Siezen

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Ich bin ja jetzt 30. Und immer noch kommt es mir komisch vor, wenn mich Gleichaltrige siezen. Zum Glück arbeite ich in einer Branche in der das Du weitgehend üblich ist – aber auch hier lerne ich immer mehr Ausnahmen kennen.

Und dann las ich eben das hier, geschrieben aus Anlass eines 26. Geburtstags:

Man [wird] plötzlich von Gleichaltrigen gesiezt – bis man zugeben muss, dass der junge Erwachsene gegenüber altersmäßig der eigene Sohn oder die eigene Tochter sein könnte. Und einen aus gutem Grund siezt.

Mich hat da keiner vorher gewarnt – aber er hat vollkommen Recht. Wobei ich es bei Jüngeren fast noch komischer finde, wenn sie mich siezen als wenn es Gleichaltrige oder Ältere tun.

Siezen ist einfach nicht mein Ding. Auch wenn ich’s kann.

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Der große Crash – der Film zur Finanzkrise

Da ich ein großer Fan der “Wall Street“-Filme mit Michael Douglas bin, war ich sehr gespannt als ich von “Der große Crash – Margin Call” hörte bzw. den Trailer sah. Ein Finanzkrisen-Thriller.

Da es in der Sneak gestern für uns nur noch Einzelplätze gegeben hätte, haben wir uns spontan stattdessen dann “Der große Crash” angesehen und ich war – naja, begeistert und enttäuscht zugleich.

Enttäuscht, weil es so richtig thriller-artig dann doch nicht wurde und der Trailer mehr Spannung suggerierte. Außerdem kam die Dramatik des Trailers im Film nicht mehr so richtig rüber. Anfangs dachte ich, ich habe es einfach noch nicht vollständig verstanden. Aber das Problem wurde dann bei der Weiterreichung Richtung Chefetage immer weiter simplifiziert, so dass mir am Ende eher klar wurde: mehr ist es gar nicht.

Gleichzeitig bin ich aber auch begeistert, weil der Film einfach total gute Zitate zur Finanzkrise – und damit zu unserer Zeit – liefert. Irgendwo hatte ein Finanzer gemeint, dass der Film erschreckend nah an der Realität dran ist. Die einzelnen Charaktere kann man sich jedenfalls sehr gut vorstellen und sie wirken auch keineswegs so überzeichnet, dass sie schon eher persifliert rüberkommen. Im Prinzip ist es ein gesellschaftskritischer Film zur Finanzwelt, der aber nicht wirklich wertet, sondern eher zeigt.

Man hätte vielleicht noch etwas zu den Auswirkungen der dort getätigten Börsengeschäfte zeigen sollen. Was hatte das Ganze beispielsweise für Auswirkungen auf die Käufer wertloser Papiere und auf unmittelbar eigentlich unbeteiligte Dritte.

Letztlich definitiv ein interessanter Film. Empfehlen würde ich ihn allen, die sich für solche Themen interessieren. Großes Know-how braucht man nicht mitbringen, aber ohne ein Interesse an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ursachen für die Finanzkrise macht der Film glaub wenig Spaß.

Sehr gut finde ich übrigens auch den Artikel von n-tv zum Film: “Der große Crash” ist erschreckend aktuell: Lehman-Brothers ist überall

“Der große Crash – Margin Call” ist am 29. September 2011 in Deutschland angelaufen, in den USA startet er erst am 21. Oktober. Hab ich bei einem amerikanischen Film so noch nie bewusst gesehen.
Wer ihn sich im Kino ansehen will, sollte sich beeilen, da ich nicht weiß, wie lange er noch läuft. Der Kino-Saal war gestern leider sehr, sehr leer.

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Late Office – Zeitverschiebung beim Arbeiten

“Home Office”* kennt inzwischen ja fast jeder – zumindest bei den Jüngeren und/oder denen, die in Agenturen arbeiten. Ich hab jetzt mal was Neues eingeführt, was ich “Late Office” nennen würde.

