, da begegnen mir Menschen von der Uni Tübingen. Nicht Studenten, sondern der Rektor, sein Kanzler und noch jemand. Was die wohl in Stuttgart wollten? Zur Uni offenbar nicht, denn sie sind vor den Treppen scharf links abgebogen. Wer weiß, wer weiß…

Links ist der Rektor der Uni Tübingen, Eberhard Schaich. Den in der Mitte kenne ich nicht und rechts ist Uni-Kanzler Andreas Rothfuß.

Hochschule 2012: Doku vs. Realität

Kürzlich ist die Dokumentation des Kongresses Hochschule 2012 erschienen. Ich war dort als leider einziger Student auf dem Podium. Es gab drei Foren, ein Abschlussplenum und diverse Eingangsstatements, Grußworte bzw. „Impulsreferate“.

Kongress Hochschule 2012

Der Kongress sollte insbesondere Möglichkeiten erarbeiten, wie mit der stark steigenden Zahl der Studienanfänger in Baden-Württemberg umgegangen werden kann. Ausdrücklich soll Zunahme nicht als Problem, sondern als Herausforderung und Chance gesehen werden.
In der Abschluss-Rede sagte Ministerpräsident Günther Oettinger wörtlich: „Bei 30 Prozent mehr Studierenden muss mehr Geld her, mindestens die Hälfte muss durch den Landeshaushalt getragen werden.“ (Seite 65, oben rechts)
Zurzeit ist an den Unis aber eher Realität, dass Mittel gestrichen werden, die dann durch Studiengebühren aufgefangen werden sollen. Soviel zum Thema „zusätzliches Geld“ zur „Verbesserung“ der Lehre. Man darf gespannt sein, was von den Ankündigungen des Kongresses übrigbleibt. Der Kongress fiel in die Wahlkampfzeit.

Oettinger beim Kongress Hochschule 2012Der neue Rektor der Uni Stuttgart, Wolfram Ressel, beschwert sich zu recht darüber, dass die Mittel auf dem Niveau des Jahres 2006 eingefroren werden sollen. Wegen der Inflation ist das faktisch eine Kürzung. Mehr Mittel werden auf dem Kongress versprochen und in der Realität das glatte Gegenteil gemacht: Kürzungen.

Der Kongress war trotzdem sehr interessant, insbesondere weil man viele interessante Menschen kennen lernen konnte. Aber eine richtige Mitwirkung von Studierenden schien nicht erwünscht. Ein Student auf dem Podium bei dem ganzen Kongress ist doch sehr wenig. Noch dazu hatte nicht nur ich bei meinem Podium den Eindruck, dass es der Moderatorin meist gar nicht recht war, wenn ich etwas sagen wollte.

Das Wichtigste was bei diesem Kongress erreicht wurde, war wohl die Sensibilisierung für das Thema. Es kommen gewaltige Herausforderungen auf die Hochschulen zu. 2012 ist nur die Spitze des Eisbergs – bedingt durch den doppelten Abi-Jahrgang.

Jetzt ist der Kongress schön dokumentiert. Aber die schönste Doku nützt nichts, wenn das Dokumentierte nicht beachtet wird. Dass diese Doku nun erst nach vier Monaten erschienen ist, macht sie auch zu einem Erinnerungsinstrument: Herr Oettinger, der Wahlkampf ist vorbei. Taten sind gefragt!

Fotos vom Kongress, Printversion der Dokumentation bestellen (kostenlos).