Es ist ja inzwischen quasi eine Tradition geworden, dass ich hier im Blog einen Jahresrückblick veröffentliche – nicht mehr und nicht weniger. Wobei ich mir das „mehr“ doch immer wieder mal vornehme. Naja, vielleicht nächstes Jahr.
Gefühlt war es aber die letzten Jahre einfacher hier etwas zu Papier, äh, zu Blog zu bringen. Ich sortiere gerade noch meine Gedanken und tue das nun mehr oder weniger live hier im Text. Es war irgendwie ein wildes Jahr.
Unsere Bundesregierung hat weitgehend die Farben gewechselt – und das bekanntermaßen nicht in eine Richtung, die ich für die richtige halte. Dennoch muss ich dieser Regierung nun viel Erfolg wünschen, damit ihn die AfD nicht noch mehr und noch mehr hat. Leider fällt es unserem Bundeskanzler Friedrich Merz sehr schwer, genau das hinzubekommen. Sei es, dass er durch unbedachte Äußerungen Menschen gegen sich aufbringt oder dass er vollmundig alles Mögliche verspricht, um dann nach der Wahl verkünden zu müssen, dass einiges davon doch eher Unmögliches war. Robert Habeck wurde für seine Ideen von der Union ja geradezu verteufelt – einige davon setzt sie gerade selbst um. Ob man sie selbst für richtig hält oder nicht: Versprechungen gegen die Realität zu machen, macht die Demokratie kaputt.
Besonders irritierend für mich übrigens die Entwicklung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: Bei der Amtsübergabe lobt sie Habeck, dass er geradezu Unmenschliches geleistet habe – und ich staune ob der wohlwollenden Abschiedsworte bei der Übergabe – und dann wechselt sie in einen Modus, der nichts mehr mit dieser Katherina Reiche von der Amtsübergabe zu tun hat. Völlig absurd auch, dass die Union das Heizungsgesetz umbenennen will, da es ja nie Heizungsgesetz hieß. Aber ich will mich nicht weiter über die Union aufregen, muss ich schon oft genug. Und außerdem sollen sie als Bundesregierung ja wirklich erfolgreich sein. Das wünsche ich mir als Staatsbürger und politischer Mensch wirklich.
Kommen wir lieber zu einem politischen Highlight dieses Jahr für mich: ein Anruf von Cem Özdemir, unserem Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg. Beliebt, erfahren und im Auftritt einem Regierungschef angemessen. Und nachdem ich so lange nur noch an der Seitenlinie der Politik stehe (2009 hatte ich ihn noch vom Rathaus zur Uni begleitet, das Bild hier ist aus 2007), hat mich der Anruf sehr gefreut. Zum Inhalt schweige ich hier, es hätte auch offenbar länger gehen können, nur leider musste ich ihn abwürgen, da er mich in der Mittagspause eines von mir gegebenen SEO-Seminars erwischte.
Nehmen wir das als Überleitung zum beruflichen Teil. Auch dort viel Umbruch und gewissermaßen sowas wie ein Neuanfang. Ich will das hier nicht allzu sehr vertiefen, aber mein GmbH-Partner musste aus gesundheitlichen Gründen nun ganz ausscheiden und das ist nach zehn Jahren Zusammenarbeit natürlich alleine schon eine große Sache, zumal er die allermeisten Kunden betreut hat. Dort gab es auch einige Umbrüche. Viele pausieren derzeit aus wirtschaftlichen Gründen die Zusammenarbeit, einer hat gleich die ganze Abteilung aufgelöst für die wir gearbeitet haben, alles nicht schön. Aber natürlich auch spannend und so sehr KI auch eine Herausforderung ist, so glaube ich, dass sie für uns gerade jetzt eine gute Chance für die Weiterentwicklung ist – in verschiedener Hinsicht.
Nicht zuletzt auch deshalb, da ich 2025 meinen ersten Buchbeitrag veröffentlichen durfte: Suchen und gefunden werden: Wie KI den Zugang zu Informationen verändert. Als E-Book ist er bereits verfügbar, gedruckt wird das Buch auch noch. Ich bin gespannt, was das mittel- und langfristig für berufliche Auswirkungen haben wird (sowohl der Inhalt des Buchbeitrags als auch, dass ich ihn geschrieben habe).
Da der Text schon sehr lang geworden ist, will ich nicht mehr allzu viel ergänzen. Privat gibt es auch nicht allzu viel zu sagen. In dieser Hinsicht war es vielleicht sogar eher ein ruhiges Jahr – wenn man das mit einem vierjährigen Kind so sagen kann. Angesichts der beruflichen und gesellschaftlichen Entwicklungen aber auch irgendwie ein nachdenkliches Jahr mit einem gedanklichen Schritt zurück und nachdenken, wie es 2026 weitergehen soll.
In diesem Sinne: einen guten Rutsch – und gerne ein Lebenszeichen hier im Blog hinterlassen, die Kommentarfunktion funktioniert. 🙂