Henning

Der Gesamtüberblick über den aus dem Ruhrgebiet stammenden Wahlschwaben mit einem Faible für Politik, Wirtschaft und Internet.


Von der Leidenschaft zum Ehrenamt

Politik
Politisches Kind

Schon als Kind war ich politisch und löcherte meine Eltern mit Politik-Fragen. So richtig überraschend war das nicht, denn meine Mutter war im örtlichen Gemeinderat, nachdem sie mit anderen zusammen aus einer Bürgerinitiative heraus eine eigene Liste gegründet hatte (die inzwischen stabil zweitstärkste Fraktion dort ist und auch glaub auf Anhieb prozentual zweistellig wurde). Auch mein Vater ist der Politik bei seinem Job im Umweltministerium Niedersachsen sehr nahe – beide waren aber nie Mitglied einer Partei.

Parteieintritt

Für mich war recht schnell klar, dass ich früher oder später wahrscheinlich mal in eine Partei eintreten werde. Es gab und gibt einfach so viele Themen, wo man die Dinge anders und besser machen könnte. Dazu kam, dass mich in politischen Talkshows (die ich damals geradezu verschlungen habe) sehr oft über die „Gegenseite“ aufgeregt habe – und dann oft noch der Meinung war, dass die, die meine Richtung vertreten, leider nicht die besten Argumente bringen – die ich dann am liebsten durch den Fernseher ins Studio gerufen hätte. So trat ich dann 2002 den Grünen bei und habe das auch nie bereut, auch – oder weil – Politik immer ein Hobby war und nie mein Beruf.

Von der Leidenschaft zum Beruf

Computer & Internet
Erster Computer und Programmieren

Als ich 1991 meinen ersten Computer hatte, änderte sich mein Leben dadurch enorm. Schon immer faszinierte mich, was man mit den Dingern alles machen kann. Klar hab ich gerne auch gespielt und die eine oder andere LAN-Party bei Freunden besucht und auch organisiert. Aber die größere Faszination war es, selbst Dinge zu erschaffen. Anfangs waren das dann kleine BASIC-Programme oder Spiele, die ich komplett selbst schrieb oder auf Basis von freien Codes anpasste und erweiterte (bei einem Spiel wuchs der Quellcode durch mich von etwa 10 kB auf über 200 kB).

Das Internet

In der Schule lernte ich noch etwas Turbo Pascal und Java, aber meine Faszination war ab 1997 in Richtung Internet gewandert. Dort konnte man nicht nur Dinge selbst erstellen, sondern man bekam sogar Feedback dazu, weil die ganze Welt es sehen konnte. Ich hab mir damals alles selbst beigebracht – vom Design bis hin zum HTML-Code. Was mich ebenfalls sehr schnell begeisterte, waren die Möglichkeiten, wie man Suchmaschinen dazu bringen kann, die eigene Seite möglichst weit vorne anzeigen. Fachleute nennen das Suchmaschinenoptimierung oder kurz SEO.

New Economy und Social Media

Von der ersten Website bis zum ersten Job in einer Internetagentur vergingen dann aber doch ganze zehn Jahre. Ich konnte der Versuchung, direkt nach der Schule (oder während) in die New Economy einzusteigen, dann doch noch widerstehen – der Zusammenbruch kam so gesehen genau zum richtigen Zeitpunkt. So hab ich dann eben doch studiert und meine Kenntnisse währenddessen vertieft und ausgebaut. Dabei kam ich dann auch mit Social Media in Kontakt. Spätestens seit dem Start meines Blogs im Mai 2006 war ich dann Zweinuller durch und durch. Der Social-Media-Boom zeigte auch nochmal deutlich, dass auch im Netz noch längst nicht alles „zu Ende erfunden“ ist.

Der Fokus wird enger

Was ich aber merke, ist eine zunehmende Spezialisierung meines Interesses. Hardware und Software interessierten mich anfangs nahezu gleich stark. Ich wurde zwar nie zum Elektronikbastler, aber den Computer auseinandergenommen habe ich dann doch sehr oft. Neue Rechner wurden eigentlich immer in Einzelteilen gekauft und selten als Komplettpaket. Heute ist die Hardware für mich so gut wie nur noch ein Werkzeug. Ich bin in der Regel einfach nur froh, wenn sie tut was sie soll. Computer kaufe ich inzwischen lieber fertig zusammengebaut – auch deshalb weil ich die Veränderungen auf den Hardware-Märkten gar nicht mehr so verfolge. Es gab Zeiten, da haben wir uns in der Schule gegenseitig das neueste Vobis-Prospekt aus den Händen gerissen und auch ohne akute Kaufabsicht alle Preise gewusst. Auch hardware-nahe Software wie das BIOS oder Betriebssysteme waren früher ein großes Thema und natürlich kannte man sich in allen möglichen Winkeln aus. Ich weiß gar nicht, bei wie vielen Leuten und Firmen im Bekanntenkreis ich unter MS-DOS den verfügbaren konventionellen Arbeitsspeicher optimiert habe, indem ich in Systemdateien wie AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS herumgeschraubt habe. Es war eigentlich ganz einfach – man musste nur wissen, wie’s geht und das tat kaum jemand. Manche bekamen auch erstmal Angst, wenn ich die halbe Datei umschrieb und vieles rauslöschte. Aber nachher liefen endlich wieder die Programme, die mehr von den wertvollen ersten 640 kB Arbeitsspeicher brauchten. Wovon ich da überhaupt rede? Ja, das ist inzwischen historisches Computerwissen ohne jegliche aktuelle Relevanz.

