Ansehen der Berufspolitik

Ein sehr guter Artikel zum Thema Ansehen der Politik – insbesondere im Zusammenhang mit Quereinsteigern – gibt’s derzeit auf SPON. Robert Lorenz und Matthias Micus beschreiben dort das niedrige Ansehen der Berufspolitiker bei Anforderungen, die der “Quadratur des Kreises” ähneln.

Dazu nehmen sie kritisch die Euphorie gegenüber Seiteneinsteigern aus Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. Sehr guter Artikel, wie ich finde, und für einige vielleicht Anlass sich mal Gedanken über ihre Anforderungen und pauschalen Verurteilungen von Politik und Politikern zu machen.

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Nanoblogging statt Microblogging – Flutter!

Ich lache immer noch: Microblogging ist out, Nanoblogging ist in. Twitter ist tot, es lebe Flutter!

Viele Leute haben keine Zeit zu twittern. 140 Zeichen zu füllen braucht halt seine Zeit. Hier setzt Flutter an: es gibt nur 26 Zeichen – eins für jeden Buchstaben des Alphabets.

Herrlich ernsthaft gemacht dieses Video. Ich hab’s zwar heute erstmals entdeckt, aber das ist sicher noch ein verspäteter Aprilscherz – oder halt ein Scherz ohne April. Aber Hauptsache, es bleibt genug Scherz übrig. 😉

So, ich muss dann jetzt mal nanobloggen… 😀
Oh, das wär schon zu lang.

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Altern, Kaffee und Diplomarbeit

Altern und Diplomarbeit – wie sich die Lebensphasen mancher Blogger doch ähneln. Kaffee – und Energy-Drinks – sind bei mir derzeit auch ein ganz großes Thema.

Bis Montag allerdings noch prüfungsbedingt, danach geht’s wieder nur um die Diplomarbeit. Und da muss ich dann auch mal ein paar große Schritte machen.

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Mehdorn, Papst und Schäuble

Drei Menschen, denen ich neue Jobs wünsche:

  • Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG
  • Ratzinger, seit seiner Wahl zum Papst bekannt als Benedikt XVI.
  • Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Innern

Mehdorn. Ja, wo soll man da anfangen? Lassen wir den Umbau in einen internationalen Logistik-Konzern mit hohem Luftfracht-Anteil und verspätete Züge mal beiseite. Es geht um einen riesigen Überwachungsskandal der Bahn (alle Mitarbeiter überwacht, erst hatte man “nur” 173.000 zugegeben) – und wie sie damit umgeht (Riesenwelle in der Blogosphäre). Hoffen wir, dass Mehdorn bald einen neuen Job hat.
Interessant aber nicht nur, wie die Bahn damit umgeht, sondern auch die große Koalition. Die spielt schließlich auch Bahn.

Der Papst müsste vor allem all denen ein Dorn im Auge sein, die sich als moderne Katholiken begreifen. Davon gibt es durchaus einige, auch wenn sich die Repräsentanten der katholischen Kirche meist ganz anders zeigen. Wenn da nicht bald was passiert, wird’s vielleicht nötig, dass sich da ein Reform-Flügel abspaltet. Aber erklär das mal nem Unfehlbaren.

Schäuble steht da, weil er auf so ne Liste einfach immer draufgehört, solange er als Innenminister unsere Verfassung aushöhlt. Konkret komme ich aber heute auf ihn, weil ich mich heute bei SPON über eine Überschrift gewundert habe: “Banken-Verstaatlichung: Schäuble sieht Verfassungsprobleme”

Ich fragte prompt per Twitter, wer denn Schäuble jetzt was von der Verfassung erzählt hat. Schließlich hatte man sonst nicht den Eindruck, er würde sie kennen. Prompt kam per Facebook die Antwort: Günther Oettinger.*

Und dann war da noch dieser Kommentar im lawblog:
“Die Bundespolizei macht genau das, was den Punks immer vorgeworfen wird. Rumlungern und Unruhe stiften.”

* Wer nicht gleich drauf kommt, wieso der arme Oettinger jetzt wieder herhalten muss, der kann ja mal bei SAP nachfragen.

