Blog-Einträge zum Thema: Uni

Diplomarbeits-Titel steht – Enterprise 2.0: …

Seit gestern ist meine Diplomarbeit nun offiziell angemeldet. Damit hat sie jetzt auch einen Titel – der nicht mehr verändert werden kann. Er lautet:

Enterprise 2.0: Potentiale von Social Software in Unternehmen – eine empirische Studie

Damit geht die Diplomarbeit nun endgültig in die heiße Phase. Um das zu unterstreichen und auch als Info für euch und andere Interessierte habe ich eine kleine Website zur Diplomarbeit gemacht. Ihr findet sie unter: www.schuerig.com/diplomarbeit

schuerig.com - Diplomarbeit (Screenshot)

Dank einer Vorlage ging das trotz meiner mangelnden CSS-Kenntnisse recht schnell und ich hab dann auch gleich noch www.schuerig.com entsprechend umgebaut. Inhaltlich hat sich da aber so gut wie nichts geändert. Ist jetzt allerdings standard-konform nach dem W3C-HTML-Standard und wirkt seriöser als die vorige Version.

schuerig.com (Screenshot)

Ich bastel dann mal an meiner explorativen Studie…

Bachelor-Arbeit zu Green IT

Irgendwie ist es einfacher andere bei ihrer Bachelor-Arbeit zu unterstützen als selbst eine Diplomarbeit zu schreiben. Gerade ne Mail bekommen:

Hallo Henning,

super – vielen Dank nochmal!

Du hast dich damit in meiner Arbeit verewigt :)

Grüße & schönen Abend!
T.

Ich war als Interviewpartner gefragt. Als Grüner zum Thema Green IT. Bin ja mal gespannt wie das nachher in fertig aussieht. Freut mich jedenfalls, dass ich offenbar was Sinnvolles beitragen konnte.

Und von meiner Diplomarbeit gibt’s bald hoffentlich auch wieder was zu berichten. Etwas Geduld…

Bildungsdemo: Bericht und falsche Presse

Die Bildungsdemo gestern in Stuttgart war ein voller Erfolg. Die Veranstalter haben bis zu 20.000 Teilnehmer in Stuttgart geschätzt, die Polizei 10.500 (8.000 Studenten und Schüler und 2500 Erzieher/-innen).

Hambacher Fest?Zahlenmäßig war der Protest damit schon mal überaus erfolgreich – auch von der Grünen Jugend waren viele dabei. So richtig Stimmung kam an den Stellen an denen ich war, meist aber nicht auf. Es gab keine Anheizer mit Megaphon – oder manchmal gab’s welche, die aber nicht richtig Stimmung gemacht haben. In anderen Teilen der Demo war das aber gänzlich anders, wie mir berichtet wurde.

Bei der Kundgebung am Schlossplatz verirrte sich eine Rednerin ziemlich und kam weit vom Thema Bildung ab. Grüne Jugend auch dabeiEs gab sogar einige Zwischenrufe „Komm zum Thema!“ und auch die Moderation unterbrach sie dann irgendwann. Ich find sowas immer schade, weil es den Protest meist spaltet, wenn man zusätzliche Themen einbringt. Manche finden das gut, manche nicht – aber beim eigentlichen Thema Bildung sind sich ja alle weitgehend einig. Also sollte man sich darauf konzentrieren.

Aber im Wesentlichen wird das ja auch gemacht. Nach der offiziellen Großdemo kamen dann noch etwa 500-1000 Studenten zum Rektorat an der Uni, wo der Senat tagte und protestierte dort insbesondere gegen den „Masterplan“ des Rektors die Geistes- und Wirtschaftswissenschaften so radikal zu kürzen, dass es quasi einer Abschaffung gleich käme.

