Mappus, Özdemir, Kretschmann: Quatsch mit Soße

Stefan Mappus (CDU) warnt vor einem Ministerpräsidenten Cem Özdemir in Baden-Württemberg. Als ich das las, war meine Gefühlslage irgendwo zwischen Belustigung und Empörung.

Nun sitze ich seit etwa dreieinhalb Jahren im Landesvorstand der Südwest-Grünen und muss mir von Mappus über die Medien sagen lassen, Cem Özdemir bestimme statt Winfried Kretschmann den Kurs der Landespartei. Außerdem würde er statt Kretschmann Ministerpräsident werden, wenn die Grünen eine Koalition anführen können.

Das ist sowas von an den Haaren herbeigezogen. Es gibt einen ganz klaren Parteitagsbeschluss, dass Winfried Kretschmann unser Spitzenkandidat ist und ich kenne auch niemanden, der das auch nur in Frage stellt, geschweige denn irgendjemand anderen gerne an seiner Stelle sähe.

Im Gegenteil – selbst viele, die sonst eher mit Kretschs staatstragender Art hadern, sind jetzt heilfroh, dass er in Zeiten, wo die Grünen für den Ministerpräsidenten in Frage kommen, unser Spitzenkandidat ist.

Empörend ist es deshalb, weil die CDU hier wider besseres Wissen Stimmung zu machen versucht. Die gleiche Masche mit der Warnung vor Cem Özdemir als Ministerpräsidenten hatte ich schon letztes Jahr vom CDU-Landtagsabgeordneten Reinhard Löffler gehört. Das war schon damals Quatsch und heute versuchen sie es in Form von Stefan Mappus wieder.

Empörend auch deshalb, weil da doch sehr sicher eine perfide Strategie dahintersteckt. Die klassische, konservative CDU-Klientel lässt sich mit der Warnung vor einem türkischstämmigen Ministerpräsidenten mit Namen Özdemir leichter mobilisieren als mit dem Katholiken Kretschmann. Der taugt irgendwie nicht so als Feindbild, zumal viele Konservative die für sie wichtige Orientierung an Werten auch eher bei Kretschmann sehen als beim EnBW-Zocker Mappus.

Aber irgendwie ist es auch lustig, dass der CDU anscheinend gar nichts Besseres einfällt. Wie schlimm muss man dran sein, um sich an so etwas klammern zu müssen?

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9 Responses to “Mappus, Özdemir, Kretschmann: Quatsch mit Soße”

  1. Was soll denn das auch für eine blöde Warnung sein? Ich persönlich könnte auch mit Cem Özdemir als Ministerpräsidenten gut leben.

  2. Ja, du! Aber einige Wähler der CDU lassen sich mit sowas durchaus mobilisieren.

    Und wie auf Facebook auch gerade jemand kommentierte: Bei der letzten Wahl ging die CDU auch mit Oettinger ins Rennen und nun haben wir Mappus.

  3. Genau das ist überhaupt das beste Gegenargument. Mappus hat schließlich wirklich keiner gewählt…

  4. Schlafmütze

    Ich dachte, hier ginge es um Politik?? Oder nicht??
    Das meine ich gar nicht böse, aber rein „rhetorisch“ hat er doch alles richtig gemacht. Sieht man doch hier an deinem Beitrag.

  5. Baumfäller

    Interessant am grünen Spitzenkandidaten Winfried Kretschmann ist auch, dass er in den 70ern noch im „Kommunistischer Bund Westdeutschland“ war; nicht der einzige Grüne, nebenbei bemerkt.

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