Schuldenfrei: Dresden dafür, Freiburg dagegen

Freiburg und Dresden wollten städtische Wohnungen verkaufen, um damit ihre Schulden loszuwerden. Damit sollten massive Einsparungen in anderen Bereichen verhindert werden. Dresden hat’s getan und ist nun schuldenfrei. In Freiburg haben sich die Bürger mit 70,5 % in einem Bürgerentscheid dagegen entschieden.

Nun wird in Freiburg nach Alternativen gesucht. Allerdings, wenn die so einfach zu finden wären, wäre die Frage nach dem Wohnungsverkauf gar nicht aufgekommen. Mehr oder weniger jeder Bereich in Freiburg wird nun von Einsparungen betroffen sein und zwar jedes Jahr. Etwa 70 Millionen Euro müssen jährlich eingespart werden. Insbesondere um das Geld, das für die Zinsen draufgeht, ist es schade, denn damit wird ja keinerlei Verbesserung für Freiburg erreicht. Es wird für vergangene Ausgaben nachgezahlt.

Ich glaube nicht, dass dies der bessere Weg ist. Mit dem Verkauf der Wohnungen wäre die Stadt auf einen Schlag alle ihre Schulden losgeworden. Bei den ganzen Auflagen, die die Käufer der Wohnungen hatten, wäre wohl auch mit den Sozialwohnungen nichts Dramatisches passiert. Nun kommen massive Einsparungen und die Schulden ist man trotzdem nicht los.

Aber die Bürger haben sich entschieden. Nun dürfen sie allerdings auch nicht meckern, wenn ihnen die anderen Einsparungen nicht passen. Und sowas als Racheakt für die Ablehnung des Wohnungsverkaufs darzustellen, ist auch daneben. Irgendwoher muss das Geld kommen. Das werden auch die Gegner des Wohnungsverkaufs zu spüren bekommen. Vielleicht hätten sie vorher darüber nachdenken sollen.

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4 Responses to “Schuldenfrei: Dresden dafür, Freiburg dagegen”

  1. Kein SPD- oder FDP-Anhänger, der widersprechen möchte? Die beiden Parteien haben nämlich Seite an Seite dafür gekämpft, dass der Wohnungsverkauf verhindert wird. Ja, auch die FDP. Irgendwie immer im unpassendsten Moment mal nicht liberal.

  2. Arthur Moechtegern

    Dresden Schuldenfrei ?

    Wenn mir einer das Auto pfändet, bin ich (zur Zeit) auch Schuldenfrei. Morgen wird der 35 Zoll Fernseher von Neckermann geliefert, dann geht es wieder von vorn los.

    Das ist mein Lebensstil. Habe ich von den Politikern so gelernt.

  3. @Arthur: Entschuldigung, aber: Blödsinn!

    Dresden hatte im Haushalt bisher alleine 70 Mio Euro für Zins und Tilgung zu tragen. Das fällt jetzt weg. Das bedeutet, dass dieses Geld entweder zusätzlich zur Verfügung steht oder aber nicht mehr auf dem Kreditmarkt beschafft werden musss – so genau weiß ich das im Falle Dresden leider nicht.

    Geplant ist in Dresden für die nächsten Haushalte KEINE Kreditaufnahme – also nix von wegen es geht wieder von vorne los.

  4. ich finde es manchmal echt beängstigend zu hören, wie manche Menschen sich gegen ihr wohl entscheiden, nur um jemandem eins auszuwischen.

    Zu der Sache mit der FDP: So ist nun mal die Politik, die Opposition MUSS immer dagegen sein… so können sie ja vielleicht mal nen Glückstreffer landen um bei der nächsten Wahl sagen zu können: Wir haben es doch gesagt… trotzdem sollten wir Schulen, Krankenhäuser…. privatisieren… aber nicht die Wohnugen der armen Menschen.

    Wir können es doch nur besser machen!

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