Ein paar wenige stürmten das Gebäude und die Senatssitzung, die vom AK Bildung kurz zuvor noch aufgefordert worden war über den Masterplan hier und jetzt abzustimmen und ihn abzulehnen. Die Die Bildung und ichSitzung wurde durch den Protest im Saal wohl so sehr gestört, dass sie abgebrochen wurde.
Offizielle Vertreter des AK Bildung distanzierten sich jedoch sofort und nach einer öffentlichen Diskussion mit einer Abstimmung war auch klar, dass fast alle die Aktion kontraproduktiv fanden.

Ich find’s genial, dass sich nun zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren ein großes bildungspolitisches Protestpotential an der Uni Stuttgart zusammenfindet. Bei der Demo gestern soll Stuttgart nach Berlin bundesweit die zweitgrößte Demo gehabt haben.

Früher war die Uni Stuttgart alles andere als eine Protest-Uni. Auch 1968 ging an der Uni Stuttgart wohl verhältnismäßig wenig. Dieser Ruf dürfte nun vorbei sein, nachdem Stuttgart schon wieder an der Demo: Schlossplatz vollSpitze der bundesweiten Proteste war wie auch schon 2005.

Sehr geärgert habe ich mich allerdings über einen Artikel der Stuttgarter Nachrichten heute auf Seite 19. Dort wird erstens die Distanzierung des AK Bildung von der Senatsstürmung nicht erwähnt, zweitens die Zahl der Stürmenden mit 70 deutlich überhöht angegeben und drittens – und das ärgert mich ganz besonders – behauptet, die Podiumsdiskussion am Vortag mit Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) wäre wegen Störungen des AK Bildung abgebrochen worden.

Das ist schlicht falsch. Die Redakteurin war auch nicht vor Ort. Tatsache ist, dass es eine kleine Protest-Einlage vom AK Bildung gab, die dann auch bei der weiteren Diskussion optisch den Hintergrund bildete.
Es gab auch, wie korrekt berichtet wird, viele Zwischenrufe – die aber vom Podium teilweise sogar wiederholt wurden (zum besseren Verständnis) und auf die dann mehr oder weniger eingegangen wurde. Nie war es so, dass wegen Zwischenrufen oder Buhrufen die Diskussion nicht geführt werden konnte. Das war alles immer nur punktuell. Niemand wollte die Diskussion verhindern – im Gegenteil.

Viele Studenten haben protestiert - aber auch viele SchülerBeendet wurde die Diskussion dann um kurz vor 20 Uhr vom Moderator, weil ab 20 Uhr eine Musikgruppe in den Raum sollte. Die Stuttgarter Nachrichten schreiben also in ihrem Artikel definitiv die Unwahrheit – mal ganz abgesehen davon, dass der Artikel auch insgesamt die negativen Aspekte extrem überbetont (die Demo findet erst im zweiten Teil der Dachzeile Erwähnung; beim Rest geht es um „Tumulte“ usw.).

Vorbildlich hingegen die Berichterstattung in der Stuttgarter Zeitung (Inge Jacobs und Viola Volland) und beim SWR. Da konnte man sich wiederfinden, im Artikel der Stuttgarter Nachrichten jedoch überhaupt nicht. Die StN-Redakteurinnen sind mir auch überhaupt nicht bekannt, was mich sehr überrascht hat.

Meine Bilder von der Demo findet ihr hier, weitere Links gibt’s im Blog des AK Bildung.

Stuttgart: Bildungsstreik und große Bildungsdemo

Kurzversion: Am Mittwoch, den 17. Juni, um 10 Uhr große Bildungsdemo in Stuttgart. Treffpunkt ist die Lautenschlagerstraße am Hauptbahnhof.

Die längere Version:
In dieser Woche läuft bundesweit der sogenannte „Bildungsstreik 2009„, woran sich die Uni Stuttgart beteiligt. Bei dem Bildungsstreik geht es nicht nur um ein einziges, Bundesweiter Bildungsstreik 2009 (Banner)konkretes Bildungsthema, sondern um die gesamte Problematik in der Bildungspolitik. Ob die Zustände oder missglückten Reformen an den Schulen, Studiengebühren, die Art und Weise wie die Umstellung auf das Bachelor-/Master-System erfolgt und in Stuttgart zusätzlich noch der geplante Kahlschlag an den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Dagegen wird am Mittwoch in einer großen Demo demonstriert, aber es gibt die ganze Woche über Aktionen. Unter www.akbildungstuttgart.de gibt’s in Blog-Form immer aktuelle Infos und Accounts bei Twitter und bei flickr gibt es auch.

