Erstes frauendominiertes Kabinett in NRW

Ich finde es durchaus spannend, dass es in NRW jetzt eine Landesregierung gibt, die eher frauen- als männerdominiert ist. Eine Ministerpräsidentin, eine stellvertretende Ministerpräsidentin und insgesamt fünf Frauen plus Ministerpräsidentin im Kabinett – und sechs Männer.

Zwar gibt oder gab es schon mal weibliche Ministerpräsidentinnen, eine weibliche Kanzlerin und ich glaube, es hat auch schon 50/50-Kabinette bezüglich der Geschlechterverteilung gegeben. Aber insgesamt überwog in der Regel dann doch die Macht der Männer.

Ich bin gespannt, inwiefern man nun Unterschiede im politischen Tagesgeschäft merkt, wenn Frauen mal die Oberhand haben. Wobei natürlich diese Regierung auch aus anderen Gründen schon ganz anders ist als andere in Deutschland.

7 Responses to “Erstes frauendominiertes Kabinett in NRW”

  1. Pforzemer Seckel

    Lieber Henning,

    insgesamt stehe ich dem Experiment eher skeptisch gegenüber. Nicht das es ein frauendominiertes Kabinett nicht genausogut könnte wie andere vor diesem. Frau Kraft ist aber besonders stolz darauf, dass sie ein zwischen Männern und Frauen paritätisch besetztes Kabinett gebildet hat. Das führt mich zu der Vermutung, dass dies auch explizit so geplant war.
    Mir wäre es deutlich lieber Ministerposten würden nach Kompetenzvermutung und nicht nach vermeintlicher Gendergerechtigkeit vergeben.

    Desweiteren gibt es auch neue spannende Ministerien auf die ich mich schon jetzt freue.

    -Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.
    -Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter.

    Beim erstgenannten Frage ich mich was mit Klimaschutz genau gemeint ist und warum es wichtiger sein soll als Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Reihenfolge der Bezeichnung spielt ja normalerweise eine Bedeutung.
    Bei dem zweiten von mir ausgewählten Ministerium erschließt sich mir die Zusammenstellung der Inhalte nicht. Gesundheit und Pflege das gehört zusammen und Alter (vermutlich alte Menschen) und Emanzipation (vermutlich Frauenpolitik gemeint) auch irgenwie, aber gibt es da einen Zusammenhang? Alter und Emanzipation gehören m.E. in das Familienressort und Gesundheit und Pflege hat imho in einem Landesparlament nicht viel zu suchen. Sei es drum.

    Ein drittes Ministerium fällt mir auch noch negativ auf. Das Arbeitministerium. Der Minister ist bisher hochrangiger Funktionär der Gewerkschaft. Klingt erstmal gar nicht so schlimm. Stellt man sich aber vor diesen Posten würde ein Funktionär aus einem Unternehmensverband erhalten versteht man glaube ich was ich meine.

    Ich selbst zähle mich wie unschwer zu erkennen nicht gerade als ein Fan von Rotgrün, trotzdem bin ich schon seit mehr als einem Jahr treuer Leser dieses Blogs und freue mich immer über Neues. Von mir hierfür ein großes Lob. Achja, ein gelbgrünes Experiment würde ich gerne einmal sehen ;-)

    Herzliche Grüße,
    ffreiberger

  2. @Pforzemer Seckel

    Mir wäre es deutlich lieber Ministerposten würden nach Kompetenzvermutung und nicht nach vermeintlicher Gendergerechtigkeit vergeben.

    Es gibt ja meist nicht nur eine Person, die für einen solchen Posten in Frage kommt. Ich gehe mal davon aus, dass man nicht blindlings nur nach Geschlecht geguckt hat, sondern bei guten Besetzungsmöglichkeiten mit Männern und Frauen sich öfter mal für die Frau entschieden hat.
    Wenn Männer, die kompetenter* für ein Amt gewesen wären, abgelehnt worden wären, weil sie Männer sind, fände ich das auch falsch.

    * Kompetenz ist hier natürlich ein sehr weitgefasster Begriff.

    Beim erstgenannten Frage ich mich was mit Klimaschutz genau gemeint ist und warum es wichtiger sein soll als Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Reihenfolge der Bezeichnung spielt ja normalerweise eine Bedeutung.

    Naja, wenn es andersrum heißen würde, könnte man genauso fragen, warum jetzt ein anderes Thema wichtiger sein soll. Klar ist jedenfalls, dass wir ohne effektiven Klimaschutz unsere Lebensgrundlage verlieren und dann sind alle anderen Themen eh egal.

    Gesundheit und Pflege das gehört zusammen und Alter (vermutlich alte Menschen) und Emanzipation (vermutlich Frauenpolitik gemeint) auch irgenwie, aber gibt es da einen Zusammenhang?

    Emanzipation ist deutlich umfassender als „Frauenpolitik“: http://de.wikipedia.org/wiki/Emanzipation
    Erstens geht es da nicht nur um das Geschlecht und selbst dort, wo es um das Geschlecht geht, geht es nicht nur um Frauen.

    Alter und Emanzipation gehören m.E. in das Familienressort…

    Alter und Emanzipation haben aber nicht zwingend mit Familie zu tun.

    …und Gesundheit und Pflege hat imho in einem Landesparlament nicht viel zu suchen. Sei es drum.

    Naja, der Bereich wird mit dem demographischen Wandel ja immer wichtiger. Wieviel da jetzt konkret die Landesebene zu sagen hat, weiß ich aber auch nicht.

  3. Ach, und natürlich danke für die Blumen! Freut mich, dass du so gerne hier mitliest. :-)

  4. Ich fand es schon überraschen, jedoch verfolge ich auf das „Experiment“ gespannt.

  5. Ein Regieren wird in NRW unter diesen Bedingungen ganz schwierig werden, da die Koalition immer darauf angewiesen sein wird Stimmen von anderen Parteien außerhalb der Koalition zu bekommen

    Also wird man, um überhaupt was zu bewegen, immer Kompromisse machen müssen.

  6. @Alfons
    Kompromisse muss man immer machen – zumindest so lange man nicht alleine als einzelne Partei schon die absolute Mehrheit hat (und selbst dann muss man manchmal, weil sich die Rahmenbedingungen evtl. geändert haben).

  7. toms bike corner

    na ja…wichtiger als das Geschlecht der regierenden Partei ist doch, ob sie es besser machen als ihre männlichen Kollegen. An der Macht hänge sie ja alle, aber ob sie zwischen den Wahlen was zustande bringen wird wohl erst die Zeit zeigen.

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