Wertvolles Hintergrundwissen

Aber ich bin froh, dass ich diese Zeiten mal hatte, denn was bleibt ist ein grundlegendes Verständnis auch für technischere Abläufe in der IT. Jedenfalls wanderte mein Interesse mehr von der Hardware zur Software und dort dann allmählich auch von der Programmierung eher hin zur Benutzung von Programmen und dem Erschaffen von Inhalten. Waren das anfangs noch Websites – die man ja aber auch erst „programmieren“ musste (sorry, Informatiker, ich weiß, dass das kein wirkliches Programmieren ist) – wurde es dann nach und nach auch im Web eher die Benutzung von Programmen. Ich bin heute sehr froh, dass es Content-Management-Systeme (CMS) wie WordPress gibt, mit denen ich tolle Sachen machen kann, ohne zu programmieren. Ich profitiere bei der Installation oder auch mal Anpassungen natürlich schon von meinem Technik-Know-how, aber im Grunde kann ich sie einfach benutzen und Inhalte ins Netz stellen. Mit Social Media wurde das in die Breite getragen. Wer ein E-Mail-Programm in seinen Grundfunktionen (lesen, schreiben, löschen) bedienen kann, der hat auch genug (technisches) Know-how um zu twittern oder bei Facebook Inhalte einzustellen. Die Technik spielt nur noch für den (relativ kleinen) Kreis der Entwickler eine Rolle. Und so lässt sich dieses Hobby auch wunderbar mit anderen Hobbys verbinden – indem ich zum Beispiel über politische Themen blogge.

Henning Schürig (2012)

Henning Schürig (2012)

Der Bildungsweg eines Akademikerkinds

Schule & Studium (1988-2009)
Sprachen

Mein Abi machte ich 2001 auf dem Gymnasium Ernestinum in Celle. Dort war Latein Pflichtfremdsprache, da es ein allgemeinbildendes Gymnasium mit altsprachlichem Zweig ist. Ab der 9. Klasse konnte man dann sogar optional noch zusätzlich Altgriechisch oder Französisch bzw. nichts als dritte Fremdsprache wählen – ich probierte es erstmal mit Französisch, aber das ist eine andere Geschichte. An der Uni machte ich später noch Kurse für Rumänisch und Niederländisch.

Informatik-AG und -Unterricht

Es gab an der Schule eine Informatik-AG an der ich begeistert teilnahm. Ab der 11. Klasse gab es dann auch freiwilligen Informatik-Unterricht, der später im Abi die meisten Punkte beisteuerte. Als Leistungskurse wählte ich Politik und Englisch, nachdem Informatik nicht als LK angeboten wurde und die Kombination Politik/Geschichte nicht erlaubt war.

Studium

Im Oktober 2001 begann dann mein Studium der technisch orientierten BWL an der Uni Stuttgart und ich zog bei meinen Eltern aus. Ich vertiefte Wirtschaftsinformatik, E-Business und Marketing. Daneben nahm ich noch so gut wie jedes juristische Angebot war, das die Uni zu bieten hatte. Leider war das nicht allzu viel. Im Jahr 2009 beendete ich dann mein Studium mit meiner Diplomarbeit zum Thema Enterprise 2.0: Potentiale von Social Software für Unternehmen – eine empirische Studie.

Pottkind

Bottrop » Celle » Stuttgart
Geboren und gewohnt (11/1981-heute)

Geboren wurde ich am 11. November 1981 in Bottrop in Nordrhein-Westfalen. Mit vier Jahren stand dann schon der Umzug nach Niedersachsen an, weil ich damals die schlechte Luft im Ruhrgebiet nicht vertragen habe. So wuchs ich dann im Landeskreis Celle auf, wo ich ganze 15 Jahre wohnte. Zunächst zwei Jahre in Nienhagen und danach 13 Jahre in Eicklingen. Im Jahr 2001 machte ich dann mein Abi am Gymnasium Ernestinum in Celle und zog nach Baden-Württemberg, um in Stuttgart zu studieren.

Andere Hobbys

Lesen, Vereine, Kino
Lesen

Früher habe ich sehr, sehr viel gelesen. Als wir von der Schule aus mal eine Bücherei besucht haben, sollten wir uns alle einen Ausweis machen lassen und Bücher ausleihen. Mein Stapel war so groß, dass ich von der Lehrerin ermahnt wurde, wir sollten doch bitteschön nur die Bücher ausleihen, die wir auch wirklich lesen wollen. Ein Freund sprang mir sofort bei „Der liest wirklich so viel“. :-) Das Programmieren hat das Lesen dann aber doch ziemlich verdrängt. Schreiben fand ich dann doch interessanter als Lesen. ;-)

Vereinsleben

Relativ typisch für ein Dorfleben war ich damals in einem Angelverein und einem Schießsportverein. Daher bin ich staatlich geprüfter Sportfischer und habe außerdem 1998 mal eine Urkunde zur Sportler-Ehrung von der Gemeinde bekommen – als Landessieger Kleinkaliber in einem Dreier-Team. Falls jetzt Vorurteile aufsteigen: Nein, ich habe keine Waffen zu Hause und bin auch kein Waffennarr. Wir haben einfach nur aus einiger Entfernung Löcher in Scheiben gemacht und geguckt, wer von uns am besten darin war. Das erfordert viel Konzentration – aber letztlich wollte ich nicht dauernd am Wochenende um 7 oder 8 Uhr zu Wettkämpfen losfahren müssen. Meine Sportlerkarriere war damit beendet. ;-)

Kino

Neben Politik und Internet kann man heute wohl Kino als Hobby von mir bezeichnen. Sowas wie „Freunde“ ist für mich kein Hobby. Mit Hobbys würde ich nämlich nicht jeden Montag in die Sneak-Preview gehen, wo wir uns – mal negativ, mal positiv – davon überraschen lassen, welcher Film kommt. :-)

 

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