Das meint jetzt aber nicht einfach Überstunden, sondern ist eher eine “Zeitverschiebung”, wie es eine Kollegin eben formulierte. Genauer gesagt eine Arbeitszeitverschiebung.

Konkret heißt das: Ich habe heute um 14 Uhr begonnen und werde bis etwa 22 oder 23 Uhr arbeiten (von kleinen Kreativpausen wie dieser mal abgesehen).

Und warum? Tagsüber ist einfach zu viel Trubel und immer wieder viel jemand was von mir (so war es auch heute Nachmittag), so dass ich erfahrungsgemäß meist so ab 18 Uhr (wenn die Kollegen weg sind) zum ruhigen und effizienten Arbeiten komme.

Und was sagen meine Chefs dazu? Deren Idee war es mehr oder weniger. Auf die Frage, ob ich mich mal 1-2 Tage aus dem Alltagsgeschäft “rausnehmen” kann, um in Ruhe an einem wichtigen Papier zu arbeiten, meinte ich, dass das recht schwer ist und ich am ehesten abends dazu komme, wirklich in Ruhe an etwas zu arbeiten. Ich bin ja ohnehin Nachtmensch.

Und was war die Antwort? Nun, dann komm doch einfach mal spät – so um 15 oder 17 Uhr zum Beispiel – und arbeite abends. Gesagt, getan. 🙂

MOSAIQ MEDIA ist Immer wieder schön, wenn man so flexible Arbeitgeber hat. Kein Wunder, dass wir von kununu nun das “OPEN Company”-Siegel bekommen haben und kurz vor “TOP Company” sind, wie man auch an den Arbeitgeber-Bewertungen durch die Mitarbeiter sehen kann.

Mein Arbeitsabend funktioniert übrigens sehr gut. So gut, dass ich überlege, ob ich das nicht regelmäßig machen sollte. 🙂

Update: MOSAIQ ist nun “TOP Company”. 🙂

* Ja, ich weiß, man könnte das auch “Heimbüro” nennen, aber das erinnert mich viel zu sehr an die CSU. Und “Telearbeit” klingt nach einer Zeit, wo man noch “Cyberspace” sagte.

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Wohnhaft

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Bin ich eigentlich der einzige, der bei diesem Wort immer an Gefängnis denken muss? Wohnhaft erscheint mir zwar besser als Einzelhaft, aber es klingt doch sehr nach staatlich verordnetem Stubenarrest á la elektronische Fußfessel.

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Entschleunigung

Entschleunigung war ein großes Thema auf einem der letzten Stuttgarter BarCamps. Der Grund, warum ich in der entsprechenden Session nicht war, hat irgendwie auch schon wieder damit zu tun, warum wir Entschleunigung brauchen: Es gab zu viele interessante Sessions auf einmal.

Aasee, MünsterSeitdem ist mir der Begriff aber im Kopf verankert. Und inzwischen lebe ich auch immer mehr danach. Klar, manchmal muss es wirklich schnell gehen. Aber viel Stress ist unnötig und kann vermieden werden.

In Zeiten von zahlreichen Burnouts in immer mehr Berufen und in immer jüngeren Jahren lohnt es sich, sich darüber Gedanken zu machen, was die eigentlichen Prioritäten im Leben generell sind – und was sie heute oder genau jetzt im Moment gerade sind.

So lasse ich mir zum Beispiel mit dem Beantworten von Kommentaren hier im Blog inzwischen immer wieder auch mal ein paar Tage Zeit. Nicht so richtig schön für die Leser, aber auch kein Drama. Manchmal antworte ich ja auch nach wie vor schnell. Aber immer öfter eben auch nicht. Ich mach mir damit einfach nicht so den Stress.