Mit flickr bin ich übrigens erstmals 2005 – beim damaligen Studiengebühren-Protest – in Berührung gekommen. Damals haben wir auch eine flickr-Gruppe gegründet, die wie ich gerade sehe, vom neuen Protest auch genutzt wird: http://www.flickr.com/groups/streik/

Auf meinem Nachhauseweg vorhin kam ich am Campus vorbei. Dort ist derzeit ein kleines Streikcamp aufgebaut. Noch bevor ich wegen der Dunkelheit jemanden erkennen konnte, wurde schon voller Erstaunen mein Name ins Dunkel gerufen. Jaja, einige der alten Hasen von damals sind auch diesmal wieder dabei.

Ich halte mich gerade bewusst zurück. Schließlich hat mich der Protest 2005 schon zwei Semester Studium gekostet. Und ich merke wie es mir wieder in den Fingern juckt. Das lief schon im Wahlkampf vorletzte Woche so. Da hat’s mich voll gepackt und dann war ich mittendrin im (Online-)Wahlkampf – war ja hier im Blog auch nicht zu übersehen.
Apropos Blog, auch wenn ich eigentlich gerade nicht aktiv dabei bin, das im Header-Bild beim AK-Bildungs-Blog ganz links bin tatsächlich ich. Das Bild ist von 2005.

Aber ich gehe auf jeden Fall am Mittwoch zu der Demo. Da werden einige tausend Menschen erwartet, zumal ja auch Schüler und Pädagogen mit dabei sind.

An der Uni dürfte aber auch morgen bzw. nachher gut was los sein. Es soll unter anderem einen Rückblick auf die Proteste von 2005 geben – von zwei alten Hasen vorgestellt. Ich denke, das kann die Proteste gut beflügeln, weil wir 2005 gezeigt haben, dass man auch aus der Uni Stuttgart eine Protest-Uni machen kann. Und wir waren dann nicht nur irgendeine, sondern eine Zeit lang bundesweit die führende Protest-Uni.

Die Ausgangslage ist in Stuttgart recht günstig, weil vor einigen Wochen ein eigentlich noch geheimer „Masterplan“ des Rektorats bekannt wurde, der eine Umwidmung von 25 Professuren vorsieht. Vor allem soll bei den Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften gestrichen werden und den ohnehin an der Uni Stuttgart schon viel stärker vertretenen Ingenieurswissenschaften zugeschlagen werden – um bei der Exzellenzinitiative besser dazustehen.

Solche Pläne sind nicht neu, das gab es 2003 schon mal. Nach heftigen Protesten wurde davon fast alles zurückgezogen – nur die Geowissenschaften mussten dran glauben. Hoffen wir mal, dass es auch diesmal gelingt die Streichpläne zurückzuschlagen. Der Bildungsstreik 2009 kommt da vom Zeitpunkt her natürlich wie gerufen.

Wir sehen uns am Mittwoch. 10 Uhr. Beim Hauptbahnhof. Weitersagen!

Hennings Video-Podcast #004: Die letzte Prüfung

Spontan hab ich vorhin mal wieder einen Video-Podcast gemacht – nun Folge 004. Bis der allerdings endlich über die langsame DSL-Leitung hier in der WG hochgeladen ist, vergehen Stunden. Aktuell ist er trotzdem noch: Es geht um meine letzte Prüfung, die heute bzw. gestern anstand.

