Mücken! Schrecklich. Aber man muss ja abends/nachts das Fenster aufmachen, um im Stuttgarter Kessel nicht gekocht zu werden. Von mir aus können die auch ruhig mein Blut abzapfen, aber vielleicht so, dass es mich nicht stört? Ich hoffe, dass hier wenigstens ein paar Mücken mitlesen. Bitte weitersagen! Danke!
P.S. an Schwaben, Badener und andere Sprachverwirrte: Mücken sind Mücken, Fliegen sind Fliegen. Mücken stechen, Fliegen nicht.
Boris Palmer tritt in Tübingen als OB-Kandidat an. Vor acht Jahren hätte es der grüne Kandidat Wolf-Dieter Hasenclever fast geschafft. 913 Stimmen fehlten ihm. Boris hatte bei der Landtagswahl in Tübingen 32 %, die SPD 23,4 %. Gute Aussichten also für Boris. Toll für Tübingen, schade für den Landtag.
Der Landtag von Baden-Württemberg ist zu seiner ersten Sitzung nach der Wahl zusammengekommen. Günther Oettinger ist erneut zum Ministerpräsidenten gewählt worden und schon wieder hat er eine Stimme aus der Opposition dazubekommen. Bei seiner ersten Wahl waren es zwar noch zwei Stimmen, aber es ist völlig unerklärlich, was der oder die Abgeordnete damit bezwecken will. Das stärkt Oettinger und schwächt die Opposition.
Mein orange-schwarzer Gegenkandidat bei der Landtagswahl, Dr. Dietrich Birk, steigt vom Landesgeschäftsführer der CDU zum Kultur-Staatssekretär im Wissenschaftsministerium auf. Er hatte in Göppingen fast soviel zulegen können wie ich (er: +3,4; ich: +3,7) und das obwohl sie im Landesschnitt ja eher leicht verloren hat. Seitdem wurde er als Minister gehandelt. Oettinger wollte da aber offenbar niemanden verärgern und so bleibt Birk – zunächst – „nur“ der Staatssekretärsposten. Ich hoffe, er ist seine Wahlkampf-Werbe-Düngestäbchen losgeworden und versucht nicht mir bei der nächsten Gelegenheit wieder eins anzudrehen („Sie haben doch sicher Grünpflanzen“).
Joschka Fischer startet nun eine Karriere außerhalb der Politik. Er geht im Herbst als Gastprofessor an die US-Eliteuni Princeton. Bemerkenswert ist daran vor allem, dass Joschka nie studiert hat. Wenn er dann sein Bundestagsmandat abgibt, wird Omid Nouripour nachrücken. Dann bleiben ihm auch die ganzen Fragen, wann Joschka denn nun sein Mandat abgibt und wann er denn nun nachrückt, erspart. Aber, Omid, es gibt Schlimmeres! 🙂
Eigentlich wundert es nicht wirklich, dass die derzeit omnipräsenten Deutschland-Fahnen und -Fähnchen in China produziert werden. Aber paradox ist es schon irgendwie. Dummerweise kaufen die Leute die aber trotzdem und so hat man nun Lieferschwierigkeiten. Denn der Nachschub aus China braucht mit dem Schiff vier bis sechs Wochen und das Flugzeug ist zu teuer. Das würde die ganze Marge kaputtmachen, denn die Chinesen liefern für 17 Cent das Stück. Verkauft werden sie dann hier für 5 EUR.
Ich hab heute auf der Königstraße in Stuttgart eine witzige kleine Szene beobachtet. Ein Holland-Fan sagt zu einem Deutschland-Fan, dass ihre Mannschaften beide nach Berlin ins Finale fahren werden und dass die Deutschen dann 2:1 gewinnen. Darauf der Deutsche: „Oder ihr.“ Der Holländer war sich aber ganz sicher, dass die Deutschen gewinnen werden. Ich fand das echt sympathisch. Mal was anderes als das ewige aufeinander Rumhacken zwischen Holland und Deutschland, was Fußball angeht.