Natürlich verpasst man einiges, wenn man nicht permanent auf Twitter und Facebook ist und liest, was so gepostet wird. Aber alles kann man eh nicht mitbekommen und am Ende muss man eben abwägen, was einem mehr Lebensqualität bringt.

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How I Met Your Mother

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Da ich keinen Fernseher habe, krieg ich nicht viel von Serien mit. Da viele meiner Freunde dauernd amerikanische Serien gucken und davon schwärmen, krieg ich dann zumindest vom Namen her immer wieder mal was mit. Scrubs, Six Feet Under, How I Met Your Mother etc.

Scrubs hab ich ein paar Mal mitgeguckt. Mittendrin und auf englisch. War ganz okay. Mehr nicht. Die anderen hab ich mir dann irgendwie nie näher angesehen. Bis ich letztens in Münster eine Woche in unmittelbarer Nähe eines Fernsehers verbrachte und dort oft ProSieben lief – inklusive der deutschen Synchronisation von How I Met Your Mother.

Nach ein paar Folgen war ich ziemlich angefixt. Gestern hab ich mir dann von einem Freund die erste Staffel auf DVD ausgeliehen. Sehr praktisch, er hat sie sich gekauft, um die Serie auf englisch zu sehen – und ich leih sie mir aus, um sie auf deutsch zu sehen.

Morgen könnte ich sie ihm fast schon wieder zurückgeben. Die ersten zwei DVDs der ersten Staffel hab ich jedenfalls durch. Selten – nein, ich glaube, noch nie – hat mich eine Serie derart fasziniert. Ich bin regelrecht verliebt.

Die – mit 20 Minuten übrigens sehr kurzen Folgen – sind nicht nur voller Witz, sondern enthalten neben dem Humor meist auch irgendwie ein bisschen Lebensweisheiten. Mal etwas mehr, mal etwas weniger.

Und das auch noch perfekt zugeschnitten auf die älteren der jungen Leute – also so etwa Ende 20. Genau wie ich. Ich kann’s jedem nur empfehlen. Das einzige, was mir nicht gefällt ist, dass ich How I Met Your Mother erst so spät für mich entdeckt habe.

Ich frag mich, was ich mache, wenn ich alle Staffeln durchhabe. Von vorne anfangen? 🙂

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Füfüfü… fünf!

Fünf Jahre alt. Für einen Baum fast nichts, für einen Joghurt viel zu viel. Für meinen Blog aber schlicht und einfach objektiv richtig. Viel Glück und viel Segen oder auch: Happy Birthday! 🙂

Fünf ist ja ne recht runde Zahl – für ne einstellige jedenfalls. Für viele daher undenkbar einen so runden Geburtstag nicht zu feiern. Fast hätte ich allerdings dieses Jubiläum vergessen. Für diese Fälle gibt es ja aber Kalender und BlogBirthday.de, die zuverlässig daran erinnern.

Feiern werde ich dieses Mal aber wohl nicht. Vor einem Jahr meinte ich, dass ich das Vierjährige nachhole – und hab’s dann doch wieder aus den Augen verloren. Viel hat sich ja aber auch verändert in den letzten Jahren. Viele Einträge landen statt hier nun auf Twitter und/oder Facebook. Für den Blog heißt das, dass hier zwar weniger kommt, dafür aber tendenziell Gehaltvolleres. Viele andere Blogs sind ja in den letzten Jahren geschlossen worden. Für mich kommt das nach wie vor nicht in Frage! Philosophisch betrachtet kann man sagen: weniger ist mehr.

Von daher kann man bei diesem runden Geburtstag wohl auch von einer gewissen Reifung sprechen. Viel Privates findet man nicht mehr, dafür ist der Schwerpunkt mehr in Richtung Politik gerutscht. Freunde anderer Themen sollen aber weiterhin auch auf ihre Kosten kommen, ein reiner Politblog soll das hier nicht werden.
Vermisst man die Web-Themen, sollte man hin und wieder bei MOSAIQ MEDIA vorbeischauen, wo ich neben selbst zu schreiben, auch die Einträge der anderen Mitarbeiter koordiniere (aber auch hier wird das weiterhin ein Thema sein).