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LG Hamburg vs. OLG Hamburg

Das Landgericht (LG) Hamburg ist in Internet-Kreisen sehr berüchtigt für seine aus web-affiner Sicht oft weltfremden Urteile. Sehr schön zu lesen, dass das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg die Rechtsauffassung des LG Hamburg zumindest in einem recht prominenten Fall nicht teilt.

Die Begründung macht deutlich, dass das OLG Hamburg im Gegensatz zum LG Hamburg keine proaktive Überprüfungspflicht auf Rechtsverletzungen durch Webseiten-Betreiber bei Beiträgen in Foren sieht (was für Kommentare in Blogs genauso gelten dürfte). Dies ist seit vielen Jahren umstritten. Jedenfalls ungefähr zwischen dem LG Hamburg und dem Rest der Welt*.

Schön, dass sich das nun in die richtige Richtung entwickelt. Dass es hier um eine Abmahnung des ebenfalls bereits berüchtigten Duos Knieper/Folkert geht, macht auch nicht gerade unglücklich.

* Na gut, auch einer meiner Dozenten an der Uni sieht das so. Vor der Prüfung sagte er jedoch ausdrücklich “Sie können auch schreiben ‘Ich teile da die Auffassung von Herrn Schürig.'”.

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Zu viel Zeit

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Zeit ist ja immer mal wieder ein Thema. Mal sucht man sie, mal läuft sie einem davon – selten vergeht sie auch mal viel zu langsam, weil man auf etwas wartet. Zu viel Zeit haben eigentlich eher die anderen. Vor allem die Blogger und andere Internet-Freaks.

Aber anstatt darauf jetzt lang und breit einzugehen (woher soll ich die Zeit auch nehmen?), verweise ich einfach auf Alexander Endl, der dazu klare Worte gefunden hat.

Die paar Minuten Zeit für den Artikel lohnen sich. Vor allem, wenn man sie schon beim Zappen vorm nicht vorhandenen Fernseher gespart hat.

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Lasst die Sonne rein!

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Licht! Darum kämpfe ich im Büro immer mit den lichtscheuen Entwicklern. Naja, vor allem mit einem. Aber auch die meisten anderen im Büro sind Rolladen-Fanatiker – weil sie das Sonnenlicht zuweilen blendet und sie auf ihrem Monitor nicht mehr so recht was sehen können.

Da ich mit dem Rücken zum Fenster sitze, habe ich das Problem nicht – und kämpfe für mehr Tageslicht. Dass wir da oben mit Entwicklern zusammensitzen, ist eh nur vorübergehend, aber vielleicht kriegt man auch die noch bekehrt.

Ich habe nämlich gerade folgenden Artikel gelesen: Helligkeit und Emotion: Licht an, Glück auf!

Also, lasst die Sonne rein!

P.S.: Obwohl “Glück auf” ja eigentlich ein Spruch der Kohle-Kumpel ist, die unter Tage arbeiten…

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Vera will vorbildlicher relationship mit mir

Manchmal ist Spam einfach herrlich lustig. In einer der zahlreichen Communitys in denen ich registriert bin, kam eben folgender Text auf meine Pinnwand/Gästebuch. Sprachlich höchst interessant:

Hallo liebe, veradagba@y[…].com Ich vermute, Sie nicht überraschen, meine E-Mail erhalten? Ich sah Ihr Profil in www.[…].de und es solide well.I wird wie uns auf den Austausch vorbildlicher relationship.I bin vera nach Namen, Nr. kid und nie marriage.I wird gern von Ihrer Meinung nach, können Sie sich an mich an dieser E-Mail-Adresse (veradagba@y[…].com), so dass ich kann Ihnen meine Bilder und mehr Einführung über mich. Wir wünschen Ihnen einen guten Tag und warten, von Ihnen zu hören bald. Vielen Dank für das Verständnis Mit freundlichen vera veradagba@y[…].com

Danach das Ganze nochmal in sowas ähnlichem wie Englisch:

Hello dear, veradagba@y[…].com I guess you will not surprise to receive my mail? i saw your profile in www.[…].de and it sound well.I will like us to exchange good relationship.I am vera by name,No kid and never marriage.I will like to hear from your opinion, you can contact me at this email address ( veradagba@y[…].com) so that i can send you my pictures and more introduction about myself. Have a good day and waiting to hear from you soonest. Thank You For understanding Yours vera veradagba@y[…].com

Die liebe Vera will also eine vorbildliche Beziehung mit mir und ist nie verheiratet. Ich auch gar nicht überraschen, ihre Mail erhalten. Nee, nee. Schließlich hat sie ja Namen und ich kann mehr Einführung über sie bekommen. Und Verständnis hab ich auch, ist doch klar.

