Wieder ein Schlüsselerlebnis

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So viel zum Thema “Ich vergess nie wieder meinen Schlüssel“: Letzte Nacht muss er mir aus der Hosentasche gerutscht sein. Jedenfalls erwähnte irgendwann jemand in einem Gespräch was von nem Schlüssel, ich griff instinktiv in meine rechte Hosentasche und fühlte… keinen Schlüssel!

Ich hab zwei Mal gesessen. Einmal längere Zeit in nem Liegestuhl, wo rundherum alles voller Sand ist und einmal drinnen. Hab alles abgesucht, die Türsteher und die Leute hinter den Bars befragt – bei niemandem wurde was abgegeben.

Der Mensch, der einen Teil der Liegestühle schon mal wegräumte, verriet mir dann, dass der Sand wohl am Montag mal durchgerecht wird. Ich kann nur hoffen, dass da der Schlüssel auftaucht. Hab auch heute schon dort angerufen, aber niemanden erreicht.

Ansonsten weiß ich ja nun immerhin wie ich ohne Schlüssel reinkomme. Ich werd gleich mal das entsprechende Werkzeug in meine Tasche packen. Das hilft allerdings nur tagsüber, wenn man wenigstens in den Hausflur kommt. 🙁

Ich hatte in meinem Leben nie Probleme mit Schlüsseln… bis Anfang Dezember 2007. Und seitdem nun das dritte Mal.

Scheint aber ohnehin ein neuer Trend zu sein.

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Ich vergess nie wieder meinen Schlüssel!

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Bevor ich irgendwas anderes mache, muss ich euch was erzählen. Ich hab heute morgen meinen Schlüssel zu Hause vergessen. War dann den Vormittag über unterwegs (vor allem an der Uni) und bin kurz vor 13 Uhr nach Hause. Auf dem Weg hab ich noch schnell ein paar Flaschen Getränke gekauft.

Tja, dann steh ich vor der Tür und such wie blöd meinen Schlüssel. Find ihn nicht. Klingle. Keiner macht auf. Suche weiter. Finde wieder nichts. Klingle. Keiner macht auf. Räume die ganze Tasche aus, suche weiter. Nichts.

Nach ein paar Minuten bin ich mit jemanden ins Haus reingehuscht. Immerhin schon mal Stufe 1 überwunden. Kommen noch zwei. Bei uns gibt’s dann nochmal ne Tür, die wieder halb nach draußen führt auf so ne Art Balkon, wo dann die Zugänge zu den eigentlichen Wohnungen sind. Sieht man manchmal auch in amerikanischen Filmen.

Hat auch nicht lange gedauert bis ich Stufe 2 überwunden habe. Wegen der vielen alten Menschen bei uns im Haus, stehen im Treppenflur Stühle. Die schaffen den Weg nach oben nicht ohne Pausen. Hab mir einen davon geschnappt und gelesen. Wurde irgendwann kalt, bin also mit dem Stuhl wieder in den Hausflur und hab an einer Präsentation für die Uni gearbeitet (wohl die erste, die auf Papier entstanden ist).

Irgendwann war ich damit durch bzw. hatte keinen Nerv mehr. Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, dass ich die ganze Zeit keinen Handy-Empfang hatte. Wieso auch immer. Ich dachte aber einfach nur an ein Funkloch, obwohl mir zahlreiche Szenen durch den Kopf schossen, wo ich schon telefonierend nach Hause kam – und es ging.

Hatte also keine Lust mehr zu lesen oder irgendwelche Dinge zu notieren, konnte nicht telefonieren, konnte keine SMS schreiben, nicht surfen – gar nichts. Ich bekam Durst. Getränke hatte ich ja genug. Ich trank also etwas Pfirsich-Saft.

So nach etwa eineinhalb Stunden – ich stand natürlich immer noch vor der Tür – meldete sich dann langsam meine (schwache) Blase. Die hab ich dann noch ne Weile trainiert. So nach zwei Stunden kam mir die Idee, mal mein Handy auszumachen und wieder an. Prompt hatte ich vollen Empfang – aber der Akku war inzwischen etwas schwach vom vielen Netz suchen.

Egal – erstmal endlich getwittert. Wenn man sich schon so dämlich aussperrt, dann muss man das doch wenigstens twittern – und auch begründen, warum man’s erst jetzt tut. Ich schrieb dann also erstmal SMS an meine Mitbewohner, ob sie zufällig demnächst an der WG vorbeikommen würden. Nach ein paar Minuten kam eine Antwort – Mitbewohner F. kommt wohl erst gegen Mitternacht. Nach ein paar weiteren Minuten kommt noch eine SMS – Mist, jemand anders.

Also weiter warten. Und die Blase trainieren. Dann kam jemand aus der Nachbar-WG raus, um eine zu rauchen. Bisschen gequatscht (zum ersten Mal, irgendwie ist das Haus hier sehr anonym) und dann mal gefragt, ob ich dort aufs Klo könne. Hab dann also meine Blase erleichtert – in einem Dschungel-Klo. Sehr witzig gestaltet dort.

Kaum war das erledigt, kamen wieder Leute vorbei. Einer meinte, er könne eventuell das Schloss ganz leicht knacken. “Das ist doch noch so ein Altes.” Aha?! Unter der Voraussetzung, dass nichts kaputtgeht, willigte ich ein.

Ein paar Minuten später war ich drin. Am längsten hat es gedauert bis er das entsprechende Werkzeug geholt hatte. Ich erwähne jetzt mal nicht welches das war, aber es waren zwei ganze einfache Werkzeuge – und ruckzuck waren wir drin. Das hat keine zwei Minuten gedauert. Erschreckend und faszinierend zugleich.

Nach dreieinhalb Stunden war ich dann also drin. Ein wenig kalt ist mir. Und ich kann in 20 min fast schon wieder los zur Uni. Ich pack den Schlüssel am besten schon mal ein.

P.S.: Wenige Sekunden vor dem Absenden dieses Eintrags kommt natürlich dann auch einer der Mitbewohner nach Hause…

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