Fünf schöne Jahre mit vielen spannenden und kuriosen Erlebnissen, mal lustigen und mal hitzigen Diskussionen und viel Spaß. Vor allem hat es mich gefreut, so viele Menschen durch den Blog kennen gelernt zu haben. Für Leser-Outings bin ich nach wie vor zu haben.

Feiern werde ich heute Abend zwar eigentlich etwas anderes, aber ich werde heimlich immer wieder mal an meinen Blog und die ganzen Leute drumherum denken. 😉

Doch genug des Rückblicks und der Sätze mit F, V oder Ph – wem ist’s aufgefallen? 🙂

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Merkwürdige Entwicklung

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Viele Wörter haben einen sehr interessanten Ursprung. Er ist oft ganz naheliegend, man muss sie nur wortwörtlich nehmen.

Eines meiner Lieblingswörter in diesem Zusammenhang ist “merkwürdig”. Eigentlich sagt es nur aus, dass es würdig ist, es sich zu merken. Das könnte neutral sein oder sogar positiv. Aber aus irgendeinem Grund ist es bei uns ziemlich eindeutig negativ.

Die Tage ist mir nun auch beim Wort Entwicklung dieser Wortsinn aufgefallen. Wir sprechen sehr oft von Entwicklung und meinen meist so etwas wie Weiterentw… äh, Fortschritt. Manchmal ist es auch eher neutral, dann wäre “Veränderung” ein gutes Synonym.

Neu war mir, dass in der Psychologie der Begriff Entwicklung wohl wirklich im Wortsinn gebraucht wird: Etwas ist verwickelt (ein Trauma beispielsweise) und soll sich wieder entwickeln.

Immer wieder spannend, was unsere Sprache uns so für Tiefen bietet.

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Jahresrückblick 2010 nach Themen

Ich find ja, ein Jahresrückblick kann gar nicht spät genug kommen, schließlich kann immer noch was Wichtiges passieren. Andererseits sollte er doch irgendwie noch im entsprechenden Jahr stattfinden, sonst interessiert sich ja doch irgendwie keiner mehr dafür – oder?

Für dieses Jahr habe ich mir überlegt, meinen persönlichen Jahresrückblick 2010 nach Themen zu kategorisieren.

Erster Job

Begonnen hat das Jahr mit meinem ersten Job bzw. eher mit meinem ersten Vollzeit-Job, denn auch zuvor habe ich ja bereits neben dem Studium mehrere Jahre in der Branche gearbeitet. Das war natürlich die größte Veränderung in diesem Jahr, die auch weitere Veränderungen angestoßen oder ermöglicht hat.

Büro 2010Zunächst einmal war da natürlich die Freude, nach langer Zeit das Studium endlich abgeschlossen zu haben und dann auch sehr schnell einen Job gefunden zu haben (oder der Job mich in dem Fall). Noch dazu habe ich sofort gemerkt, dass ich bei einem tollen Arbeitgeber gelandet bin. Danke an dieser Stelle dafür, MOSAIQ MEDIA!

Geschmeichelt hat mir natürlich auch, dass ich – meist mit Bezug auf meine Diplomarbeit – auch danach noch Jobangebote bekommen habe, die ich aber alle mit “Ich bin bereits glücklich vergeben” abgelehnt habe. Besonders habe ich mich gefreut, dass ich ein Jobangebot auch weitergeben konnte und derjenige nun auch bereits seit einem dreiviertel Jahr dort arbeitet.