Die Welt zu Gast bei Freunden heißt das eigentlich schöne Motto der Fußball-WM 2006. Was ich bisher so auf den Straßen gesehen habe, kommt dem sehr nahe. Das Außenministerium hat bei der Visa-Vergabe allerdings eine etwas ungewöhnliche Auffassung von Freundschaft. Hatten die deutschen Auslandsvertretungen 2004 noch zwei Millionen Visa bewilligt, so fiel die Zahl im vergangenen Jahr auf 1,6 Millionen – ein Rückgang um satte 20 Prozent (SPON). Sie werden schlicht nicht bewilligt. Ist das Freundschaft?
[…] Im Moment tun Sie zwar mehrheitlich so, als ob es von zentraler Bedeutung wäre, wer den Ball wie oft in welches Tor befördert, in Wirklichkeit braucht es aber nicht viel Phantasie, sich auszumalen, niemand hätte das Fußballspiel je erfunden – stellen Sie sich nur mal vor, wie Sie dann dastehen würden jetzt. Ihr Aufzug würde plötzlich so lächerlich erscheinen, wie er tatsächlich ist, von Ihren Verhaltensauffälligkeiten gar nicht zu reden. […]
Die Idee wäre auch übertragbar. Stellen wir uns mal vor, niemand hätte das Telefon erfunden. Dann hätten wir jetzt auch kein Internet. Es sei denn, man hätte trotzdem Datenleitungen erfunden und die Telefonie käme erst jetzt mit Voice-over-IP. Oder es gäbe kein Männerwahlrecht. Die Union würde permanent alle Wahlen verlieren. Oder keine Bienen. Man wüsste gar nicht, wie man kleinen Kindern Sex erklärt. Oder man hätte nie die Atomkraft erfunden. Dann gäbe es vielleicht keine Grünen. Was jetzt wieder schade wäre. Also, gut dass sie erfunden wurde, aber jetzt hat sie ihren Dienst getan. Oder hätte ich 1991 keinen alten 8088er-PC geschenkt bekommen. Ich würde jetzt vermutlich nicht hier sitzen und mit der Welt (oder einem kleinen Teil davon) über meinen Blog kommunizieren. Oder wir hätten viel mehr Stromausfälle. Dann wäre unser Demographie-Problem gelöst.
Bei der Affäre um die Gratis-WM-Tickets für Landespolitiker zeigt die EnBW nun die ermittelnde Staatsanwaltschaft wegen Rechtsbeugung an. Der Vorwurf: Es wird gegen EnBW-Chef Utz Claassen und FDP-Wirtschaftsminister Ernst Pfister ermittelt, nicht aber gegen FDP-Justizminister Ulrich Goll, der gleichzeitig oberster Dienstherr der Staatsanwaltschaft ist. Goll hatte sich damit verteidigt, dass die Teilnahme an dem Spiel zu seinen Repräsentationspflichten gehöre. Warum das für den Justizminister gelten soll, nicht aber für den Wirtschaftsminister bleibt offen.
Es gibt immer mehr Kameras in Stuttgart. Beruhigend: Nicht alle sind zur Überwachung gedacht. Beunruhigend: Nicht alle sind dem zuständigen Datenschutzbeuauftragten bekannt. Manche sind laut Polizei angeblich abgebaut worden, stehen aber immer noch. Dies und mehr zur Überwachung in Stuttgart gibt es im Stuttgart-Blog zu lesen. Quox hat nämlich seine Beobachtungen dem Landesdatenschutzbeauftragten mitgeteilt und nun eine Antwort bekommen.
§86 III i.V.m. §86a III Absatz 1 gilt nicht, wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.
Aber neben der grammatikalischen gibt es auch die historische, systematische und teleologische Auslegung. Alle sind sehr deutlich. Mehr bei SoWhy.