Aber vielleicht gehe ich doch lieber auf das Geschäftsangebot von Herrn Betong ein?!

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Ich wähle sie, ich wähle sie nicht,…

Auf der Website der SPD Hessen sind – teilweise sehr aktuelle – Zitate von den drei Spontan-Abweichlern in der SPD-Landtagsfraktion zu finden:

Äußerungen und Entscheidungen zur Regierungsbildung – chronologischer Ablauf

Jürgen Walter:

Jürgen Walter nennt die Vorbereitung des zweiten Anlaufs “ein Vorbild für innerparteiliche Demokratie.” (…) “Lasst uns heute die Ampel auf grün stellen, damit wir die Chance haben, dass dieses Land wieder rot wird.”
(Rede von Jürgen Walter auf dem Parteitag in Rotenburg a. d. F. am 4.10.2008, Quelle: SZ, 6.10.2008)

Silke Tesch:
“Ich habe nicht von Bedingungen gesprochen… Also ich bin keine Abweichlerin – fertig! Wir müssen doch mit allen Parteien reden und man muss auch mit den Linken reden, welche Vorstellungen sie haben, welche Vorstellungen die Grünen haben, das ist im Fluss und das macht Andrea Ypsilanti.” Und hinter der Landesvorsitzenden stehe sie, betont Silke Tesch.
Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/830969/ (12.08.2008)

Dr. Carmen Everts:
“Ich brauche keine Aufforderung, Andrea Ypsilanti zu wählen. Das ist unredlich und ärgert mich. Ich finde dies als einen persönlichen Affront.”
Quelle: FNP, 30.10.

Carmen Everts, die auch Vorsitzende des Unterbezirks Groß-Gerau ist, wies die Zweifel am ihrer Person zurück und sprach von einem Affront: “Ich will den Regierungswechsel, da braucht es keine Aufforderung.”
Quelle: FR 30.10.

Darüber hinaus hat Carmen Everts in E-Mails vom 29.10.2008 an Herrn Norbert Schmitt, Silke Tesch und andere darauf verwiesen, dass sie keinen Zweifel daran gelassen habe, die Wahl am 4.11. gemeinsam zu wollen und dass der Koalitionsvertrag verdiene, umgesetzt zu werden. Sie schreibt darin auch von Ihrer persönlichen Mitinitiative und Beteiligung am Prozess.

Danke für den Hinweis an David!

Soviel zum Thema Glaubwürdigkeit…

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Counter-Strike-Fortbildung für Lehrer

Immer wieder gibt es ja diese Counter-Strike-Diskussionen bei Pädagogen, Politikern und Eltern. Meist sind sie von großer Hysterie und Verbotsforderungen und -wünschen gekennzeichnet. Ich selbst bin für eine differenzierte Betrachtung. Die Spiele sind nicht per se verdammungswürdig, aber manche überschreiten meiner Meinung nach die Grenze des guten Geschmacks und verherrlichen komplett ohne Not Gewalt und Gewaltdarstellungen.

So eine differenzierte Betrachtung wünsche ich mir auch bei denen, die in diesen Debatten immer wieder ganz vorne dabei sind. Daher war ich sehr erfreut als ich das hier eben gelesen habe:

Wenn es im Kinderzimmer knallt und kracht, sind Erwachsene oft beunruhigt. Jetzt durften Eltern und Lehrer selbst mit der Pixel-Knarre ballern: Um Vorurteile abzubauen, hat die Bundeszentrale für politische Bildung Pädagogen eingeladen – zum “Counter-Strike” zocken.

Sowas sollte öfter stattfinden. Der Text ist außerdem nett geschrieben, ich kann ihn also nur empfehlen: Lehrer auf LAN-Party: Killen wie im Kinderzimmer von Johannes Gernert.

Und für die auf den Geschmack gekommenen Lehrer: Man kann Counter-Strike auch online spielen.

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