Verändert haben sich natürlich insbesondere zwei Dinge: Mehr Geld und weniger frei einteilbare Zeit. Es ist ja schon eher ein Klischee, dass man im Studium eigentlich immer nur Freizeit hat, aber man kann sie sich auf jeden Fall freier einteilen und zum Beispiel vor den Prüfungen nochmal richtig Gas geben, während man vorher andere Prioritäten gesetzt hat. Jedenfalls bei mir ging das so, das ist ja auch sehr unterschiedlich.

Büro 2010Mehr Geld war natürlich ein großer Segen und auch ein großer Sprung, wenn man vorher wirklich sehr aufs Geld achten musste. Die letzten fast vier Jahre meines Studiums hatte ich mich ja fast nur noch von meinen Jobs finanziert. Nicht mehr so auf jeden Euro gucken zu müssen und sich auch immer wieder mal was gönnen zu können, ist natürlich ein sehr schönes Gefühl. Aber ich kann auch ein wenig nachvollziehen, was mir eine früher in den Job eingestiegene Freundin nach einer Weile im Job sagte: “Ich hatte noch nie so wenig Geld wie jetzt.”

So weit geht es bei mir zum Glück nicht, aber mehr Geld erhöht auch schnell die Ansprüche und so kann aus mehr Geld auch schnell wieder weniger Geld werden. Zudem hat man natürlich gerade am Anfang auch einen erheblichen Investitionsstau. Neue Kleidung, Möbel, Bücher, Filme, Waschmaschine usw.

In diesem Punkt also definitiv ein gutes Jahr. Nicht nur nen Job begonnen, sondern auch fest entschlossen, da noch lange zu bleiben.

Auto fahren

Klingt sicher nach einer komischen Rubrik in einem Jahresrückblick – insbesondere bei mir, habe ich doch seit etwa 2004 gar kein Auto mehr und habe oft gemeint, ich würde den Führerschein am liebsten wieder in Geld zurücktauschen. Damit könne ich mehr anfangen.
Tja, aber auch hier hat der Beruf einiges verändert. Zu Geschäftsterminen in mittlerer Entfernung wird meist das Auto genommen. Nach Frankfurt oder Kassel bin ich aber auch mit dem Zug gefahren. Die meisten Termine finden aber in Baden-Württemberg statt und Industriegebiete sind auch meist nicht besonders gut an die Schiene angeschlossen. Noch dazu fährt man ja oft auch nicht alleine.

Schnee in Celle (1)Schnee in Celle (2)

Nun bin ich also dieses Jahr mehr Auto gefahren als die letzten fünf Jahre zusammen. Dabei bin ich dann auch zum ersten Mal in meinem Leben Automatik gefahren. Das war am Anfang doch extrem ungewohnt und oft bin ich beim Zurollen auf eine Ampel hart auf die Bremse getreten, weil ich schon mal die Kupplung treten wollte. Apropos Bremse, die muss man auch zum Starten treten, aber das war mir am Anfang schnell wieder entfallen und so stand ich dann erstmal blöd da und auch meine Beifahrerin wusste nicht weiter.

Inzwischen habe ich mich daran aber schon so gewöhnt, dass ich beim Fahren eines CarSharing-Autos rund um meinen Umzug prompt vergessen habe, beim Starten die Kupplung zu treten. Auch nicht so gut. Jedenfalls kann ich nun sagen, dass ich einen Audi TT nicht nur optisch schön finde, sondern dass er sich auch sehr gut fahren lässt. Früher konnte ich nie nachvollziehen, wieso so viele Menschen Spaß am Auto fahren haben. Heute weiß ich, dass das sehr vom Auto abhängt und mit einem Ford Fiesta, Baujahr 1989, ist das eben was anderes als mit einem TT mit Navigationssystem. Überhaupt, Navigationssysteme. Ohne würde ich wohl kaum irgendwo ankommen, geschweige denn freiwillig Auto fahren. Zum 30. Geburtstag wünsche ich mir Orientierungssinn. 😉