Der Prüfling erzählt in 2:32 min im Prüfungs-Outfit unter stark nachgelassenem Sekt-Einfluss wie’s war – nicht ohne kritische Worte zum zu erlangenden Titel und der nicht ganz so gelungenen Gleichberechtigung in diesem Fall:

Nun also nur noch die Diplomarbeit… das Diplom ist zum Greifen nah! :-)

Diplomübergabefeier 2009 – mit Götz Werner

Am Donnerstag war ich auf der diesjährigen Diplomübergabefeier meines Studiengangs. Die wird jährlich in Zusammenarbeit vom Prüfungsausschuss Wirtschaftswissenschaften und dem adkus – unserem Alumniverein – veranstaltet.

Nun bin ich weder Alumnus, noch hab ich am Donnerstag mein Diplom überreicht bekommen (das wird in dieser förmlichen Form nun erst 2010 der Fall sein). Aber auch als Student kann man schon Mitglied unseres adkus werden und so nicht nur den Eindruck erwecken, man hätte schon ein Diplom ;-), sondern man wird eben auch zur alljährlichen Diplomübergabefeier eingeladen (oder demnächst Studienabschlussurkundenübergabefeier – Bachelor und Master machen einen neuen Namen nötig).

Das lohnt sich nicht nur, weil in jedem Jahrgang auch Leute dabei sind, die mit mir angefangen haben und auch andere Ehemalige kommen und man mit denen und mit Professoren und Mitarbeitern bei Bier, Wein und Häppchen gemütlich plaudern kann. Nein, diesmal war auch noch Götz Werner als Festredner da.

Götz Werner ist ja als Grundeinkommens-Guru bekannt. Zu dem Thema war er auch angekündigt. Einerseits war ich gespannt, andererseits befürchtete ich, dass ich nun vieles erneut höre, was ich schon vor 1,5 Jahren in Nürtingen gehört hatte. Aber es kam anders.

Götz Werner sprach lange. Und ich will auch nicht sagen, dass er nicht übers Grundeinkommen sprach. Aber er sprach übers Grundeinkommen ohne übers Grundeinkommen zu sprechen. Ganz, ganz selten nur fiel dieser Begriff und das eher in Nebensätzen. Er sprach eher von der Gesellschaft und davon, dass das Arbeitsmarkt kein wirklicher Markt ist – er hatte schließlich einen Saal voller frisch- und altgebackener Wirtschaftswissenschaftler vor sich.

Und warum? Weil zur Marktdefinition gehört, dass man die Option hat, am Markt teilzunehmen – oder es zu lassen. Da wirtschaftliche Teilhabe in unserer Gesellschaft auf Geldeinkommen basiert, fehlt uns die Möglichkeit „Nein“ zu sagen. Dass ein Grundeinkommen daran etwas ändern könnte – das brauchte er gar nicht mehr aussprechen.

Gleichgewichtsrealeinkommensabweichungsparameter

Wörter, die töten können: Arbeitsmarktunvollkommenheitsfunktion und Gleichgewichtsrealeinkommensabweichungsparameter gehören definitiv dazu. Insbesondere letzterer muss sprachlich betrachtet als ganz schweres Geschütz betrachtet werden.

Mathematisch betrachtet ist letzterer allerdings recht einfach und hat bei uns in den letzten Tagen beim Lernen sogar schon den Spitznamen „Zauberformel“ bekommen. Damit ließ sich so manches rätselhafte Verhalten gewisser Kurven oder Geraden plötzlich auf wundersame Art und Weise erklären.

Aber morgen ist der Spuk dann auch vorbei. Da sind wir nochmal auf der Jagd nach dem indifferenten Nachfrager – obwohl der gar nichts getan hat als sich nicht entscheiden zu können – aber dann war’s das auch. Vorbei mit dem Berechnen der Steigung der Ableitung der Veränderungsrate von irgendwas. Vorbei mit diesen ganzen Formeln voller Buchstaben, wo man sich schon fragt, wozu man in der Grundschule eigentlich Zahlen gelernt hat.

Die letzte Prüfung im Studium. Die allerletzte. Und wohl auch die mit den längsten Wörtern. Um so wichtiger, dass man nicht in der mündlichen (Nach-)Prüfung landet.