Siezen


Henning Schürig (2010)Noch eine komische Kategorie in meinem Jahresrückblick. Aber während es bisher so war, dass ich fast alle Leute um mich herum geduzt habe, hat sich auch hier einiges geändert. Bis einschließlich 2009 habe ich die allermeisten Menschen, vor allem die mit denen ich öfter zu tun hatte, geduzt. Im Studium die Kommilitonen und einige Mitarbeiter, im Job die Kollegen, bei den Grünen traditionsgemäß alle und meine Freunde sowieso. Ausnahmen waren bei den häufigeren Kontakten am ehesten noch die Professoren, Uni-Mitarbeiter oder manchmal Journalisten.

Nun hat man tagtäglich mit Kunden zu tun. Auch da gibt es Duz-Ausnahmen, aber in der Regel ist dort ja das Sie vorherrschend. Das klingt vielleicht banal, war bzw. ist für mich aber eine große Umstellung. Auch bei den Facebook-Kontakten bin ich inzwischen längst nicht mehr mit allen per Du. Da wird dann fleißig kommentiert und 90 % duzt man in den Antworten und beim kommentierenden Kunden versucht man das dann einfach zu umgehen, damit’s nicht so auffällt.

Ungewohnt. Bin ja eh eher ein Duz-Freund. Allerdings ist der Übergang vom Sie zum Du auch schwierig. Das muss eigentlich von Anfang an so sein, sonst kriegt man das nie so richtig aus dem Kopf.

Leben

Aber auch sonst im Leben hat sich einiges getan. Durch den Job konnte ich endlich aus meiner ungeliebten WG in eine eigene Wohnung umziehen.Erleuchtung im Wohnzimmer Die ist zwar teuer, aber total zentral, sehr schön und nur gut fünf Minuten vom Büro entfernt. Fünf Gehminuten!

Im Spätsommer dann mein erster richtiger Urlaub seit sieben Jahren! Das tat auch echt gut und war dringend nötig.

Ansonsten habe ich im Frühjahr meinen lange gehegten Plan vom Besuch eines Fitnessstudios in die Tat umgesetzt. Von anfangs 2-3 Mal die Woche über eine Pause bin ich nun bei knapp einem Mal pro Woche. Lieber einmal pro Woche wirklich hingehen als zwei Mal planen und gar nicht hingehen. Und demnächst bekomm ich eventuell noch nen Trainingspartner, dann wird’s vielleicht auch wieder öfter.

Es gab natürlich noch mehr spannende Dinge, sowohl Aufs als auch Abs,Urlaub 2010 aber wie langjährige Leser sicher gemerkt haben, haben mit dem Job auch die Berichte aus dem Privatleben abgenommen. Schon immer habe ich ja genau darauf geachtet, was ich preisgebe und was nicht, aber bei vielen Dingen wäre mir jetzt nicht so wohl dabei, wenn die beruflichen Kontakte das auch alle wüssten und daher wird dieser Bereich immer selektiver.

Politik

Ein Wahnsinnsjahr war 2010 natürlich auch in der Politik. Stuttgart 21 füllte bundesweit, teilweise weltweit, die Schlagzeilen, die Grünen erreichen in Umfragen ungeahnte Höhenflüge und die schwarz-gelbe Landesregierung in Baden-Württemberg ist mehr als ernsthaft gefährdet. Die bei der Bundestagswahl vor knapp einem Jahr noch so erfolgreiche FDP muss in ihrem Stammland sogar um den Einzug in den Landtag fürchten. Und das wo der politische Erzfeind sich Hoffnungen auf das Amt des Ministerpräsidenten machen kann.

Stuttgart 21Die ganze Diskussion um Stuttgart 21 war zwischenzeitlich sehr aufreibend. Vor der Schlichtung wurde ich mehrmals täglich darauf angesprochen. Teilweise online, teilweise auf der Straße oder auf Partys. Mal wissbegierig fragend, mal kontrovers und vorwurfsvoll. Auch körperliche Gewalt wurde mir angedroht, einfach nur, weil man sehen konnte, dass ich S21-Gegner bin.

Insofern war die Schlichtung für mich ganz persönlich ein erheblicher Zugewinn an Lebensqualität. Mit dem Schlichterspruch – auf den ich jetzt natürlich auch immer wieder angesprochen werde – bin ich hingegen nicht zufrieden. Ein Blogeintrag dazu wurde nie fertig, aber in Kürze dazu nur: Heiner Geißler hätte sich nicht hinter S21 stellen und ein Plus fordern sollen, sondern stattdessen lieber etwas wie “Wenn S21 gebaut wird, dann nur mit Plus” als Schlichterspruch formulieren sollen.
Die Rechnung für S21 kommt am 27.03.11Mal ganz abgesehen davon, dass es die CDU offenbar geschafft hat, ihrem alten Weggefährten eine Volksabstimmung als unmöglich darzustellen. Dabei gibt es Möglichkeiten dafür, man müsste nur wollen – im Zweifel kann man ja auch die Verfassung ändern.

Politik 2010 bedeutete für mich aber auch erstmals Politik neben dem Beruf und somit (siehe oben) mit weniger freier Zeiteinteilung. Teilweise habe ich mir Urlaub für die Politik genommen, teilweise konnte ich dank eines wohlwollenden Arbeitgebers auch an Freitagen, wo unsere Landesvorstandssitzungen stattfinden und Parteitage oft beginnen, früher gehen.

Von dem Gedanken, Politik zum Beruf zu machen, habe ich mich vorerst verabschiedet. Mein Job macht mir zu viel Spaß, er würde mir fehlen. Und, ganz ehrlich, ich hätte als Vollzeitpolitiker auch deutlich weniger Freizeit. Da setze ich derzeit klar andere Prioritäten. Daher trete ich auch nicht zur Landtagswahl 2011 an. Vielleicht sieht das 2016 wieder anders aus. Das sehen wir dann.

Aber da wir eine Maximalquote für Abgeordnete in unserem Landesvorstand haben, ist es ja auch gar nicht verkehrt, wenn wenigstens ein paar Landesvorstandsmitglieder nicht für ein Parlament kandidieren. 😉

Politik 2011Das Jahr 2011 wird aber natürlich auch für mich als Freizeit-Politiker und politischen Menschen sehr spannend. Sollte es im März für eine Regierungsbeteiligung, vielleicht sogar für eine Regierungsführung, reichen, wird das natürlich auch die Arbeit im Landesvorstand verändern. Ich finde es sehr spannend, diese Prozesse mit begleiten und ein Stück weit auch mitgestalten zu können.

Web & Blog

In Sachen Web hat sich 2010 auch jede Menge getan. Facebook hat sich richtig fest etabliert, mit dem iPad wurden Tablet-Computer modern, die mobile Nutzung des Internets nimmt rasant zu und Blogs sterben mal wieder aus. 😉

Auch bei mir im Blog ist es weniger geworden, was zum Teil an weniger Zeit und zum Teil an anderen Veröffentlichungsformen liegt. Facebook verdrängt hier ein Stück weit Twitter und Blogs. Zumal es leichter zu pflegen ist. Für mich wird mein Blog aber weiterhin wichtig sein. Erstens weil ich damit unabhängig von fremden Plattformen bin und zweitens weil längere Texte dort immer noch besser aufgehoben sind. Auf Facebook würde das viel zu schnell untergehen für die Mühe, die hinter so einem Beitrag teilweise steckt.

Fazit

Wir haben nun ein neues Jahr, weil’s alte echt hinüber war. Der Spruch stimmt zwar inhaltlich mal wieder nicht, denn 2010 war überwiegend richtig toll für mich, aber ich mag ihn einfach. 🙂

In diesem Sinne: Einen guten Rutsch und alles Gute für 2011!

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